Mähroboter und Hund

Sind Mähroboter gefährlich für Haustiere?

Als ich letztens bei Freunden im Garten saß und deren Hund im Garten spielen sah, kam die Frage auf, ob Mähroboter eigentlich gefährlich für Haustiere sind. Wenn mein Mähroboter seine Routen über den Rasen zieht, kann ich dann Hund oder Katze einfach so frei im Garten herumlaufen lassen? Wie reagieren Haustiere eigentlich auf ein Gerät, das ohne menschliches zutun einfach so in der Gegend herum fährt? Und eine lustige, aber dennoch berechtigte Frage: Was ist wenn der Rasenroboter über Tierkot fährt?

Die kurze Antwort auf die Frage, ob Mähroboter für Haustiere gefährlich sein können, lautet “Ja”! Genau wie bei Kindern die im Garten spielen, sollte man den Mähroboter auch nicht aus den Augen lassen, wenn man Haustiere im Garten hat. Das raten auch die Hersteller von Rasenrobotern. Zwar sind aktuelle Mähroboter im allgemeinen recht sicher, doch kann keine hundertprozentige Sicherheit gewährleistet werden. Es ist durchaus schon vorgekommen, dass sich Haustiere an einem Mähroboter verletzt haben. Im Zweifel ist es daher ratsam, Mähroboter so zu programmieren, dass sie zu Zeiten mähen an denen sich kein Haustier im Garten aufhält.

Zum Beispiel kannst Du deinen Mähroboter so programmieren, dass der Vormittags fährt, sollte sich dein Liebling zu dieser Zeit nicht im Garten aufhalten. Der tolle Nebeneffekt ist, dass auch deine Kinder zu dieser Zeit wahrscheinlich in der Schule oder Kita sind. Eine andere Möglichkeit wäre, den Mähroboter Abends fahren zu lassen. Dies bringt jedoch ein anderes Problem mit sich, sollten noch andere Tiere den Garten bewohnen. Doch dazu später mehr.

Warum sind Mähroboter für Haustiere gefährlich?

Bislang gibt es keine verbindliche Norm, dass die Sicherheitsstandards für Mähroboter angeht. Das stellt ein grundsätzliches Problem dar, auch beim Schutz von Haustieren.Zwar werben die Mähroboter Hersteller damit, dass ihre Produkte sicher sind, doch hat die Stiftung Warentest im Mai 2014 einen großen Mähroboter-Test durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass viele Geräte Sicherheitsmängel aufweisen. In jüngerer Zeit werden jedoch größere Bemühungen durch die Hersteller unternommen, die Geräte sicherer zu machen. Die Sensoren werden immer sensibler und erkennen Hindernisse immer besser.

Haustiere können die Gefahr nicht erkennen, die vom Mähwerk ausgeht. Zwar stoppen bei vielen Modellen die Klingen, sobald der Mähroboter angehoben oder umgekippt wird. Das Hauptproblem besteht aber darin, dass der Mähroboter über die Beine oder den Schwanz von Hund oder Katze fahren kann. Manche Hunde ignorieren den Mähroboter beispielsweise nach einer gewissen Zeit und bleiben einfach auf der Wiese liegen, wenn der Mähroboter auf sie zufährt. Wenn er dann vom Mähroboter unglücklich erwischt wird, kann das böse enden.

Wie verhalten sich Hunde und Katzen gegenüber Mährobotern?

Genau wie beim Menschen gibt es natürlich bei Hunden und Katzen verschiedene Charaktertypen. Katzen scheinen dem Rasenroboter eher misstrauisch gegenüber zu sein und nähern sich ihm nur selten. Jüngere verspielte Katzen können nach einer gewissen Gewöhnungszeit aber durchaus Versuche unternehmen, auf das Gerät drauf zu springen oder damit zu spielen. Bei jungen Katzen sollte man also eher aufpassen. Es gibt auch Katzen, die überhaupt keine Scheu vor Rasenrobotern haben, wie dieses Video beweist.

Wenn sich Deine Katze frei bewegen kann und beispielsweise über eine Katzenklappe jederzeit nach draußen gelangt, solltest Du für eine Weile beobachten, wie sich Deine Katze in unmittelbarer Nähe des Mähroboters verhält. Wenn sie das Gerät nicht interessiert und sie es ignoriert, musst Du Dir vermutlich nicht viele Gedanken machen. Das sehr feine Gehör einer Katze warnt sie auch rechtzeitig vor einem herannahenden Rasenroboter. Hundertprozentige Sicherheit gibt es allerdings nicht.

Hunde reagieren deutlich stärker auf Mähroboter. Scheue Hunde meiden das Gerät zwar, es berichten aber auch viele Hundebesitzer, dass ihr Hund das Gerät anknurrt oder anbellt. Viel gefährlicher ist es jedoch, wenn sich Dein Hund an das Gerät gewöhnt hat. Manche Hunde gehen dann so weit, dass sie dem Mähroboter nicht mehr aus dem Weg gehen und ihn komplett ignorieren.

Sie bleiben dann auf der Wiese liegen und lassen sich vom Mähroboter anfahren, da sie sich der Gefahr nicht bewusst sind. Kollidiert der Mähroboter mit dem Körper des Hundes, wechselt er zwar die Richtung. Es kann jedoch auch passieren, dass der Mähroboter über eine ausgestreckte Pfote fährt. Es ist also in keinem Fall ratsam, Mähroboter und Hund gleichzeitig unbeaufsichtigt im Garten zu lassen.

Was ist bei kleinen Haustieren wie Kaninchen oder Hamstern zu beachten?

Im Gehege

Wenn sich Deine kleinen Haustiere im Gehege befinden und das Gehege auf der Rasenfläche liegt, solltest Du darauf achten, dass das Gehege stabil genug ist, um eine Kollision mit dem Mähroboter auszuhalten. Außerdem sollte die Umzäunung genug Widerstand bieten, so dass der Stoßsensor des Mähroboters ausgelöst wird und ihn dazu veranlasst, die Richtung zu wechseln. Beobachte am besten im Betrieb, ob das ordnungsgemäß funktioniert.

Noch besser wäre es, wenn Du beim Verlegen des Begrenzungsdrahts eine Insel anlegst, die um das Gehege verläuft. In diesem Artikel kannst Du nachlesen, wie man beim Verlegen des Begrenzungsdrahts Inseln anlegt.

Frei herumlaufend

Bei frei herumlaufenden kleinen Haustieren sollte der Mähroboter selbstverständlich nicht mähen, wenn die Tiere auf der Rasenfläche sind. Da die Tiere vermutlich nicht den ganzen Tag auf dem Rasen verbringen werden, solltest Du deinen Mähroboter so programmieren, dass er zu Zeiten mäht, an denen die Tiere wieder in Sicherheit sind. Kontrolliere am besten doppelt und dreifach, ob Du ihn richtig programmiert hast und beobachte in der ersten Zeit, ob der Mähroboter die Zeiten auch einhält.

Kaninchen im Garten

Hältst Du Dir Kaninchen im Garten, stellt sich außerdem die Frage, was beispielsweise mit dem Löwenzahn passiert und ob die Tiere noch genug Futter finden.

Es ist leider so, dass durch das regelmäßige Mulchen und die somit bessere Rasenqualität, Löwenzahn von der Wiese verdrängt werden kann. Im Zweifel sollten Sie ein kleines Gebiet abstecken, das nicht gemäht wird, damit die Kaninchen noch etwas zu futtern haben.

Ansonsten macht es Sinn, den Rasen nicht allzu kurz schneiden zu lassen. Manche Mähroboter können auf Schnitthöhen von bis zu 80 mm eingestellt werden, wie z. B. der Robomow Premium RS635 oder der Wolf Robo Scooter 500. Viele andere Modelle schaffen immerhin 60 mm.

Gefahr für andere Gartenbewohner

Auch wenn Du dafür gesorgt hast, dass Deine lieben Haustiere in Sicherheit sind, gibt es eventuell andere Tiere in Deinem Garten, für die von einem Rasenroboter eine sehr große Gefahr ausgeht. Viele Kleintiere wie Mäuse, Igel, Blindschleichen oder Amphibien sind dem automatischen Rasenmäher hilflos ausgeliefert.

Mähroboter Sicherheit

Seitdem Mähroboter in immer mehr Haushalten zum Einsatz kommen, mehrt sich beispielsweise die Zahl an verletzten Igeln, wie aus einem Bericht des Landesbunds für Vogelschutz in Bayern (LBV) hervorgeht. Igel sind verstärkt betroffen, da sie bei drohender Gefahr nicht fliehen, sondern sich stattdessen zusammenrollen.

Gegen einige Raubtiere stellt dies zwar einen ausreichenden Schutz dar, ein Mähroboter lässt sich davon jedoch nicht beeindrucken und fährt über das Tier hinweg. Immer mehr Igel mit Verletzungen durch Mähroboter werden daher bei den verschiedenen Igelstationen abgegeben.

Es kommt vor allem deshalb zu vermehrten Verletzungen, da Mähroboter Besitzer aufgrund der genannten Gefahren für Haustiere und Kinder ihre Rasenroboter gerne am Abend fahren lassen – genau die Zeit an der besagte Kleintiere zum Vorschein kommen.

Ein weiteres Problem stellt die abnehmende Insektenpopulation dar. Durch den ständigen Betrieb eines Mähroboters können Insekten vertrieben werden, oder geraten gar in das Mähwerk des Rasenroboters. Hierdurch verknappt sich das Nahrungsangebot für alle insektenfressenden Tiere, also auch Igel.

Wie kann man Kleintiere im Garten von Mährobotern schützen?

Wenn Du glaubst, dass es in Deinem Garten oder in der Nachbarschaft Igel oder andere Kleintiere geben könnte und Du diese nicht in Gefahr bringen möchtest, rät der LBV, den Mähroboter nicht Abends mähen zu lassen und die Betriebszeiten generell auf ein Minimum zu reduzieren. Tagsüber befinden sich viele der gefährdeten Tiere in ihrem Bau.

Wenn Du dennoch vermeiden möchtest, dass Dein Mähroboter zu gleichen Zeit mäht, in der sich Kinder oder Haustiere in Deinem Garten aufhalten, bietet es sich z. B. an, den Mähroboter Vormittags mähen zu lassen.

Was passiert wenn der Mähroboter über Hundekot fährt?

Eine sehr berechtigte Frage ist, was passiert wenn der Mähroboter über einen Hundehaufen fährt. Die gute Nachricht ist, der Kot wird weder durch den halben Garten verteilt, noch schadet es dem Mähroboter, über einen solchen Haufen zu fahren. In der Regel wird er einfach kleingehackt und es bleibt am Ende nicht mehr viel von ihm übrig.

Es kann jedoch sein, dass ein Teil der Hinterlassenschaft unten an der Verkleidung des Mähroboters hängen bleibt, was bei der Reinigung eventuell etwas unangenehm sein kann. Im Zweifel sollte man die Haufen vorher entfernen. Man kann die zusätzlich frei gewordene Zeit auch dafür nutzen, häufiger mit seinem Hund gassi zu gehen, dann hat man gar nicht erst Hundehaufen im Garten.

Fazit

Rasenmäher Roboter können Haustieren durchaus gefährlich werden. Daher solltest Du sie entweder so programmieren, dass sie nicht zur gleichen Zeit fahren, in der sich Deine Haustiere im Garten aufhalten, oder sie andernfalls beim Arbeiten beaufsichtigen. Wenn man Wert auf die heimische Fauna legt, sollte man auch hier einige Überlegungen anstellen, wann und wie oft man den Mähroboter fahren lässt, damit Igel und Co nicht unter die Räder geraten. So lassen sich Verletzungen an Tieren vermeiden.