23 handfeste Tipps für einen professionell gemähten Rasen

Von matt

Du möchtest einen richtig schönen Rasen haben, weißt aber nicht so recht, was du beim Rasenmähen noch besser machen kannst? Es ist gar nicht so schwer, einen richtig schönen, professionell aussehenden Rasen zu bekommen, wenn Du die richtigen Kniffe beim Rasenmähen anwendest. Ich habe mir einmal die Mühe gemacht und die besten Tipps zum Rasenmähen zusammengetragen.

  1. Häufiges Mähen (mindestens einmal pro Woche)
  2. Die optimale Schnitthöhe einstellen
  3. Bei Trockenheit, im Herbst, oder an schattigen Stellen weniger abschneiden
  4. Die “Ein-Drittel-Regel” beachten
  5. Schnitthöhe nach dem Urlaub langsam wieder anpassen
  6. Nicht bei Nässe mähen
  7. Zur richtigen Tageszeit mähen
  8. Die Schnittbreite des Rasenmähers beachten
  9. An Rasenkanten sorgfalt walten lassen
  10. An Böschungen quer zum Gefälle mähen
  11. Mähen mit scharfen Messern
  12. Rasenmäher mit hoher Drehzahl verwenden
  13. Langes Schnittgut nicht liegen lassen
  14. Mit einem Mulchmäher mähen
  15. Rasen vor dem Mähen nicht betreten
  16. Im Herbst lange genug mähen
  17. Nicht bei Frost mähen
  18. Den Rasen vor dem Winter kurz schneiden
  19. Im Frühjahr den Rasen nicht zu früh schneiden
  20. Jungen Rasen lang wachsen lassen
  21. Zwischen Düngen und Mähen genug Zeit walten lassen
  22. Fangkorb früh genug entleeren
  23. Verwenden des richtigen Rasentyps

 

1. Häufiges Mähen (mindestens einmal pro Woche)

Einer der wohl wichtigsten Tipps, mit dem Du relativ einfach einen schönen Rasen bekommst ist schlicht und einfach häufiges Mähen. Als generelle Faustregel gilt hier: Mindestens ein Mal pro Woche mähen. Dabei erlangst Du bessere Ergebnisse, wenn Du noch häufiger mähst. Durch das häufige Mähen wird der Rasen robuster und wächst in die Breite. Außerdem kann Unkraut nicht blühen und sich so nicht weiter verbreiten. Langfristig reduzierst Du den Anteil fremder Pflanzen, wenn Du den Rasen immer schön kurz hältst.

Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, die Du bei der Häufigkeit des Rasenmähens berücksichtigen solltest:

  • Temperatur
  • Regen
  • Trockenheit
  • Jahreszeit
  • Düngung
  • Rasensorte

Temperatur und Regen

Bei höherer Temperatur wächst der Rasen schneller. Die optimalen Wachstumsbedingungen herrschen zwischen 15 und 25 Grad Celsius.Insbesondere wenn es zusätzlich viel Regnet, solltest Du den Rasen dann noch häufiger mähen, mindestens zwei Mal die Woche. Mit einem herkömmlichen Rasenmäher solltest Du dann allerdings versuchen, nicht genau dann zu mähen, wenn der Rasen nass ist (siehe hierzu weiter unten).

Trockenheit und Jahreszeit

Große Trockenheit und Hitze verringert das Wachstum. Im Hochsommer kannst Du daher auch mal seltener mähen, wenn es in den letzten Tagen sehr trocken war. Auch während der kälteren Zeit des Jahres kannst Du seltener mähen. Durch Kälte und weniger Licht verlangsamt sich das Wachstum des Rasens. Gänzlich verzichten solltest Du auf das Rasen mähen allerdings nicht. Wenn Du zu früh im Jahr komplett aufhörst, den Rasen zu mähen, sorgt das dafür, dass fremde Gräser und Unkraut sich schneller breit machen können.

Rasensorte

Auch die Rasensorte spielt eine Rolle. Wenn Du weißt, welche Rasensorte in Deinem Garten gepflanzt wurde, kannst Du entsprechend häufiger oder seltener mähen. Auf Nutzrasen kommen häufig robuste Sorten wie z. B. Wiesenrispe und deutsches Weidelgras zum Einsatz. Diese wachsen schneller nach und müssen dementsprechend häufiger nachgeschnitten werden.

Zierrasen nutzen häufig Sorten wie Rotschwingel und Straußgras. Diese Sorten wachsen langsamer und müssen nicht ganz so häufig gemäht werden.

2. Die optimale Schnitthöhe einstellen

Du solltest den Rasen nicht zu kurz schneiden. Die optimale Schnitthöhe liegt bei vielen Rasen bei 40 bis 50 mm. Die Angaben variieren hier. Dies liegt z. T. auch daran, dass es auf den Rasentyp und seine Verwendung ankommt. Während der Nutzrasen zwischen 35 und 50 mm lang sein sollte, um die Strapazierfähigkeit zu gewährleisten, werden Zierrasen meist auf 20 bis 30 mm herunter geschnitten.

Außer dem Nutz- und dem Zierrasen gibt es noch den selteneren Schattenrasen, der nicht kürzer als 50 mm, am besten aber auf 70 mm gemäht werden sollte.

Doch die richtige Einstellung hängt nicht nur vom Typ des Rasens ab, sondern auch von weiteren Faktoren, wie etwa Jahreszeit, Temperatur und weitere Faktoren, auf die ich in den nächsten Punkten eingehe.

3. Bei Trockenheit, im Herbst, oder an schattigen Stellen weniger abschneiden

Bei starker Hitze und bei Trockenheit solltest du unabhängig vom Rasentyp 15 mm mehr stehen lassen. Längere Grashalme schützen den Boden vor Austrocknung. Auch sie selber trocknen dadurch nicht so schnell aus und sind besser vor Verbrennung geschützt. Wenn du weißt, dass in den folgenden Tagen eine längere Hitzeperiode bevorsteht, lasse also etwas mehr vom Rasen stehen.

Im Herbst solltest du ebenfalls etwa 15 mm auf die länge drauf rechnen. Genau wie beim Schattenrasen liegt es an der geringeren Sonneneinstrahlung. Die Grashalme brauchen im Herbst mehr Blattoberfläche, um genügend Sonnenenergie abzubekommen.

4. Die “Ein-Drittel-Regel” beachten

Eine wichtige Faustregel beim Einstellen der richtigen Schnitthöhe ist die “Ein-Drittel-Regel”. Diese besagt, dass unabhängig von allen anderen Faktoren, niemals mehr als ein Drittel des Rasens auf einmal abgeschnitten werden sollte. Wenn der Rasen also 80 mm hoch ist und Du möchtest ihn auf 40 mm runter schneiden, solltest du Etappenweise vorgehen.

Beim ersten Mal mähen solltest du ihn dann erst mal auf 60 mm mähen, ihm ein paar Tage Pause gönnen, um ihn dann auf 40 mm runter zu schneiden. Schneidest Du zu viel auf einmal weg, leiden die empfindlichen Pflanzen unter dem Schock.

5. Schnitthöhe nach dem Urlaub langsam wieder anpassen

Die eben erwähnte “Ein-Drittel-Regel” findet besonders häufig nach dem Urlaub anwendung. Denn wenn Du gerade aus dem Urlaub zurück kehrst und du nicht über einen Mähroboter verfügst, der während deiner Abwesenheit für dich gemäht hat, steht das Gras wahrscheinlich ziemlich hoch.

Hier solltest Du also auf keinen Fall direkt alles runter schneiden, sondern in mindestens zwei Schritten langsam mit der Schnitthöhe nach unten gehen, mit einigen Tagen Pause zwischendurch. Bei 100 mm Höhe gehst du beispielsweise auf 70 mm und dann auf 50 mm, wenn 50 mm dein Ziel sind. Möchtest du ihn noch kürzer haben, musst du dann noch ein weiteres Mal runter gehen.

Auf jeden Fall solltest du dich langsam an die Höhe wieder heran tasten, um Deinen Rasen nicht auf einmal zu viel Schaden zuzufügen, wie auch unter Punkt 4 erklärt.

Hier habe ich noch mal die optimalen Schnitthöhen zusammengefasst:

Situation Zierrasen Nutzrasen Schattenrasen
erster Schnitt im Jahr 80 mm 80 mm 100 mm
normale Witterung 35-45 mm 30-40 mm 70-80 mm
bei Trockenheit und Hitze 50-60 mm 45-50 mm 100-150 mm
bei Dauernässe 40-50 mm 35-45 mm 85-95 mm
letzter Schnitt im Jahr 20-30 mm 30-40 mm 90 mm
absolute Mindesthöhe 20-25 mm 30-35 mm 60-70 mm

6. Nicht bei Nässe mähen

Ein gewöhnlicher Rasenmäher sollte nicht bei Nässe mähen. Zum einen kann es sein, dass die Halme durch den Regen umgefallen sind und sich so nicht gut mähen lassen. Außerdem werden die Grashalme bei Nässe meist nicht sehr sauber abgeschnitten. Das Hauptproblem besteht allerdings eher darin, dass der Rasenschnitt stark verklumpt und verklebt. Dadurch verschmutzt insbesondere das Mähwerk deutlich schneller und ist schwieriger zu reinigen.

Wenn Du einen Mulchmäher einsetzt, solltest du je nach Länge, die vom Rasen abgeschnitten wird, ebenso nicht bei Regen und Nässe mähen. Der Nasse Schnitt ist relativ schwer und wirkt wie eine Abdeckung. Es dringt weniger Licht zum Rasen vor und es kann sich sogar Fäulnis bilden.

Wenn Du allerdings einen Mähroboter einsetzt – grundsätzlich mulchen alle Mähroboter – ist dies kein Problem, da diese aufgrund der Tatsache, dass sie sehr häufig mähen, immer nur ein sehr kleines Stück oben abschneiden. Manche Mähroboter sollen sogar besser mähen, wenn der Rasen etwas feucht ist. Doch auch sie verschmutzen leider schneller, wenn sie nassen Rasen mähen.

7. Zur richtigen Tageszeit mähen

Mähst Du Deinen Rasen manchmal in der prallen Mittagssonne? Wenn ja, solltest Du damit schleunigst aufhören. Die frisch geschnittenen Grashalme sind sehr anfällig gegenüber Austrocknung und Verbrennung. Sie haben den starken Sonnenstrahlen nichts entgegenzusetzen und welken gnadenlos in der Mittagshitze vor sich hin.

Auch Nachmittags kann sie Sonne noch ziemlich stark scheinen, besonders im Hochsommer. Dann werden meist auch die Maximaltemperaturen erreicht. Hier solltest du also besser nicht mähen. Das Ergebnis sind sonst gelbliche, leicht ins graue gehende Grasspitzen. Ist dir so etwas bei Deinem Rasen schon aufgefallen, solltest du überprüfen, ob du zur richtigen Tageszeit mähst.

Die besten Zeiten zum Rasenmähen sind entweder am Vormittag oder am frühen Abend bis maximal 20 Uhr – danach dürfen nur noch sehr leise Mähroboter mähen. Aber Achtung: Am frühen Morgen kann das Gras noch nass vom Morgentau sein.

8. Die Schnittbreite des Rasenmähers beachten

Du solltest die gesamte Schnittbreite des Rasenmähers ausnutzen. Damit sparst Du nicht nur Zeit, sondern erzielst auch ein einheitliches Schnittbild. Um keine Streifen und Spuren zu haben, sollte der Rasenmäher jedoch immer etwa eine Radbreite in die bereits gemähte Rasenfläche hineinragen. So erhältst Du eine sauber geschnittene, einheitliche Rasenfläche.

9. An Rasenkanten Sorgfalt walten lassen

An der Rasenkante solltest Du Sorgfalt walten lassen, je nachdem wie die Rasenkante beschaffen ist. Hast Du eine sogenannte “englische Rasenkante”, ist der Rand des Rasens also gerade abgestochen, ist es wichtig beim Mähen darauf zu achten, dass der Rasenmäher nicht mit einer Seite über die Kante rutscht. Dadurch mähe er sonst so tief, dass er nicht nur den Rasen mäht, sondern die Grasnarbe gleich direkt mit.

Entgegenwirken kannst du dem, indem du Rasenkantensteine verlegst. Auch wenn du über einen Rasenroboter verfügst, ist das eine sehr sinnvolle Investition, denn hierdurch kann er sehr saubere Kanten schneiden, die andernfalls per Hand nachgeschnitten werden müssten.

10. An Böschungen quer zum Gefälle mähen

An Hängen, Schrägen oder Böschungen solltest Du quer zum Gefälle mähen. Ein wichtiger Grund ist hierbei auch die Sicherheit. Solltest Du einmal versehentlich stolpern und in Richtung gefälle mähen, kann der Rasenmäher zurück in Deine Richtung rollen, im schlimmsten Fall sogar über Dich drüber. Zu Deiner Sicherheit solltest du also stets quer zum Gefälle mähen.

Doch auch für den Rasen kann es wichtig sein. Wenn du in Richtung gefälle mähst, kann es dort, wo das Gefällt sich ändert, passieren, dass der Rasen zu tief gemäht wird, oder das Mähwerk sogar bis in die Grasnarbe hinein mäht. In den “Tälern” hingegen kommt das Mähwerk dann nicht richtig dran und schneidet zu wenig oder gar nichts vom Rasen ab.

11. Mähen mit scharfen Messern

Ein gerne unterschätzter Faktor für ein gesundes und schönes Rasenbild sind scharfe Klingen. Es ist wichtig, dass die Klingen beim Rasenmäher regelmäßig ausgetauscht oder geschärft werden. Es gibt verschiedene Faktoren, die darüber bestimmen, wie oft das geschehen sollte.

Hierzu zählen:
  • Material bzw. Härte des Messers
  • Häufigkeit des Einsatzes
  • Beschaffenheit des Messers
  • Schliff des Messers
  • Rasensorte
  • Gegenstände die Häufig ins Mähwerk geraten, wie Fallobst oder Tannenzapfen

Es dürfte meist Ausreichend sein, wenn Du zu Saisonbeginn bei einem gewöhnlichen Rasenmäher das Messer einmal schleifst oder austauschst. Für ein schöneres Ergebnis lohnt es sich jedoch, nach ein paar Monaten dies noch ein zweites Mal zu tun.

Bei Mährobotern kommt es auf das Mähwerk an. Manche Modelle haben ein sternförmiges Mähkreuz. Es reicht aus, wenn Du es zu Saisonbeginn einmal austauschst. Dies ist bei diesen Rasenrobotern meist sehr einfach.

Andere Modelle haben eine oder mehrere Drehscheiben mit 3 bis 4 kleinen Messern. Diese müssen alle 4 bis 12 Wochen ausgetauscht werden. Hier musst Du einfach etwas Erfahrung sammeln. Die Messer müssen zwar häufig ausgetauscht werden, sind aber deutlich günstiger und Du hast stets einen sehr gut geschnittenen Rasen.

Genereller Tipp: Schau dir die Schnittkanten an den Spitzen der Grashalme nach dem Mähen an. Wenn diese unsauber oder ausgefranst sind, ist es Zeit die Messer auszuwechseln oder nachzuschärfen.

12. Rasenmäher mit hoher Drehzahl vewenden

Bei den in Deutschland üblichen Sichelmähern, die das Gras anders als die Spindelmäher, mit einer waagerecht rotierenden Scheibe schneiden, ist es wichtig, dass der Rotor des Mähroboters eine hohe Drehzahl hat. Eine höhere Drehzahl bedeutet, dass die Grashalme sauberer geschnitten werden. Das ergibt auch Sinn. Ähnlich wie bei einem Papier, das Du versuchst in der Mitte zu zerreißen, geht es oft leichter und sauberer mit einem kräftigen Ruck, als wenn Du es ganz langsam machst.

13. Langes Schnittgut nicht liegen lassen

Du solltest langes Schnittgut nicht auf dem Rasen liegen lassen, sonst kann der Rasen nicht mehr genug Luft und auch weniger Licht abbekommen. Außerdem kann sich Moos bilden oder es können sich Pilze ausbreiten, die dem Rasen schaden.

Wenn du den Rasen mulchen möchtest, musst du darauf achten, dass das Schnittgut kurz ist und am besten auch trocken. Langes Schnittgut braucht zu lange zum Verrotten. Es entsteht einfach zu viel tote Biomasse auf einmal.

Mähroboter gehen hier übrigens ganz automatisch richtig vor. Sie schneiden immer nur ein winziges kleines Stück oben ab, da sie den Rasen jeden zweiten Tag oder manchmal sogar jeden Tag mähen. Bei so kleinen Mengen kann der Mulch sogar nass sein, ohne dass es dem Rasen schadet.

14. Mit einem Mulchmäher mähen

Ein Mulchmäher funktioniert ähnlich wie ein Rasenmäher, mit dem Unterschied, dass beim Mulchmäher das Schnittgut auf dem Rasen liegen bleibt. Da zu langes Schnittgut, das auf dem Rasen liegt aber zu Problemen führt, wie Du im vorherigen Punkt schon gelernt hast, verfügen Mulchmäher meist über ein zusätzliches Schnittwerk, das das Schnittgut weiter zerkleinert.

Alternativ kannst du auch einen Mähroboter einsetzen, wie oben schon beschrieben. Alle Mähroboter sind Mulchmäher und schneiden immer eine kleine Spitze des Grashalmes oben ab.

Eine weitere Alternative zu einem kompletten Mulchmäher ist entweder nur mit seinem Rasenmäher zumähen und den Fangkorb nicht einzusetzen. Hier musst Du dann allerdings extrem darauf achten, dass der Rasenschnitt nicht zu lang wird. Außerdem gibt es spezielle Mulchadapter, die sich hinten am Rasenmäher anbringen lassen, dort wo normalerweise der Fangkorb sein würde.

In diesem Video wird das auch noch mal ganz gut erklärt und gezeigt:

15. Rasen vor dem Mähen nicht betreten

Vor dem Mähen solltest Du den Rasen nicht betreten. Und auch während dem Mähen solltest Du nach Möglichkeit nur dort laufen, wo du bereits gemäht hast. Das Gras richtet sich nur langsam wieder auf und wird dadurch vom Messer des Mähers nicht oder nur kaum erreicht. Als Folge wird der Rasen nicht auf gleicher Höhe gemäht und Du erhältst so ein uneinheitliches Bild.

Gibt es Stellen in Deinem Garten, wo du es nicht vermeiden kannst, beim Mähen auf den noch nicht gemähten Rasen zu treten? Überlege einmal, ob Du die Route die du beim Mähen fährst, nicht vielleicht ändern könntest.

Bei Mährobotern besteht dieses Problem natürlich nicht, da sie ja autonom fahren und Du den Rasen beim Mähen gar nicht betreten musst. Tust du es doch und der Mähroboter erwischt den Rasen deshalb nicht richtig, dauert es meist nicht lange, bis er dieselbe Stelle erneut mäht.

16. Im Herbst lange genug mähen

Ein Fehler der von sehr vielen Hobby-Gärtnern begangen wird ist, im Herbst zu früh mit dem Mähen aufzuhören. Gefühlt scheint der Rasen nicht mehr sonderlich viel zu wachsen und da Du Dich eh nicht mehr viel im Garten aufhältst, ist hier ja nicht mehr viel zu tun.

Das ist leider nicht richtig: Der Rasen wächst so lange, bis der erste Frost einsetzt. Daher solltest Du weiterhin mindestens einmal alle zwei Wochen mähen, selbst wenn es schon recht kalt ist. Sobald die erste Frostnacht eingesetzt hat, mähst Du am besten am Folgetag noch ein allerletztes Mal mit der richtigen Schnitthöhe zur Überwinterung, wie in der Tabelle oben unter Punkt 5 bereits beschrieben.

17. Nicht bei Frost mähen

Im Winter wenn es kalt ist, wächst der Rasen ohnehin nicht mehr, da brauchst Du nicht mehr mähen. Aber es kann auch im späten Herbst, oder im Frühling vorkommen, dass der Rasen über Nacht gefroren ist. Auch dann solltest du den Rasen nicht mähen. Das Problem ist, dass der gefrorene Rasen dann einfach abbricht, statt geschnitten zu werden.

Das beschädigt den Rasen sehr stark und kann dazu führen, dass sich Pilze und andere Krankheiten leichter ausbreiten können. Aus dem selben Grund solltest du es auch, wenn irgend möglich, vermeiden den gefrorenen Rasen zu betreten. Wenn er unter einer Schneedecke begraben ist, ist dies natürlich kein Problem.

18. Den Rasen vor dem Winter kurz schneiden

Damit dein Rasen besser durch den Winter kommt, ist es sinnvoll, ihn für die Überwinterung beim letzten Mal mähen im Jahr auf 20 – 30 mm herunter zu schneiden. Du solltest vor allen Dingen bedenken, dass der Rasen, je nach Standort, im Winter durch Schnee und Eis belastet ist. Je länger er ist, desto größer ist die Gefahr, dass er dadurch gebogen oder geknickt wird. Aus diesem Grund ist es ratsam, ihn über Winter möglichst kurz zu schneiden.

Schattenrasen kannst du dabei jedoch etwas länger lassen. Dieser sollte niemals unter 60 mm geschnitten werden. Du kannst ihn vor dem Winter auch auf 90 mm schneiden. Da er meist an Stellen liegt, an denen nicht all zu viel Schnell fällt und er auch etwas mehr Standfestigkeit hat, stellt das für diesen Rasen kein Problem dar.

19. Im Frühjahr den Rasen nicht zu früh schneiden

Zum Ende des Winters, wenn der Frühling langsam beginnt, fängt der Rasen auch wieder an zu wachsen. So lange wurde der Rasen schon nicht mehr gemäht, natürlich sieht er dann wie Kraut und Rüben aus. Du kannst es dann wahrscheinlich kaum erwarten, endlich wieder den Rasenmäher raus zu holen.

Doch Achtung: Im Frühling solltest Du den Rasen einmal richtig auswachsen lassen. Die Grashalme sollten erst einmal 80 bis 100 mm lang wachsen. Außerdem ist es nicht gut, den Rasen zu mähen, wenn über Nacht noch Frost einsetzt. Erst wenn es Nachts nicht mehr unter 5° Celsius kalt wird, solltest du mit dem Mähen beginnen.

Hier gibt es auch eine Formel, mit der Du ausrechnen kannst, ob es Zeit ist den Rasen zu mähen: Addiere alle Temperaturen ab Januar. Wenn das Ergebnis größer ist als 180, kannst Du mit dem Mähen beginnen.

20. Jungen Rasen lang wachsen lassen

Jungen, frisch gesäten Rasen solltest Du nicht zu früh mähen. Das Problem ist, dass die jungen Keinlinge womöglich noch nicht richtig verwurzelt sind. Anstatt geschnitten zu werden, werden Sie dann einfach aus dem Boden herausgerissen. Auf der anderen Seite sollte der Rasen aber auch nicht all zu weit in die höhe wachsen, da sich der Vegetationspunkt sonst zu weit in die Höhe verlagert.

Für die verschiedenen Rasentypen gibt es verschiedene Angaben, wann Du sie bei Neuaussaat das erste Mal mähen solltest.

  • Nutz- und Sportrasen: 7 – 8 mm
  • Zierrasen: 8 – 8,5 mm
  • Schattenrasen: 9 – 10 mm

21. Zwischen Düngen und Mähen genug Zeit walten lassen

Ab und an solltest du deinen Rasen düngen. Dies gilt auch, wenn du ihn mit einem Mähroboter mulchst. Du solltest allerdings zwischen dem Düngen und dem Mähen mindestens einen, wenn nicht zwei Tage Zeit lassen. Schaue ob du auf dem Rasen noch Rückstände vom Dünger erkennen kannst. Dieser sollte komplett in den Boden eingezogen sein.

Sollten noch deutliche Rückstände des Düngers auf dem Rasen sein, kann dieser den Rasenmäher verkleben. Es soll sogar vorkommen, dass das Mittel chemisch mit den Messer, oder bei Mährobotern sogar mit den Ladekontakten, reagiert und diese beschädigt. Hier solltest Du also Vorsicht walten lassen.

22. Fangkorb früh genug entleeren

Du solltest nicht unterschätzen, wie viel ein voller Fangkorb an zusätzlichem Gewicht bringt, das über die Räder dann auf den Rasen übertragen wird. Insbesondere bei nassem Gras drücken die Räder des Rasenmähers den Rasen deutlich stärker runter und es könnten Spurrillen entstehen. Es ist also durchaus sinnvoll, den Fangkorb nicht erst komplett voll werden zu lassen, bevor Du ihn leerst, besonders bei nassem Gras.

23. Verwenden der richtigen Rasensorte

Ich habe hier im Artikel schon an einigen Stellen angesprochen, dass es verschiedene Rasensorten gibt. Je nach Nutzung des Rasens eigenen sich andere Sorten. Es gibt jedoch auch Qualitätsunterschiede. Im Groben werden folgende Sorten eingesetzt:

Nutzrasen

  • Sorten: Hier kommen Sorten wie Weidelgras und Wiesenrispe zum Einsatz. Es kommen aber auch pflegeleichte Mischungen zum Einsatz, die fast alle Grassorten enthalten.
  • Eigenschaften: Diese Sorten wachsen schneller wieder nach und können entstandene Kahlstellen schneller wieder schließen

Zierrasen

  • Sorten: Es werden feinblättrige Arten wie Straßgras, Rotes Straßgras, Horst-Rot-Schwingel und Haarblättriger Schwingel eingesetzt
  • Eigenschaften: Durch ein verlangsamtes Wachstum verringert sich der Pflegeaufwand. Durch die feineren Blätter wirkt der Rasen optisch ansprechender

Schattenrasen

  • Sorten: Hainrispen und ähnliche Gräser werden verwendet
  • Eigenschaften: Diese für schattige Standorte geeigneten Sorten kommen mit weniger Licht aus und setzen sich besser gegen Unkraut und Moos durch, sind jedoch weniger trittfest

Für eine noch feinere Unterteilung gibt es die sogenannte Regel-Saatgut-Mischung (RSM). Die RSM stellt ein Qualitätsmerkmal dar, da hier nur erprobte Grassorten zum Einsatz kommen, für die strengere Kriterien gelten.

Dies sind die groben Unterteilungen die es gibt, die sich auch noch feiner untergliedern lassen, wobei RSM 1 – 3 für den heimischen Garten interessant sind, je nach Verwendung:

  • RSM 1: Zierrasen: optisch ansprechender Rasen, der nicht häufig gemäht werden muss
  • RSM 2: Gebrauchsrasen: Universalrasen, der aus besonders vielen verschiedenen Sorten besteht, oft im heimischen Garten eingesetzt. Pflegeleicht.
  • RSM 3: Sport- und Spielrasen: Besonders für Sport- und Spielflächen genutzt. Besonders robust.
  • RSM 4 Golfrasen: Spezieller Rasen für die Anforderungen im Golf mit sehr vielen weiteren Untergliederungen für unterschiedliche Zonen
  • RSM 5: Parkplatzrasen: Rasensorte für die Ablage auf Schotterrasenflächen
  • RSM 6: Dachbegrünung: Besonders geeigneter Rasen zur Dachbegrünung mit hohem Kräuteranteil von 35%
  • RSM 7: Landschaftsrasen: Im Landschaftsbau eingesetzte Rasensorten
  • RSM 8: Biotopmischungen: spezielle Rasenmischungen für Biotope

Mähroboter Rasenmischungen

Darüber hinaus gibt es spezielle Rasenmischungen für Mähroboter, die speziell für die Pflege mit Mährobotern ausgelegt sind. Mähroboter können generell auf jedem Rasen betrieben werden, diese Mischungen können jedoch Nährstoffe aus Rasenmulch besonders gut aufnehmen. Meist zeichnen sie sich außerdem durch eine besonders dichte Bewachsung und hohe Robustheit aus.

Abschließende Worte

Vielleicht fühlst Du Dich von der fülle an Ratschlägen jetzt auch etwas erschlagen. Meist kannst Du schon bemerkenswerte Verbesserungen feststellen, wenn Du nur die gröbsten Fehler ausmerzt und an wenigen Stellschrauben drehst. Schaue also zunächst mal, wo das meiste Verbesserungspotential besteht und gibt dem ganzen Zeit, seine Wirkung zu entfalten. Manche Tipps, wie etwa das häufigere Mähen, zeigen erst nach einigen Jahren ihre volle Wirkung.

Über den Autor
matt

matt

Matthias Müller ist einer der Gründer dieses Blogs. Er beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit allen Themen rund um Automatisierung, Robotik und Zukunftstechnologien. Gleichzeitig ist er ein großer Naturliebhaber und daher fasziniert von dem ungewöhnlichen Zusammenspiel aus Robotern und Natur.

Oktober 26, 2018