Mähroboter haben keinen Fangkorb
Foto: Verändert nach Martin Vorel auf Libreshot

Darum gibt es keine Mähroboter mit Fangkorb

Bist du auf der Suche nach einem Mähroboter mit Fangkorb und findest einfach keinen? Dafür gibt es einen Grund! Es gibt keine Mähroboter mit Fangkorb! Warum das so ist, erkläre ich dir in diesem Artikel.

Warum gibt es keine Mähroboter mit Fangkorb? Das Prinzip eines Mähroboters ist ein ausgeklügeltes System, bei dem alle Komponenten aufeinander abgestimmt sind. Ein Fangkorb würde nicht funktionieren, da das Gewicht einerseits dazu führen würde, dass Mähroboter unnötig schwer werden, was schlecht für die Akku-Kapazität ist, andererseits wäre eine deutlich komplexere Technik notwendig, damit der Mähroboter den Fangkorb entleert.

Wenn dich das noch nicht überzeugt hat, dann lies weiter. Ich erkläre dir genau, warum ein Fangkorb bei einem Mähroboter keinen Sinn macht und warum Mähroboter so aufgebaut sind, wie sie aufgebaut sind.

Das Mähroboter-System ist perfekt auf sich selbst abgestimmt

Was den Mähroboter so genial macht ist, dass durch die Art und Weise wie er arbeitet, vermeintliche Nachteile gar keine Nachteile mehr sind. Ich will dir direkt mal ein Beispiel nennen: Der Mähroboter kann keinen Rasenschnitt aufsammeln, da die Technik dafür recht aufwendig wäre.

Er müsste eben einen Fangkorb hinter sich herschleppen. Dieser würde den Mähroboter unnötig schwer machen, so dass der Mähroboter einen größeren Akku und Motor bräuchte. Dadurch würde auch wiederum seine Mähzeit pro Akku-Ladung verringert werden.

Zudem bräuchte der Mähroboter irgendeine Vorrichtung, um den Fangkorb auch zu entleeren. Wo soll das Zeug hin? In die grüne Tonne? Dann bau mal einen Mähroboter, der die grüne Tonne findet, seine Arme zum Deckel ausstreckt, die Tonne öffnet, den Fangkorb zur Tonne anhebt und dort restlos entleert.

Das wäre schon eine aufwendige Technik. Mit einem Komposthaufen wäre es vielleicht ein bisschen einfacher, aber nur ein bisschen.

Das Problem ist also: Irgendwas muss mit dem Rasenschnitt passieren.

Bei einem normalen Rasenmäher könntest du den Rasenschnitt nicht einfach liegen lassen, er würde nicht schnell genug verwittern, würde zu Rasenfilz führen und eventuell sogar anfangen zu faulen.

Der Mähroboter hat aber einen Vorteil: Er kann viel häufiger mähen, da dafür kein Mensch anwesend sein muss. Also dachten sich die Entwickler: Dann lassen wir den Mähroboter einfach so oft mähen, dass bei jedem Mähvorgang nur ganz kurzer Rasenschnitt anfällt, der gar nicht auffällt und super schnell verwittert.

Der Rasenschnitt beim Mähroboter, wenn er häufig genug mäht, nur etwa einen Millimeter lang. So kurzer Rasenschnitt verwittert viel schneller. Und durch seine Verwitterung werden dem Rasen direkt neue Nährstoffe hinzugeführt.

Problem gelöst! Und nicht nur das! Durch das Mulch-Prinzip erhältst du einen gesünderen Rasen. Die dauerhafte Nährstoffzufuhr sorgt für einen gesünderen und kräftigeren Wuchs.

Und noch ein Effekt kommt hinzu: Rasen mag es, sehr häufig geschnitten zu werden. Im Gegensatz zu fremden Pflanzen, wie Unkraut oder Wildgräsern wächst Rasen besonders gut, auch oder gerade, wenn er jeden Tag geschnitten wird.

Er wächst dann stärker in die Breite und bildet einen dichten Teppich. So können sich Unkräuter nicht mehr so gut ansiedeln, da sie weniger Lücken im Rasen finden.

Ein Fangkorb passt nicht zum System eines Rasenroboters

Durch das Mulch-System schlägt der Mähroboter also gleich 3 Fliegen mit einer Klappe: Er umgeht das Problem, dass er technisch nicht in der Lage ist, den Rasenschnitt „wegzubringen“ und sorgt dabei gleichzeitig für eine gute Düngung des Rasens und einen besseren Rasenwuchs.

Das erreicht er nur deshalb, weil er jeden Tag mähen kann, da ja keine menschliche Arbeite notwendig ist und er dabei jedes Mal nur ein kleines bisschen oben abschneidet.

Ein Fangkorb würde dieses Prinzip komplett durcheinanderbringen. Es ist technisch einfach viel zu aufwendig, einen Mähroboter zu bauen, der seinen Fangkorb entleeren kann, zumindest mit unserer jetzigen Technik.

Klar, irgendwie würde das möglich sein, aber dann müsstest du für deinen Mähroboter sicher noch viel mehr ausgeben: Die Geräte sind ja ohnehin nicht billig.

Die einzige Alternative wäre ja sonst, dass du jedes Mal den Fangkorb des Mähroboters selbst ausleeren müsstest. Aber das führt ja die Idee eines Roboters ad absurdum. Er soll ja möglichst alleine Arbeiten, ohne dass du ihm dabei helfen musst.

Was ist noch besonders an der Funktion eines Mähroboters?

Die meisten Mähroboter mähen per Zufall

Es gibt noch eine wichtige Sache, in der sich die meisten Mähroboter ganz entscheidend vom normalen Rasenmähen unterscheiden: Die meisten aktuellen Mähroboter mähen per Zufall.

Auch hier macht man sich eine vermeintliche Schwäche des Mähroboters zunutze. Es ist ja nicht so einfach für einen Mähroboter, sich in einem beliebig geformten Garten zurecht zu finden. Woher soll er wissen, wo überall Rasen ist und wo nicht? Und woher soll er wissen, wo schon gemäht wurde und wo nicht?

Ersteres ist ganz einfach: Die meisten Mähroboter funktionieren mit einem sogenannten Begrenzungskabel. Das verlegst du einmal um die Rasenfläche. Es läuft ein schwacher Strom durch das Kabel, welcher ein elektrisches Feld erzeugt, durch welches der Mähroboter wiederum genau weiß, wo die Rasenfläche aufhört.

Doch die Sache mit dem „wo wurde bereits gemäht und wo noch nicht“ ist schon etwas schwieriger. Die meisten Mähroboter mähen daher einfach per Zufall. Irgendwann haben sie dann einfach jeden Fleck gemäht, das ist einfach das Prinzip des Zufalls.

Auf sehr großen Flächen die am besten auch noch aus mehreren Teilflächen bestehen, kann das dann natürlich doch irgendwann ineffizient werden. Dafür haben bessere Mähroboter dann verschiedenen Funktionen, wie z. B. Fernstartpunkte, Multizonen-Funktion, oder GPS.

Aus der Not wird eine Tugend

Davon abgesehen ist das zufällige Mähen aber gar kein Nachteil: Für das Schnittbild des Rasens ist es nämlich eher ein großer Vorteil, dass der Rasen immer aus einer anderen Richtung gemäht wird. Was also ursprünglich ein Problem war, hat auch einen Nutzen.

Wenn du den Rasen selbst mit einem normalen Rasenmäher mähst, mähst du ihn bestimmt bewusst oder unbewusst immer nach demselben Muster ab. Das führt dazu, dass der Rasen sich nach einer Zeit in eine bestimmte Richtung lehnt. Dadurch entstehen unschöne Streifen auf dem Rasen und das Ganze sieht ungleichmäßig aus.

Beim Rasenroboter hast du ein absolut gleichmäßiges Schnittbild, da der Rasen eben immer aus einer anderen Richtung geschnitten wird.

Außerdem haben viele Mähroboter eine Funktion, bei der sich das Mähwerk immer per Zufall einmal in die eine oder in die andere Richtung dreht. Das dient zwar in erster Linie dazu, die beidseitig geschärften Klingen gleichmäßig abzunutzen, hat aber den zusätzlichen Nebeneffekt, dass auch hierdurch der Rasen immer aus unterschiedlichen Winkeln geschnitten wird.

Manche Mähroboter, insbesondere jene von BOSCH, mähen nicht per Zufall, sondern arbeiten die Fläche systematisch ab. Doch selbst diese Mähroboter variieren das Muster, nachdem sie den Rasen abmähen, bei jedem Durchlauf, damit der Rasen aus unterschiedlichen Richtungen gemäht wird und so verschiedene Wachstumsanreize bekommt.

Gibt es markante Unterschiede zwischen verschiedenen Mährobotern?

Mähroboter unterscheiden sich im Funktionsumfang

Natürlich gibt es große Qualitätsunterschiede zwischen den verschiedenen Modellen und Herstellern. Schließlich gibt es ja auch preislich große Unterschiede. Während ein ALDI Mähroboter gerade einmal 350 Euro kostet, gibt es Mähroboter von HUSQVARNA die 5000 Euro kosten. Und da ist noch lange nicht Schluss, zumindest wenn man Mähroboter für Sportanlagen mit einbezieht 😉

Mähroboter unterscheiden sich darüber Hinaus in ihrem Funktionsumfang und wie sie mit verschiedenen Problemen umgehen. Wie du ja jetzt schon weißt, gibt es Mähroboter die nach dem Chaosprinzip mähen und andere die nach System vorgehen.

Ab der Mittelklasse sind viele Mähroboter in der Lage, mindestens zwischen zwei Flächen zu wechseln, die miteinander verbunden sind. Dafür gibt es sogenannte Fernstartpunkte. Andere nennen das auch Multizonen-Funktion, oder Nebenzonen-Funktion.

Mähroboter von HUSQVARNA und GARDENA verwenden zusätzlich zum Begrenzungskabel auch ein sogenanntes Suchkabel. Ein zusätzliches Kabel, das ist persönlich für sehr sinnvoll und genial halte.

Manche Mähroboter kommen ohne Begrenzungskabel aus

Einen sehr großen Unterschied gibt es darüber hinaus zwischen Mährobotern, die Begrenzungskabel verwenden und jenen, die komplett ohne funktionieren. Bis vor sehr kurzer Zeit waren Mähroboter ohne Begrenzungskabel nur semi-autonom. Das bedeutet, sie konnten sich selbst nicht aufladen, sondern du musstest aufladen. Und sie konnten auch nicht selbstständig auf die Rasenfläche, sondern mussten von einer Person dort „ausgesetzt“ und aktiviert werden.

Diese Mähroboter ohne Begrenzungskabel haben zur Navigation neben ihren Stoßsensoren auch einen Grassensor, der ihnen hilft festzustellen, wo die Rasenfläche aufhört. Das funktioniert natürlich nur bedingt und ist sehr fehleranfällig.

Seit diesem Jahr gibt es auch Mähroboter ohne Begrenzungskabel, die sich mit einer Kamera und künstlicher Intelligenz orientieren. Sie verwenden maschinelles lernen, um jeden Garten individuell kennenzulernen und ihre Mährouten zu optimieren. Ich hatte bisher nur Gelegenheit, einen ersten Blick auf solche Geräte zu werfen, doch bald folgt hier mehr Content. In diesem Artikel habe ich schon mal einen ersten Blick auf diese KI-Mähroboter geworfen.

Mehr über die Funktionsweise von Mährobotern erfährst du hier. Wenn du einen besseren Überblick über die verschiedenen Funktionen und Techniken haben willst, die von den verschiedenen Modellen und Herstellern genutzt werden, dann schau dir mal diesen Artikel von mir an.

Matthias

Matthias Müller ist einer der Gründer dieses Blogs. Er beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit allen Themen rund um Automatisierung, Robotik und Zukunftstechnologien. Gleichzeitig ist er ein großer Naturliebhaber und daher fasziniert von dem ungewöhnlichen Zusammenspiel aus Robotern und Natur.

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Juli 6, 2020

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