Mähroboter die bis zum Rand mähen

Diese Mähroboter mähen bis zum Rand

So gut wie alle Rasenmäher haben mit Rändern und Kanten Probleme. Bei Mähroboter sind diese allerdings noch etwas stärker ausgeprägt als bei normalen Rasenmähern, was häufig als Negativpunkt angesehen wird. Zurecht stellst du dir also die Frage, ob es Mähroboter gibt, die bis zum Rand mähen können und welche das sind. Hier möchte ich dir einen groben Überblick geben.

Welcher Mähroboter mäht bis zum Rand? Aufgrund des Abstands zwischen Mähwerk und Karosserie kommt kein Mähroboter bis ganz an den Rand. Einige Modelle kommen allerdings sehr nahe an den Rand, so dass nur noch einige wenige Zentimeter stehen bleiben. Diese Mähroboter haben einen speziellen Kantenmodus, mit dem sie einmal den Rand abmähen. Zu ihnen zählen Mähroboter der folgenden Hersteller:

  • ROBOMOW
  • WORX
  • AL-KO

Warum ist das mit dem Abstand eigentlich so ein Problem? Welche Modelle gibt es, die bis zum Rand mähen und gibt es da Unterschiede? Das erfährst du in den nächsten Abschnitten.

Nachfolgend ist öfters vom „Kantenmodus“ die Rede, manchmal aber auch von der „Kantenmähfunktion“ oder dem „randnahen Mähen“. Das ist immer mehr oder weniger das gleiche. Die Hersteller nennen ihre Systeme teilweise unterschiedlich und bleiben selbst mit ihren eigenen Modellen nicht immer konsistent in der Bezeichnung.

    1. Welche Mähroboter mähen bis zum Rand?
    2. Der Kantenmodus von ROBOMOW
    3. Die Kantenmähfunktion von WORX
    4. Das randnahe Mähen von AL-KO
    5. Wo liegen die Grenzen des Kantenmähmodus
    6. Verwandte Fragen

Welche Mähroboter mähen bis zum Rand?

Genau wie bei normalen Rasenmähern gibt es praktisch keinen Mähroboter, der komplett bis zum Rand mähen kann. Das liegt daran, dass zwischen dem Mähwerk und der Karosserie konstruktionsbedingt ein gewisser Abstand besteht. Damit der Mähroboter bis zum Rand mähen könnte, müssten die Klingen unter der Karosserie hervorschauen.

Ein Roboter mit einer solchen Konstruktion dürfte womöglich aus Sicherheitsbedenken gar nicht verkauft werden. Ohnehin sind einige Mähroboter, insbesondere jene die einen Messerteller statt ein Sternmesser haben, mit einem zusätzlichen Sicherheitsabstand zwischen Mähwerk und Karosserie ausgestattet, so dass dieser Abstand noch größer ist, als bei anderen Mähroboter oder Rasenmähern.

Doch auch die chaotische Fahrweise erlaubt es den meisten Mährobotern nicht, durch „Zufall“ den Rand richtig zu mähen. Oft treffen sie in einem Winkel auf den Rand, anstatt dass sie parallel zum Rand fahren. Treffen sie beispielsweise Frontal auf den Rand, ist der Abstand zwischen Mähwerk und Karosserie noch größer.

Daher sind die Hersteller mancher Mähroboter auf die Idee gekommen, einen speziellen Kantenmodus zu entwickeln, mit dem der Mähroboter in regelmäßigen Abständen den Rand einmal komplett abfährt und mäht. Dies können vor allen Dingen Modelle der Hersteller ROBOMOW, WORX und AL-KO.

Dies sind einige bekannte Modelle dieser Marken:

  • ROBOMOW RC308u
  • ROBOMOW RS615u
  • WORX Landroid SO500i
  • WORX Landroid M1000i
  • AL-KO Robolinho 500 E
  • AL-KO Robolinho 110

Natürlich gibt es noch viele weitere Modelle dieser Hersteller, auf die ich hier nicht im Detail eingehen kann. Hier soll es ja in erster Linie um die Kantenmähfunktion gehen. Oftmals gibt es von einem Modell eine ähnliche Variante für größere oder kleinere Gärten.

Der Kantenmodus von ROBOMOW

ROBOMOW setzt bei seinen Mährobotern anders als z. B. GARDENA oder HUSQVARNA auf robuste Sternmesser. Diese sind recht groß und reichen sehr nahe an den Rand der Karosserie. Das hat der Vorteil, dass ROBOMOW Mähroboter näher an den Rand kommen, allerdings ist dies gleichzeitig mit einem etwas höheren Verletzungs-Risiko verbunden.

Das bedeutet jedoch nicht, dass ROBOMOW das Sicherheitsproblem ignoriert. Da sich die rotierende Klinge in einer Art beweglicher Wanne befindet, die sich dem Untergrund anpasst, ist trotzdem eine ausreichende Sicherheit gewährleistet. Ein Sternmesser kann allerdings sollte es doch mal zu einem Unfall kommen, schlimmere Verletzungen anrichten, als ein Messerteller. Dafür kommt es wiederum besser mit Laub, Fallobst und Ästen klar.

Das besondere bei ROBOMOW Mährobotern ist aber nicht nur, dass die Klingen näher an den Rand des Mähwerks reichen, sondern der Kantenmodus der Teil der Software ist. Diesen kannst du so programmieren, dass er an bestimmten Tagen, oder auch jeden Tag, vor dem Mähen einmal durchgeführt wird. Der Mähroboter fährt dann außen am Begrenzungskabel entlang und mäht den kompletten Rand.

Es bleibt hierbei entlang von Mauer ein geringer Rasenstreifen von ca. 6 cm stehen. An anderen Rasenbegrenzungen kann der Mähroboter je nach Beschaffenheit dieser Begrenzung den kompletten Rasen mähen. Siehe hierzu Mähroboter Begrenzungskabel: Der richtige Abstand vom Rand.

Die beiden bekanntesten Modelle von ROBOMOW sind der ROBOMOW RC308 und der ROBOMOW RS615u. Diesebeiden Modelle unterscheiden sich hauptsächlich in ihrer Flächenleistung, Größe und Gewicht.

Während der ROBOMOW RC308 eine maximale Flächenleistung von 800 qm aufweist, schafft der ROBOMOW RS615u maximal 1600 qm. Diese Maximalwerte sind allerdings rein fiktiv. Erst vor kurzem habe ich einen Artikel darüber geschrieben, wie du die Quadratmeter-Angaben wirklich lesen musst.

Zudem ist die Schnittbreite beim ROBOMOW RS615u mit 56 cm doppelt so groß wie beim ROBOMOW RC308, was natürlich in die Flächenleistung mit einfließt. Mit 20,2 Kg ist der ROBOMOW RS615u außerdem beinahe doppelt so schwer und gehört damit zu den schwersten Mährobotern.

Ich würde ROBOMOW besonders für mittelgroße bis große Gärten empfehlen, in denen keine Rasenkantensteine verlegt werden sollen. Wenn der Garten viel Laub, Fallobst oder Windwurf hat, eignen sie sich besser als andere Mähroboter mit Kantenmodus. Der Regensensor kann auch ein Vorteil sein. Ob du einen Regensensor brauchst oder nicht, kannst du hier nachlesen. Vorsicht ist allerdings bei Haushalten mit Kindern und Haustieren geboten (am besten Mähzeiten geeignet anpassen). Wenn du dir die beiden Mähroboter einmal näher anschauen willst, findest du sie z. B. hier bei Amazon.

Die Kantenmähfunktion von WORX

Das Mähwerk von WORX Mährobotern ist deutlich anders aufgebaut als jenes von ROBOMOW. WORX Mähroboter haben kein Sternmesser, sondern einen Messerteller mit frei schwingenden Klingen. Davon sind drei Stück an einem Messerteller befestigt. Durch die Rotation werden sie beim Mähen nach außen gedrückt. Das Verletzungsrisiko ist bei solch einem Mähwerk etwas kleiner.

Viele Mähroboter mit Messerteller haben zudem einen ziemlich großen Sicherheitsabstand zwischen Mähwerk und Karosserie. Nicht so allerdings bei WORX. Hier wird das Ganze etwas anders gelöst. Das Mähwerk sitzt nicht zentral unterm Mähroboter, sondern ist nach rechts hin versetzt, wenn du von oben auf den Mähroboter schaust.

An dieser Seite kommt der Mähwerk sehr dicht an den äußeren Rand des Mähroboters. Damit die Sicherheit jedoch weiterhin gewährleistet ist, sollte der Mähroboter mal jemandem über den Fuß fahren, befindest auf dieser Seite eine Art Gitter, durch die nur das Gras dringt, nicht jedoch aber ein Fuß oder anderer Gegenstand, der unter den Mähroboter gerät.

Auch WORX Mähroboter verfügen über einen Kantenmodus, die entsprechende Funktion nennt sich „Cut to Edge“. Das Prinzip ist das gleiche wie bei ROBOMOW. Der Mähroboter fährt in regelmäßigen Intervallen außen am Begrenzungskabel entlang, gegen den Uhrzeigersinn. Dadurch befindet sich das versetzte Mähwerk auf der Außenseite, wo das Gras gemäht werden soll und der Mähroboter kommt so sehr weit an den Rand.

Entlang von festen Hindernissen, wie beispielsweise Mauern, bleibt so ein dünner Streifen Gras von etwa 6 cm stehen. Entlang von Blumenbeeten oder ebenerdigen Abgrenzungen kann der Mähroboter sogar komplett bis zum Rand mähen, wenn er ein kleines Stück über den Rand des Rasens hinausfahren kann. Hier kommt es darauf an, wie du das Begrenzungskabel verlegst. Mehr dazu erfährst du hier.

Zwei sehr populäre Modelle von WORX sind der WORX Landroid SO500i und der WORX Landroid M1000i, auch diese beiden Modelle unterscheiden sich im Wesentlichen durch ihre Flächenleistung. Der SO500i hat eine Flächenleistung von maximal 500 qm, während der M1000i auf ganze 1000 qm kommt. Die Bezeichnungen der Geräte sind hier sehr hilfreich, da sie direkt einen Rückschluss auf die maximale Flächenleistung zulassen.

Der SO500i hat im Gegensatz zum M1000i keine PIN-Code Sicherung gegen Diebstahl. Ansonsten sind viele der Funktionen gleich oder sehr ähnlich. Bei haben die Kantenmähfunktion, um die es hier im Artikel ja geht, beide haben einen Regensensor, sind per App steuerbar, verwenden die patentierte AIA Technologie von WORX zur besseren Navigation und haben ein Multi-Zonen-Programm.

Die Geräte sind etwas günstiger als die Geräte von ROBOMOW, sind aber auch gleichzeitig für etwas kleinere Flächen gedacht. Generell sind WORX Mähroboter dem Mittelklasse Segment zuzuordnen und haben ein recht gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Ich würde WORX Mähroboter für kleine bis mittlere Gärten empfehlen, die nicht zu viel Fallobst, Laub oder Windwurf haben. Sie eignen sich aufgrund des Mähwerks etwas besser für Haushalte mit Kindern und Haustieren, da die Klingen nicht ganz so martialische Verletzungen und Schäden anrichten können wie bei einem Sternmesser. WORX Mähroboter sind vergleichsweise günstig bei guter Qualität. Hier kannst du oft gut Schnäppchen machen, besonders wenn du auf die Aktionen diverser Baumärkte achtest, die die Geräte vertreiben. Es gibt sie auch bei Amazon, wenn du sie dir schon mal anschauen möchtest.

Mehr Informationen zum WORX Landroid M1000i erhältst du auch auf der Hersteller-Seite: WORX Landroid M1000i

Der WORX SO500i wird aktuell durch ein neueres Modell ersetzt und ist daher nicht mehr auf der Hersteller-Seite zu finden. Er wird aber noch eine  ganze Weile im Handel erhältlich sein, zu besonders günstigen Konditionen.

Das randnahe Mähen von AL-KO

Auch die Robolinho genannten Mähroboter von AL-KO verfügen über einen Kantenmodus. AL-KO verwendet bei seinen Mährobotern ein ganz eigenes Mähwerk, das mit keinem anderen Vergleichbar ist. Sie nennen dieses System Double-Cut-System (DCS). Es soll für einen besonders feinen Mikro-Grasschnitt sorgen, der noch besser verwittert.

Das Mähwerk ist zentral unterm Mähroboter platziert und hat meiner Ansicht nach einen relativ großen Abstand zur Karosserie.

Der Kantenmodus nennt sich bei AL-KO einfach „Randmähen“. Ähnlich wie bei den anderen hier vorgestellten Modellen fährt der Mähroboter einmal außen am Begrenzungskabel entlang.

Der Hersteller ist leider recht sparsam was genaue Informationen zum Randmähen angeht, daher kann ich hierzu noch nicht zu viel sagen, ich möchte dir die Geräte aber dennoch nicht vorenthalten.

Das besondere an AL-KO Mährobotern gegenüber den anderen hier vorgestellten Herstellern deren Mähroboter einen Kantenmodus haben, ist dass AL-KO Mähroboter auf einen Regensensor verzichten und so konstruiert sind, dass sie mit den meisten Wetterlagen sehr gut klar kommen. Auch bei Nässe haben sie an Steigungen zumindest weniger Probleme als ROBOMOW und WORX.

Preislich rangieren AL-KO Mähroboter im unteren Mittelklassesegment. Wenn du einen guten AL-KO Händler bei dir in der Nähe hast, kann das sicher eine gute Alternative zu den obigen Modellen sein.

Das bekannteste Modell von AL-KO ist der AL-KO Robolinho 110. Er hat eine Flächenleistung von maximal 700 qm. Denke jedoch daran, dass die tatsächliche Flächenleistung kleiner ist. Ich persönlich würde den Mähroboter empfehlen, wenn folgende Dinge auf dich und deinen Garten zutreffen:

  • Du möchtest ein Vergleichsweise günstiges Modell
  • Die Flächenleistung ist für deinen Garten ausreichend (ich denke mehr als 500 qm geht in der Praxis nicht)
  • In deiner Gegend regnet es viel
  • Dir ist ein Kantenmodus wichtig, weil du keine Rasenkantensteine verlegen möchtest

Das Gerät kannst du dir auch bei Amazon anschauen.

Wo liegen die Grenzen des Kantenmähmodus

Der Kantenmodus der hier vorgestellten Geräte hat seine Vorzüge. Der Mähroboter kommt näher an den Rand heran, wodurch das lästige Nachtrimmen in manchen Bereichen wegfällt. An festen Hindernissen wie z. B. Mauern oder Zäunen musst du jedoch nach wie vor nachtrimmen, da der Mähroboter ganz gleich welches Modell, eben nicht bis ganz an den Rand kommt.

Abhilfe können da Rasenkantensteine bieten. Zusammen mit einem Kantenmodus kannst du besonders schmale Rasenkantensteine verlegen. Denke jedoch auch an die Zukunft: Möchtest du irgendwann auf einen anderen Mähroboter wechseln, der keinen Kantenmodus hat, brauchst du eventuell breitere Rasenkantensteine. Falls dich das Thema interessiert, schau dir einmal meinen Artikel zur Rasenbegrenzung für Mähroboter an. Geeignete Rasenkantensteine findest du hier.

Der Kantenmodus funktioniert nur richtig, wenn der Rand immer frei von jeglichen Hindernissen ist, ansonsten kann es zu Problemen kommen. Es ist also wichtig, dass der Randbereich immer frei ist und hier nicht auf einmal ein Blumenkübel oder dergleichen steht.

Da die hier vorgestellten Mähroboter allesamt das Begrenzungskabel auch zur Navigation nutzen, um beispielsweise zurück zur Ladestation zu finden, ist es absolut notwendig, dass der Randbereich nie blockiert ist. Mähroboter mit Suchkabel, wie z. B. GARDENA oder HUSQVARNA haben dieses Problem nicht.

Eine weitere Limitierung des Kantenmähmodus ist die Tatsache, dass hiermit nicht der Rand von Inseln gemäht werden kann, da der Mähroboter die Inseln über das Begrenzungskabel nicht finden kann. Das Begrenzungskabel das zur Insel hin- und wieder zurückführt, ist für den Mähroboter quasi nicht existent, da sich hier das Magnetfeld des Kabels gewollter Weise aufhebt. Dadurch kann er auch nicht über das Kabel zur Insel fahren.

Das Problem lässt sich teilweise umgehen, indem du „Pseudoinseln“ anlegst. Wenn du wissen willst, wie du Inseln und Pseudoinseln mit dem Begrenzungskabel anlegen kannst, dann lies dir am besten diesen Artikel durch.

Verwandte Fragen

Können Mähroboter über Kieswege fahren? Mähroboter sollten Kieswege nicht ohne weiteres überqueren, da das Mähwerk hierbei Schaden nehmen kann. Außerdem kann der Mähroboter sich in sehr tiefem Kies auch festfahren. Stattdessen sollte eine Überbrückung mit Gehwegplatten oder einer Passagenschaltung geschaffen werden.

Auch interessant: Garten mit Kieswegen: Sichere Überquerung mit dem Mähroboter

Mähroboter und Bäume im Garten. Wie verträgt sich das? Befinden sich Bäume im Garten, sollten diese für den Betrieb eines Mähroboters am besten mit dem Begrenzungskabel ausgegrenzt werden. Hierfür können mit dem Kabel Inseln angelegt werden. Gerade bei Bäumen mit flachen Wurzeln können Mähroboter an herausragenden Wurzeln hängen bleiben. Außerdem ist es nicht schön für die Karosserie, wenn sie ständig gegen Bäume stößt.

Auch interessant: Inseln für Mähroboter anlegen: Anleitung mit Grafiken

Über den Autor
Matthias

Matthias

Matthias Müller ist einer der Gründer dieses Blogs. Er beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit allen Themen rund um Automatisierung, Robotik und Zukunftstechnologien. Gleichzeitig ist er ein großer Naturliebhaber und daher fasziniert von dem ungewöhnlichen Zusammenspiel aus Robotern und Natur.

Mai 10, 2019

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