Helfen Mähroboter gegen Unkraut?

Du hast bestimmt schon an der ein oder anderen Stelle gehört, dass Mähroboter gegen Unkraut helfen sollen. Oft werben die Hersteller nämlich damit. Ich habe mir dieselbe Frage gestellt und möchte in diesem Artikel mal Licht ins Dunkel bringen. Für die Schnellüberflieder, die nicht alles zu detailliert wissen wollen, hier also erst mal die kurze Antwort auf die Frage, ob Mähroboter tatsächlich gegen Unkraut helfen.

Mähroboter helfen gegen Unkraut. Das häufige Mähen vertragen viele Unkräuter und Wildgräser nicht. Der Rasen hingegen ist extra an diese Bedingungen angepasst. Er erholt sich schneller vom Mähen und wächst schön dicht und in die Breite, was ihn generell weniger anfällig für Unkraut macht. Hochwachsendes Unkraut hat es unter diesen Bedingungen außerdem schwer sich auszubreiten und fortzupflanzen, da sich ausbildende Knospen weggemäht werden, bevor sie überhaupt aufgehen können. Auch durch das Mulchen verbessert sich das Rasenwachstum und die Unkräuter nehmen ab.

Allerdings wirkt der Mähroboter hier nur unterstützend als einer von vielen Faktoren. Gibt es andere Ursachen, die die Ausbreitung von Unkraut auf deinem Rasen begünstigen, kann auch der Mähroboter nicht unbedingt viel ausrichten. Manche Mähroboterbesitzer berichten sogar, dass sie seit dem Einsatz des Mähroboters mehr Unkraut haben. Das liegt teilweise wohl auch daran, dass sich bei der Rasenpflege komplett auf den Mähroboter verlassen wird, was leider nicht ausreichend ist. Auch das Düngen kann durch das Mulchen nicht komplett ersetzt werden.

Außerdem kann es schon eine ganze Weile dauern, manchmal einige Jahre, bis du einen merklichen Unterschied auf deinem Rasen erkennen kannst, da dies ein wirklich langsamer Prozess ist. Allerdings beginnt er schon ab dem Tag seines ersten Einsatzes damit, die Ansiedlung neuen Unkrauts zu erschweren.

Wie reduziert der Mähroboter das Unkraut?

Der Mähroboter reduziert auf verschiedene Weise das Unkraut im Rasen:

  • Durch häufiges Mähen wächst der Rasen dichter, während andere Pflanzen Probleme mit dem häufigen Mähen bekommen. Das erschwert die Neuansiedlung und Ausbreitung fremder Arten
  • Das häufige Mähen verhindert außerdem bei hochwachsenden Pflanzen, dass diese Blüten oder Knospen ausbilden können, um sich zu vermehren und auszubreiten
  • Der Mähroboter mulcht den Rasen. Regelmäßige Nährstoffzufuhr führt ebenfalls zu einem dichteren und gesünderen Rasen und erschwert die Ansiedlung fremder Arten, die sich auf geschwächtem Rasen viel einfacher breitmachen können

Pflanzen wachsen immer dort, wo die für sie idealen Bedingungen herrschen. Für jede Nische in der Natur gibt es die perfekt angepasste Pflanze. Kakteen kommen in trockenen Regionen zurecht, in denen es selten regnet, Bambus mag warmes, feuchtes subtropisches Klima, Flechten breiten sich dort aus, wo es niemand anders aushält und Unkraut? Ja Unkraut wächst auch gerne in „Nischen“ der Natur, dort wo keine andere Pflanze bessere Bedingungen vorfindet als sie selbst.

Unkraut ist in gewisser Hinsicht an „härtere“ Bedingungen angepasst und kommt beispielsweise eher mit nährstoffarmem Boden zurecht, als beispielsweise das Gras deines Nutzrasens. Oder auch Böden, die unausgeglichen sind und zu viel eines bestimmten Nährstoffes haben, wie beispielsweise Stickstoff, können bestimmte Sorten anlocken – in diesem Fall sind das Brennnesseln oder Disteln.

Der Mähroboter schafft Bedingungen, an die der Rasen am besten angepasst ist

Nutzrasen hingegen braucht ein ausgeglichenes, gutes Nährstoffangebot. In einem Punkt ist er allerdings „robuster“ als Unkraut. Er kommt besser damit klar, regelmäßig gemäht zu werden. Das ist sozusagen seine „Nische“. Gute Nährstoffversorgung bei regelmäßigem Stutzen. Eine gute Bodendurchlüftung und ausreichend Wasserversorgung rundet das ganze ab.

Der Mähroboter sorgt nun dafür, dass zwei dieser Faktoren in gewissem Umfang gegeben sind. Nämlich zum einen, dass regelmäßig gemäht wird und zum anderen, dass durch das Mulchen regelmäßig Nährstoffe nachgeliefert werden. Er schafft sozusagen eine „Nische“, die ideale Bedingungen für Nutzrasen (oder Zierrasen, Schattenrasen etc.) bereithält und es ihm so ermöglicht, sich gegen andere Pflanzenarten durchzusetzen.

Unkräuter mögen es nicht regelmäßig gekürzt zu werden

Die meisten Unkräuter mögen es nicht, so regelmäßig gekürzt zu werden und so tief geschnitten zu werden. Sie können auch nicht so einen großen Nutzen aus besseren Nährstoffbedingungen ziehen, wie der Rasen und werden so von diesem Verdrängt. Auch ist die Fortpflanzen von Unkräutern und Ungräsern gehemmt, die dafür eine hochwachsende Knospe oder Blüte brauchen. Dies betrifft jedoch nicht alle Unkräuter, allerdings die meisten.

Bei einem bereits stark mit Unkraut übersätem Rasen kann es allerdings Jahre dauern, bis der „Nischeneffekt“ wirklich sichtbar wird. Willst du bereits vorhandenes Unkraut weg haben, solltest du nachhelfen, es ausstechen oder mit Unkrautvernichter entfernen. Die Neuansiedlung wird dann durch den Mähroboter erschwert, sofern es deinem Rasen wirklich gut geht.

Ein Mähroboter alleine reicht nicht zur Unkrautbekämpfung

Auch wenn dein Mähroboter schon einiges zu einem besseren Rasenbild beiträgt solltest du trotzdem weiterhin:

  • Düngen, jedoch ca. 30 % weniger, da der Mulch auch Nährstoffe liefert
  • In trockenen Zeiten regelmäßig wässern
  • Vertikutieren
  • Aerifizieren

Wenn du hohe Ansprüche an das Rasenbild hast, ist die Kombination aus einem Mähroboter und der Beherzigung dieser 4 Pflegemaßnahmen der richtige Ansatz und nur so bekommst du einen wirklich unkrautfreien Rasen.

Was begünstigt die Ausbreitung von Unkraut?

Ich habe es an der ein oder anderen Stelle eigentlich schon erwähnt, doch will die Faktoren, die Unkrautwachstum begünstigen hier noch mal explizit aufzählen:

  • Zu seltenes Mähen
  • Zu seltenes oder gar kein Düngen
  • Vertrocknen des Rasens im Sommer
  • Schlechte Durchlüftung des Bodens

Zu seltenes Mähen macht es dem Unkraut leichter

Rasen kann sehr gut mit häufigem Mähen umgehen, Unkräuter mögen dies eher nicht. Häufiges Mähen kräftigt den Rasen und lässt ihn dichter und in die Breite wachsen. Dadurch verschließen sich mögliche Nischen, in denen Unkraut sich ansiedeln könnte. Auch kann sich Unkraut leichter ausbreiten, wenn du ihm erlaubst, zu blühen und seine Samen zu verbreiten. Häufiges Mähen kann das zumindest teilweise unterbinden.

Rasen braucht viele Nährstoffe auf die Unkraut auch verzichten kann

Unkräuter kommen auch auf nährstoffärmeren Böden zurecht oder sind teilweise sogar gerade auf solche Böden spezialisiert. Auf nährstoffreichen Böden können sie sich gegen andere Pflanzen, wie die Graspflanzen deines Rasens, normalerweise nicht durchsetzen, da diese dann kräftiger und schneller wachsen und die Unkräuter vertreiben.

Düngst du den Rasen allerdings nicht häufig genug, bekommt der Rasen nicht genügend Nährstoffe und kann sich gegen das Unkraut, das mit geringeren Nährstoffvorkommen weniger Probleme hat, nicht mehr so gut durchsetzen.

Am besten mähst du den Rasen zwei Mal im Jahr und zwar einmal im Frühjahr zwischen Mitte März und Mitte April und ein weiteres Mal im Spätsommer oder Herbst, zwischen Mitte August und Mitte September. Da der Rasenroboter durch das Mulchen den Rasen ebenfalls düngst, kannst du bis zu 30 % weniger Dünger einsetzen.

Es gibt auch spezielle Mähroboter-Dünger, welche nur die Nährstoffe dem Rasen zuführen, die durch das Mulchen nicht ausreichend zur Verfügung gestellt werden können.

Vertrockneter Rasen ist anfällig für Unkraut

Im Sommer sollte der Rasen regelmäßig und ausreichend gegossen werden. Vertrockneter Rasen ist geschwächt und wächst nicht mehr so gut. Unkräuter die besser mit Trockenheit klar kommen, können sich dann problemlos über den Rasen ausbreiten. Hierzu zählt auch der lästige Löwenzahn. Aber auch viele andere Unkräuter und Trockenheitsrobuste Ungräser verbreiten sich dann ungehemmt in deinem Garten.

Also achte im Sommer auf eine ausreichende Wasserzufuhr, damit dein Rasen nicht nur schön saftig und grün bleibt, sondern sich fremdes Unkraut auch nicht in deinem Garten breit machen kann.

Den Rasen solltest du im Sommer in den heißen und trockenen Monaten morgens oder abends bewässern. Morgens ist hierbei sogar besser, da alles Wasser, das zu viel ist, dann im Nachhinein auch verdunsten kann und es nicht zu Schimmelbildung kommen kann.

Wenn du weißt was für einen Boden du in etwas hast: sandige Böden sollten mit etwa 10 bis 15 Liter pro qm bewässert werden, während lehmige Böden mehr Wasser brauchen, etwas 15 bis 20 Liter pro qm.

Gute Durchlüftung des Bodens hilft gegen Unkraut

Ein besser durchlüfteter Boden sorgt dafür, dass die Wurzeln der Rasen mehr Sauerstoff bekommen. Dadurch wächst der Rasen besser und wird strapazierfähiger. Auch das hilft natürlich gegen Unkraut, da sich der Rasen besser gegen Unkräuter durchsetzen kann. Beim Vertikutieren, was eine der beiden Methoden darstellt, mit der du die Durchlüftung verbessern kannst, werden neben Moos und überschüssigem Mulch auch Unkräuter mit entfernt.

Vertikutieren des Rasens

Beim Vertikutieren wird die Grasnarbe mit vertikalen Schnitten angeritzt um den Rasen aufzulockern. Der Boden wird so durchlüftet, da überschüssiges Schnittgut, Verfilzungen, Moos und Unkraut entfernt werden. Besonders wenn du teppichartiges Unkraut hast, kann Vertikutieren sehr gut helfen.

Du solltest deinen Garten am besten im Frühling vertikutieren. Es gibt hierfür handbetriebene Geräte, oder benzin- oder elektrisch betriebene Vertikutierer. Vertikutier-Roboter gibt es leider noch nicht, doch sollte es sie irgendwann geben, wirst du es hier erfahren 😉

Aerifizieren des Rasens

Die andere Methode zur Durchlüftung nennt sich Lüften, oder Aerifizieren. Diese Methode geht mehr in die Tiefe des Bodens. Eigentlich sollte auch dies in regelmäßigen Abständen in jedem Garten gemacht werden. Insbesondere aber wenn dein Garten Probleme mit Staunässe hat, solltest du aerifizieren. Dabei werden Löcher aus dem Boden ausgestanzt, um ihn aufzulockern.

Manchmal werden diese auch mit Sand aufgefüllt, damit sie nicht wieder zu fallen. Durch den Sand kann Luft in die tieferen Schichten des Bodens dringen. Auch hierdurch wird das Wachstum des Rasens verbessert und so indirekt der Ausbreitung von Unkraut entgegengewirkt.

Für das Aerifizieren gibt es keine bestimmte Jahreszeit, du kannst es eigentlich jederzeit machen. Zum Einsatz kommen sogenannte Luftgabeln oder Rasenbelüfter. Für sehr große Flächen gibt es auch elektrische Geräte.

Weitere Tipps für einen professionell gemähten Rasen findest du hier.

Wichtige Tipps zur speziellen Rasenpflege mit Mährobotern findest du hier.

Was kannst du noch gegen sich ausbreitendes Unkraut unternehmen?

Ist das Unkraut aber erst mal da, möchtest du es eventuell einfach nur schnell weg haben. Da bleibt dann leider keine andere Wahl, als entweder alles mühsam auszustechen, oder Unkrautvernichter einzusetzen.

Um Unkraut per Hand zu entfernen, ohne Chemie einzusetzen, gibt es Unkrautstecher. Diese sind von den gängigen Marken für Gartengeräte, wie beispielsweise GARDENA oder WOLF-Garten erhältlich. Andere bekannte Marken in diesem Bereich sind Fiskars oder Tacklife.

Doch manchmal hilft auch das nicht. Dann bleibt nur noch der Griff zum Unkrautvernichter. Es gibt spezielle Unkrautvernichter für Rasen. Empfehlenswert sind hier Weedex von Celaflor und Banvel M von COMPO.

Verwandte Fragen

Begünstigen Mähroboter die Ausbreitung von Rasenfilz?

Normalerweise tun sie dies nicht. Bildet sich Rasenfilz in deinem Garten, liegen die Ursachen eher woanders. Rasenfilz ist ja eine Ansammlung von abgestorbenem, oder geschnittenem Gras, toten Wurzeln und anderen Substanzen. Da der Mähroboter mulcht, also das Schnittgut auf dem Rasen bleibt, kann ich es verstehen, wenn du vermutest, dass dadurch Rasenfilz entstehen kann.

Unter normalen Umständen wird das Schnittgut allerdings von den Bodenorganismen zersetzt, so dass es sich nicht ansammeln kann. Damit dies effektiv und schnell genug passieren kann, muss es allerdings kurz genug sein. Ein Problem könnte daher sein, dass dein Mähroboter zu selten mäht und dadurch das Schnittgut zu lang ist. Das kann dann durchaus zu Rasenfilz führen. Sorge also dafür, dass dein Mähroboter mindestens alle zwei Tage raus fährt um zu mähen.

Auch wenn dein Mähroboter nicht genügend Flächenleistung für deinen Garten hat, kann es sein, dass er die selbe Stelle zu selten mäht und dadurch das Schnittgut zu lang wird. Hier erfährst du, welche Flächenleistung du eigentlich brauchst und wie lange dein Mähroboter für die Fläche brauchen darf.

Auch kann der Zersetzungsprozess im Boden durch andere Faktoren gestört werden. Beispielsweise kann eine zu niedrige Wasserdurchlässigkeit dazu führen, dass die Bodenaktivität stark abnimmt. Auch hier helfen Vertikutieren und Aerifizieren.

Wenn du Probleme mit Rasenfilz hast, ist dein Mähroboter mit Sicherheit nicht das Problem. Viel mehr solltest du nach anderen Ursachen Ausschau halten.

Kannst du mit einem Mähroboter auf das Düngen verzichten?

Der Mähroboter mulcht den Rasen. Dabei wird nur der kleinste oberste Teil des Rasens in Regelmäßigen Abständen abgeschnitten und auf dem Rasen verteilt. Diese sehr kleinen „Rasenschnipsel“ werden schnell von Bodenorganismen zersetzt und in Form von Nährstoffen dem Rasen wieder zugeführt.

Doch bedeutet das, dass du nicht mehr Düngen musst? Leider nein. Allerdings kannst du die Menge an eingesetztem Dünger reduzieren. Etwa 30 % weniger Nährstoffe müssen extern zugeführt werden, da sie durch das Mulchen dem Rasen bereitgestellt werden. Das Problem beim Mulchen ist, dass vor allem der freigesetzte Stickstoff für die Pflanzen nicht ausreichend ist. Auch andere Nährstoffe werden nur ungenügend zur Verfügung gestellt und müssen durch Dünger hinzugefügt werden.

Es gibt spezielle Mähroboter-Dünger, die genau diese Nährstofflücken, die das Mulchmähen des Mähroboters nicht bedienen kann, ausfüllen.

Helfen Mähroboter auch gegen Moos?

Ja, Mähroboter können auch gegen Moos helfen. Es hängt davon ab, was die Ursache für das Moos ist. Es gibt Faktoren, die das Wachstum von Moos begünstigen, die der Mähroboter beeinflussen kann. Auf andere wiederum hat er keinen Einfluss. Der Mähroboter hilft vor allen Dingen, wenn das Moos sich aus folgenden Gründen auf deinem Rasen angesiedelt hat

  • Nährstoffmangel
  • Zu seltener Schnitt

Andere Ursachen für Moos, die auch ein Mähroboter nicht ändern kann sind

  • Starke Bodenverdichtung, in Verbindung mit Staunässe (Lösung: Aerifizierung)
  • Zu wenig Licht, zu viel Schatten (Lösung: Schattenrasen)
  • Zu niedriger pH-Wert (unter pH 5. Lösung: Evtl. passende Erde aufschütten)
  • Ungeeignete Saatgutmischung

Ganz gleich was die Ursache für Moos ist, hilft auf jeden Fall immer zumindest mittelfristig Vertikutieren und Aerifizieren.

Verwandte Fragen

Was bringen spezielle Rasenmischungen für Mähroboter? Bei Mähroboter-Rasenmischungen handelt es sich um spezielle Rasenmischungen, die optimal an die Bedingungen angepasst sind, die bei der Pflege eines Rasens mit einem Mähroboter herrschen. Sie haben stärkeres Breiten- und geringeres Längenwachstum, um das Verfilzungsrisiko durch Schnittgut zu reduzieren. Außerdem verwerten sie Nährstoffe aus dem Rasenmulch besser als Sorten anderer Rasenmischungen.

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Über den Autor
Matthias

Matthias

Matthias Müller ist einer der Gründer dieses Blogs. Er beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit allen Themen rund um Automatisierung, Robotik und Zukunftstechnologien. Gleichzeitig ist er ein großer Naturliebhaber und daher fasziniert von dem ungewöhnlichen Zusammenspiel aus Robotern und Natur.

Januar 15, 2019

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