Mähroboter und Pool

Kann ein Mähroboter im Pool landen?

Mähroboter erkennen die Grenzen ihres Mähbereichs anhand eines Begrenzungskabels oder eines Grassensors, tun dies jedoch nicht mit hundertprozentiger Zuverlässigkeit. Hast du einen ebenerdigen Pool, stellst du dir natürlich die Frage, ob der Mähroboter im Wasser landen kann. Insbesondere da das teure technische Gerät nicht Wassertauglich ist.

Kann dein Mähroboter im Pool landen? Mähroboter können unter ungünstigen Umständen in ebenerdigen Pools landen, wenn nicht die richtigen Vorkehrungen getroffen werden. Werden bei der Installation des Mähroboters allerdings die richtigen Vorkehrungen getroffen, kann ein solches Unglück verhindert werden.

Damit du ruhig schlafen kannst, während dein Mähroboter im Garten seine Runden dreht, möchte ich dir in diesem Artikel daher erklären, was du beachten solltest, damit dein Mähroboter auf keinen Fall auf Tauchfahrt geht.

Warum können Mähroboter im Pool landen?

Mähroboter fahren kreuz und quer durch den Garten, um per Zufallssystem den kompletten Rasen zu mähen. Dabei machen sie je nach System entweder an einem Begrenzungskabel halt, oder bei Mähroboter ohne Begrenzungskabel, sobald ihr Grassensor erkennt, dass der Rasen aufhört. Außerdem sind beide Arten von Mährobotern mit einem Stoßsensor ausgestattet. Damit erkennen sie, wenn sie gegen einen Gegenstand stoße, um dann kurz zurück zu setzen und in eine andere Richtung zu fahren.

Hinweis: Grundsätzlich muss zwischen den beiden Systemen Mähroboter mit Begrenzungskabel und Mähroboter ohne Begrenzungskabel unterschieden werden, da sie ganz anders funktionieren. Deshalb werde ich hier an einigen Stellen gesondert auf die beiden Systeme eingehen, wie z. B. im kommenden Abschnitt.

Mähroboter mit Begrenzungskabel

Es liegt also auf der Hand, dass bei einem ebenerdigen Pool der direkt an den Rasen anschließt, etwas getan werden muss, damit der Mähroboter nicht in den Pool fährt und baden geht. Bei Mährobotern mit Begrenzungskabel wird das Begrenzungskabel gerne als „Insel“ um den Pool gelegt. Damit erkennt er den Pool als Grenze an und kehrt um, wenn er das Begrenzungskabel erreicht.

Das Problem ist allerdings, dass aus verschiedenen Gründen der Mähroboter das Begrenzungskabel überschreiten kann

  • An steilen Hängen kann der Mähroboter zu viel Schwung bekommen und so über das Kabel fahren
  • Eine unterbrochene Inselabgrenzung wird nicht mehr erkannt
  • Die Mähroboter mancher (billiger) Hersteller erkennen unter bestimmten Umständen das Begrenzungskabel nicht immer zuverlässig, beispielsweise, durch Störung anderer Signale oder bei Stromausfall
  • Auch ein Ausfall der Sensoren am Mähroboter kann nicht 100 % ausgeschlossen werden
  • Stößt der Mähroboter in unmittelbarer Umgebung des Pools gegen ein Hindernis, setzt er bis zu 50 cm zurück. Dabei kann es vorkommen, dass er das Begrenzungskabel überschreitet

Diese Probleme treten äußerst selten auf und bedeuten keine totale Katastrophe, wenn dein Mähroboter dabei lediglich auf ein Blumenbeet fährt. Unternimmt er hingegen einen Schwimmversuch im Pool, hast du zumindest hundertprozentige Garantie, dass dein liebgewordener Mähroboter Schrott ist, es befindet sich nämlich sehr viel Elektronik in dem Gerät, die ein solches Wasserbad nicht mitmacht.

Fährt der Mähroboter bei einem Stromausfall über das Begrenzungskabel?

Bei den Herstellern GARDENA, HUSQVARNA und WORX kannst du dir sicher sein, dass der Mähroboter im Falle eines Stomausfalls NICHT über das Kabel fährt. Diese bleiben sofort stehen, wenn sie das induzierte elektromagnetische Feld des Begrenzungskabels nicht mehr erkennen. Bei Mährobotern anderer Hersteller solltest du in die Anleitung schauen, oder beim Händler nachfragen, denn manche Modelle bleiben nicht stehen, sondern fahren weiter und suchen nach dem Signal.

Mähroboter mit Grassensor

Mähroboter ohne Begrenzungskabel – also mit Zucchetti Grassensor – sind noch problematischer. Diese erkennen den Rasen ja nur mit einem Sensor, der darüber entscheidet, ob der Rasenroboter gerade noch auf Rasen fährt oder nicht. Dieses System ist leider nicht so zuverlässig, als das du darauf vertrauen könntest, dass der Mähroboter nicht in deinen Pool fährt.

Und selbst wenn das System zuverlässiger wäre, ergeben sich die gleichen Probleme, wie bei Mährobotern mit Begrenzungskabel.

  • Eine abschüssige Stelle kann dem Mähroboter so viel Schwung verleihen, dass er am Ende des Rasens nicht zuverlässig stehen bleibt
  • Der Sensor kann komplett ausfallen
  • Wenn der Mähroboter in direkter Umgebung des Pools gegen ein Hindernis stößt, setzt er bis zu 50 cm zurück und kann in einer unglücklichen Situation in den Pool fallen

Für Mähroboter ohne Begrenzungskabel ist die einzig sichere Option, eine Barriere um den Pool anzulegen, damit der Mähroboter dort nicht hineinfahren kann. Der Grassensor ist einfach zu unzuverlässig, als das du darauf vertrauen könntest, dass der Mähroboter damit nicht in den Pool fährt.

Ob dein Mähroboter im Pool landen kann, hängt also letztendlich von vielen Faktoren ab, von denen ich hier einige Aufzählen will:

  • Die Konstruktion deines Pools (ist dieser ebenerdig?)
  • Die korrekte Installation der Insel
  • Hersteller, Modell, sowie Firmware des Mähroboter und damit verbundenes Verhalten
  • Terrain in direkter Umgebung des Pools (abschüssiges Gelände)
  • Hindernisse in direkter Umgebung (Zurücksetzen bei Zusammenstoß)

Was kannst du tun, damit dein Mähroboter nicht im Pool landet?

Korrektes Anlegen einer Insel

Nur Mähroboter mit Begrenzungskabel – Das Anlegen einer Insel eignet sich, wenn du über einen qualitativ hochwertigen Mähroboter verfügst, z. B. von Gardena, Husqvarna oder Worx, also kein Noname-Produkt und es dir aus ästhetischen oder praktischen Gründen nicht gefällt, eine Barriere um den Pool zu bauen, oder dir die Arbeit nicht machen möchtest.

Wie ich oben schon einmal erwähnt habe, werden Inseln mit dem Begrenzungskabel angelegt, um den Pool aus der Mähfläche auszugrenzen und zu verhindern, dass der Mähroboter hineinfährt. Es stellt durchaus ein probates Mittel dar, wenn du alles richtig machst und du einen vernünftigen Mähroboter hast. Ich erkläre dir hier nun kurz noch mal, wie das geht und worauf du achten musst, damit es sicher funktioniert.

Das Anlegen der Insel funktioniert so: Es wird ein zusätzliches Kabel vom Begrenzungskabel mit einer Kabelverzweigung abgeführt. Dabei musst du das neue Kabel im möglichst rechten Winkel vom Begrenzungskabel wegführen, um das Hindernis herum und dann in paralleler Bahn am gleichen Kabel entlang wieder zurück,

Es ist wichtig, dass das Kabel auf dem Hin- und Rückweg parallel verlegt wird, da sich so das elektromagnetische Feld, welches vom Kabel induziert wird, an dieser Stelle aufhebt und der Mähroboter über die Verbindung zwischen Begrenzungskabel und Insel fahren kann. Außerdem darf das Kabel sich nicht überkreuzen. Andernfalls würde erstens die Aufhebung des Magnetfeldes nicht richtig funktionieren und zweitens die Insel falsch gepolt sein, was den Mähroboter zusätzlich irritieren kann.

Hier kannst du dir die Schritte beim Anlegen einer Insel auch noch mal angucken.

Anlegen einer Insel mit dem Begrenzungskabel
Eigene Grafik mit Elementen von vecteezy.com

Bis hier hin solltest du auf jeden Fall alles richtig machen, damit die Insel überhaupt funktioniert. Damit du aber auch langfristig nicht damit rechnen musst, dass dein Rasenroboter zum Poolroboter wird, gibt es noch einige weitere Dinge auf die du achten solltest.

  1. Im Umkreis von ca. 1 Meter um den Pool sollten sich keine Hindernisse für den Mähroboter befinden, oder diese sollten zusätzlich ausgegrenzt werden. Durch ein Anstoßen des Mähroboter kann es in manchen Fällen dazu kommen, dass er im Rückwärtsgang etwas über das Begrenzungskabel fährt.
  2. Der Rasen um den Pool sollte nicht abschüssig in Richtung Pool sein. Besonders bei Nässe kann es passieren, dass der Mähroboter nicht mehr rechtzeitig zum Stehen kommt, wenn er die Schräge hinab fährt.

Wenn dein Garten und Pool bereits so angelegt sind, dass sich das Problem mit der Schräge nicht vermeiden lässt, solltest du am Ende der Schräge eine Barriere aufbauen. Das Begrenzungskabel kann hier leider nicht ausreichend sicherstellen, dass der Mähroboter nicht in den Pool fährt.

Anlegen einer „Pseudoinsel“

Bei manchen Mähroboter Besitzern funktioniert das Vorgehen mit der Insel nicht so gut. Besonders wenn es sich um ein etwas komplexeres Gebilde handelt. Oder auch aus anderen, teilweise noch ungeklärten, Gründen. Auch kann es sein, dass du einen so großen Pool hast, dass eine Insel nicht funktionieren würde, weile diese meist maximal 30 m im Umfang messen darf. Nicht zuletzt haben Inseln das Problem, dass ein Mähroboter mit Kantenmähfunktion die Kante dort nicht mäht.

Ist das bei dir der Fall gibt es die Möglichkeit etwas anzulegen, was ich eine „Pseudoinsel“ nenne. Letztendlich machst du alles genau so, wie bei einer Insel, mit dem Unterschied, dass du absichtlich Abstand zwischen dem hin- und rückführenden Kabel lässt, so dass diese vom Mähroboter als Begrenzung erkannt werden.

Anlegen einer Pseudoinsel mit dem Begrenzungskabel
Eigene Grafik mit Elementen von vecteezy.com

Dadurch vermeidest du Probleme, die sich mit dem Erkennen von Inseln ergeben. Besonders für Mähroboter mit Kantenmähfunktion kann das eine sinnvolle Alternative sein, da sie den Verbindungsbereich zwischen Begrenzungskabel und Pseudoinsel trotzdem noch recht gut mähen. Bei anderen Mährobotern kann hier ein dünner Streifen stehen bleiben, der dann per Hand gemäht werden muss.

Anlegen einer Barriere

Das Anlegen einer Insel kann aus ästhetischen oder praktischen Gründen für dich zwar Vorteilhaft erscheinen, möchtest du aber eine absolut sichere Methode, dass dein Mähroboter nicht im Pool landen kann, solltest du eine Barriere anlegen. Für Mähroboter ohne Begrenzungskabel ist das sogar die einzige sichere Option.

Die Möglichkeiten, wie die Barriere gestaltet sein kann, sind natürlich unendlich. Letztendlich muss sie lediglich so hoch sein, dass dein Rasenroboter sie als Hindernis wahrnimmt. Ab etwa 3 cm Höhe sollte er sie als Hindernis wahrnehmen. Ich stelle dir hier einmal eine

Variante 1 – Einfache Barrieren

Eine der einfachsten Möglichkeiten, die du mal eben schnell umsetzen kannst, ist der Bau einer Barrikade aus Holzbrettern oder aus sogenannten Poolnudeln. Diese kannst du einfach rund um den Pool bauen. Sie müssen nur mit Befestigungshaken fest gemacht werden. Die Lösung sieht zwar, wie ich finde, nicht besonders schön aus, ist aber trotzdem sehr praktikabel und schnell. Auch gibt es allerdings Fälle von Mährobotern, die eine Poolnudel überwunden haben. Auf robomaeher.de kannst du dir ein paar Beispiele angucken.

Variante 2 – Barriere mit Rasenkantensteinen

Eine zweite Variante ist der Bau einer Barrikade mit Rasenkantensteinen. Diese muss wie gesagt nicht besonders hoch sein, etwa 3 cm sollten genügen, unterhalb sehr steiler Abhänge solltest du aber vorsichtshalber eine etwas höhere Barrikade wählen – Mähroboter entwickeln manchmal ein erstaunliches Klettertalent. Einziges Problem könnte dabei sein, dass der Mähroboter so nicht bis zum Rand mähen kann und immer etwas Gras direkt um den Pool stehen bleibt, da er am Rand mit seiner Karosserie gegen die Barriere stößt und so die Klingen des Mähwerks nicht bis zum Rand kommen.

Einfacher hoher Rasenkantenstein für Mähroboter
Ein einfacher hoher Rasenkantenstein hindert den Mähroboter daran in den Pool zu fallen, es bleibt so jedoch ein Stück vom Rasen stehen

Variante 3 – Barriere mit ebenerdigen Rasenkantensteinen

Die dritte Variante stellt die aufwendigste dar, ist aber wahrscheinlich der beste Kompromiss aus maximaler Sicherheit bei gleichzeitig hohem optischen Anspruch. Hierbei werden zwei unterschiedliche Rasenkantensteine verlegt (oder einer mit entsprechender Form, siehe Abbildung). Der innere, zum Pool gewandte Stein sorgt dafür, dass der Mähroboter nicht in den Pool fahren kann und hat eine entsprechende Höhe von 3,5 cm (durch den vorderen Rasenkantenstein hat der Mähroboter schon 0,5 cm Höhe).

Der vordere Rasenkantenstein liegt ebenerdig mit dem Rasen, so dass der Mähroboter auf ihn auffahren kann und so mit seinem Mähwerk auch den Rasen ganz am Rand erwischen kann. Mit dieser Konstruktion hast du einen sauberen Randschnitt und musst nicht noch per Hand am Pool nachschneiden, während du gleichzeitig die Sicherheit hast, dass der Mähroboter auf keinen Fall in den Pool fällt.

Einfacher hoher Rasenkantenstein für Mähroboter
Eine Kombination aus hohem und flachem Rasenkantenstein ermöglicht dem Mähroboter auch in Poolnähe bis zum Rand des Rasens zu mähen

Tipp: Bei allen 3 Varianten kannst du trotzdem das Begrenzungskabel verlegen. Dadurch stößt der Mähroboter nicht ständig gegen die Barriere. Das schont sowohl seine Karosserie als auch den Stoßdämpfer. Außerdem kommt er dann schneller mit dem Mähen voran. Bei der letzten Variante wird das Kabel unterhalb der flachen Rasenkantensteine verlegt. Möchtest du auf das Begrenzungskabel am Pool verzichten, empfiehlt sich einen Bumper an deinem Mähroboter anzubringen.

Verwandte Fragen

Was mache ich mit Schläuchen die zum Pool führen? – Diese solltest du am besten eingraben, damit es zu keinen Problemen kommt und der Mähroboter die entsprechende Stelle überfahren kann. Geht das aus irgendwelchen Gründen nicht, könntest du eine „Pseudoinsel“ anlegen (siehe oben).

Der Mähroboter erkennt die Pool-Insel nicht und ist desorientiert oder stoppt nahe der Insel mit der Meldung „Außerhalb des Mähbereichs“ – Das Kabel das zur Insel führt, darf auf keinen Fall überkreuzt sein. Prüfe ob die Insel verkehrt herum gepolt ist, das nämlich irritiert den Mähroboter. Auch sehr große Inseln mit mehr als 30 m Umfang können ein Problem sein. Komplexe Inselformen bereiten vielen Mährobotern ebenfalls Probleme.

Matthias

Matthias Müller ist einer der Gründer dieses Blogs. Er beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit allen Themen rund um Automatisierung, Robotik und Zukunftstechnologien. Gleichzeitig ist er ein großer Naturliebhaber und daher fasziniert von dem ungewöhnlichen Zusammenspiel aus Robotern und Natur.

Februar 5, 2019

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