Mähroboter mieten
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Mähroboter mieten statt kaufen: Eine schlaue Alternative?

Ist es günstiger, einen Mähroboter zu mieten anstatt ihn zu kaufen? Oder hat es irgendwelche anderen Vorteile, den Mähroboter zu mieten? Das habe ich mir mal angeschaut und hier ist mein Resultat.

Ist es besser einen Mähroboter zu mieten anstatt zu kaufen? Einen Mähroboter zu mieten kann von der Kostenentwicklung her von Vorteil sein, insbesondere um hohe Anschaffungskosten zu vermeiden. Weitere Vorteile sind der umfangreiche Service, wie etwa Einwinterung oder sofortiger Ersatz bei Defekt. Ob es sich vom Kostenfaktor her lohnt, hängt von der anzunehmenden Lebensdauer eines gekauften Gerätes ab.

Wie genau entwickeln sich eigentlich die Kosten? Womit musst du alles rechnen? Welcher Service wird dir geboten, wenn du mietest statt kaufst? Lohnt sich da Ganze finanziell? Von welchen Faktoren hängt das ab?

Da tun sich wirklich viele Frage auf, die ich versucht habe zu beantworten. Natürlich kommen hier auch Excel-Diagramme ins Spiel 😉

Lohnt es sich einen Mähroboter zu mieten anstatt zu kaufen?

Bei Autos gilt es als Geheimtipp, Autos zu leasen anstatt zu kaufen, da sich aufgrund des hohen Preisverfalls und verschiedenen anderen Faktoren ein Leasing kostentechnisch günstiger entwickelt, als ein Kauf.

Als ich davon erfahren habe, habe ich mich gefragt, ob man Mähroboter ebenfalls „leasen“ kann und ob sich hier ebenfalls ein kostentechnischer Vorteil ergibt.

Hierzu sei erst mal gesagt: Was das Thema Leasing angeht, lassen sich Mähroboter und Autos nicht wirklich vergleichen, da Mähroboter bei weitem nicht so einen krassen Preisverfall haben, wie Autos. Bei Letzteren führen eine Reihe von Faktoren, die mit Vertriebsstrukturen und anderen Dingen zu tun haben, zu einem enormen anfänglichen Preisverfall.

Doch wie ist das bei Mährobotern? Was gibt es für Mietangebote und lohnen die sich?

Es gibt noch nicht sehr viele Mähroboter-Vermietungen, aber ich habe mir einige wenige angeschaut, die es gibt und mir mal überlegt, ob das kostentechnisch günstiger ist, als sich einen zu kaufen.

Beispielsweise bieten die Stadtwerke Gießen eine Vermietung von Mährobotern an, die ich für unser Rechenbeispiel jetzt einmal heranziehen möchte. Sie bieten drei Modelle von HUSQVARNA zur Miete an, nämlich den Automower 315X, den Automower 430X und den Automower 450X.

Kosten und Bedingungen beim Mieten des Automower 315X

Für unser Beispiel nehme ich mir jetzt mal den Automower 315X heraus:

  • Monatlicher Mietpreis: 39,90 EUR
  • Einmalige Einrichtungsgebühr: 199,00 EUR
  • Rasengröße: bis 1.500 qm

Inkl. Umsatzsteuer, Vertragslaufzeit 12 Monate

Außerdem sind im Angebot folgende Vorteile enthalten:

  • Optimale Wartung des Mähroboter zu Saisonbeginn
  • Sofortiger Austausch des Geräts durch ein neues bei Defekt
  • Vor-Ort-Beratungstermin
  • Installation des Mähroboter
  • Einwinterung inklusive Abholung und Lieferung
  • Wartung

Ich habe nachgefragt: Das Angebot versteht sich wirklich so, dass die komplette Wartung, das heißt auch die wöchentliche Reinigung, sowie Austausch der Klingen etc. komplett übernommen wird. Das heißt du brauchst dich wirklich um nichts mehr kümmern.

Kosten beim Kauf des Automower 315X

Und hier zum Vergleich die Kosten bei einem Kauf desselben Mähroboters:

  • UVP: 2400 EUR
  • Im Handel: ca. 1900 EUR (das nehme ich als Berechnungsgrundlage)
  • Installation-Service: 500 EUR (1000 qm)
  • Jährliche Reparaturkosten und Wartungskosten: 100 EUR
  • Einwinterungskosten pro Jahr: 120 EUR

Die unverbindliche Preisempfehlung von HUSQVARNA ist 2400 EUR, wie du hier sehen kannst. Das ist aber womöglich nicht mehr ganz aktuell. Die Preise für den Automower 315X sind im Handel auf etwa 1900 Euro gefallen und den Preis nehme ich jetzt mal für die Berechnung.

Wenn du den Mähroboter nicht selbst installierst, brauchst du einen Installations-Service. Da dies auch im Mietangebot mit enthalten ist, rechne ich das also mit ein. Für eine recht große Fläche von 1000 qm kannst du mit etwa 500 Euro rechnen. Bei kleineren Flächen sind es weniger und bei größeren mehr. 1500 ist maximale möglich laut Mietvertrag, das wären ungefähr 700 Euro Installationskosten. Ich nehme aber mal 500 Euro an, da du ja nicht unbedingt genau am Limit bist.

HUSQVARNA Automower sind schon ziemlich hochwertige Mähroboter und keine Billigproduktion, sie werden also nicht so schnell defekt. Dennoch kommen auch hier Defekte vor, weshalb ich als jährliche Kosten für die Reparatur 100 Euro angesetzt habe.

Es kann auch mal das Begrenzungskabel oder Suchkabel defekt werden oder muss ausgetauscht werden. Insbesondere wenn die Installation schon mehrere Jahre in Betrieb ist, werden solche Defekte häufiger. Eine solche Reparatur ist aufwendig, da du die defekte Stelle ausfindig machen musst – eigentlich müssten die Reparaturkosten daher mit der Zeit schneller ansteigen, aber der Einfachheit halber nehmen wir mal pauschal 100 Euro an.

Zudem muss der Akku ungefähr alle 4 Jahre ausgetauscht werden und ist mit Kosten um die 60 Euro verbunden. Diese Kosten kannst du dir auch einsparen. Nicht inbegriffen sind jedoch Kosten für den Austausch von Klingen.

Für die Einwinterung des Automowers müsstest du womöglich 120 Euro bezahlen. Natürlich kannst du deinen Mähroboter zu Hause lagern, was die meisten Mähroboter Besitzer wohl so machen, aber der Vergleichbarkeit halber rechne ich einen Einwinterungsservice inklusive Abholung und Lieferung mit ein.

Vergleich der Kostenentwicklung

Für die Kostenentwicklung habe ich jetzt also die Mietkosten dem Kaufpreis plus Kosten für Defekte und Einwinterung gegenübergestellt und komme dabei auf folgendes Ergebnis.

Für die ersten 6 bis 7 Jahre fährst du also mit einem gemieteten Mähroboter günstiger. Ab dann dreht sich das ganze zugunsten des gekauften Mähroboters. Dann haben sich die Mietkosten so hoch summiert, dass du für das gleiche Geld dir auch einen Mähroboter hättest kaufen können und zusätzlich die Kosten für den Winter-Service und regelmäßige Reparaturen hättest tragen können.

Dann ist ja alles klar oder? Leider nein!

Denn eine ganze Reihe von Faktoren haben wir hier nicht betrachtet. Wenn du dir einen Mähroboter kaufst, dann besitzt du ja dieses Produkt und du kannst es nach einer gewissen Zeit auch wieder verkaufen.

Kostenentwicklung unter Einbezug des Wiederverkaufswerts

Oben haben wir nur die Kostenentwicklung betrachtet, allerdings geht es dort nicht darum, was am Ende nach vielen Jahren finanziell die günstigere Alternative ist. Du kaufst den Mähroboter ja und er gehört dann dir. Dadurch dass du ihn kaufst, verschwindet er ja nicht sondern er hat immer noch einen gewissen Wert und du kannst ihn eben wieder verkaufen.

Diesen Wert müssen wir aus der Rechnung abziehen. Die tatsächlichen Kosten die dir entstehen, sind nämlich der Preisverfall des Geräts. Ich habe als Preisverfall dabei einen sukzessive abnehmenden Preisverfall angenommen, der also zu Beginn etwas „stärker“ ist und dann mit der Zeit etwas langsamer voranschreitet.

Jahr Preisverfall
1. Jahr 220 EUR
2. Jahr 200 EUR
3. Jahr 180 EUR
4. Jahr 160 EUR
5. Jahr 140 EUR
6. Jahr 120 EUR
7. Jahr 100 EUR
8. Jahr 80 EUR
9. Jahr 60 EUR
10. Jahr 40 EUR

Wenn du also deinen Mähroboter nach einer gewissen Zeit der Benutzung wieder verkaufen würdest, sieht das Diagramm etwas anders aus:

Jetzt haben wir‘s aber, oder?

Naja, auch nicht so ganz. Immerhin kann es sein, dass der Mähroboter auch ohne dein Verschulden nach einer gewissen Zeit kaputtgeht. Am Anfang haben Mähroboter noch eine Garantie, meist werden 2 Jahre gewährt, manchmal bekommst du auch 5 Jahre Garantie. Dann ist aber meistens Schluss.

Kostenentwicklung unter Annahme eines endgültigen Defekts nach 7 Jahren

Es könnte also sein, dass dein Mähroboter nach 7 Jahren einfach den Geist aufgibt und dann nichts mehr wert ist. Dann kannst du ihn nicht mehr verkaufen. Im Grunde genommen ist es dann nicht anders, als hättest du ihn für die Zeit gemietet und dann am Ende nach 7 Jahren wieder zurückgegeben.

Für meine Rechnung nehme ich jetzt den gleichen Preisverfall wie oben an, wobei im 7. Jahr der gesamte restliche Wert des Geräts auf einmal verfällt.

Jahr Preisverfall
1. Jahr 220 EUR
2. Jahr 200 EUR
3. Jahr 180 EUR
4. Jahr 160 EUR
5. Jahr 140 EUR
6. Jahr 120 EUR
7. Jahr 880 EUR

Mit diesem Preisverfall hat das Gerät also ab dem 7. Jahr auf einmal keinen Wert mehr, da es Defekt wird und eine Reparatur sich nicht mehr lohnt oder nicht möglich ist.

Das obige Diagramm sieht dann so aus:

Zunächst kommst du etwas besser weg als mit einer Miete, doch dann geht der Mähroboter kaputt und du kommst auf die gleichen Kosten wie mit einem gemieteten Mähroboter.

Ich war etwas verdutzt als ich das Ergebnis gesehen habe, da es wirklich genau aufs Gleiche herauskommt. Da scheint man sich bei den Kosten für die Vermietung sehr genaue Gedanken gemacht zu haben. Oder es ist einfach Zufall.

Auch das ist natürlich nur eine grobe Kostenüberschlagung und kann davon abweichen. Vielleicht fallen die Reparaturkosten z. B. bei dir kleiner oder größer aus oder die anfängliche Installation kostet bei dir nicht so viel.

Was ist denn jetzt also besser?

Mieten oder kaufen. Was ist für dich besser?

Die kosten für die Miete eines Mähroboters scheinen recht genau kalkuliert zu sein. Es ist gar nicht so klar, ob du dabei mehr oder weniger zahlst, als mit einem gekauften Mähroboter. Es hängt viel davon ab, wie groß die Lebensdauer deines Mähroboters ist. Wenn du davon ausgehst, dass dein Mähroboter nach noch nicht mal 7 Jahren nichts mehr wert ist, da er kaputt ist, kann es sein, dass es günstiger ist zu mieten.

Das kann von Mähroboter zu Mähroboter und Marke zu Marke sehr unterschiedlich sein, HUSQVARNA Mähroboter halten jedoch im Allgemeinen recht lange. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie lange Mähroboter halten, dann kann ich dir diesen Artikel empfehlen.

Das Mieten eines Mähroboters bringt jedoch weitere Vorteile mit sich. So musst du dich nicht darum kümmern, wenn der Mähroboter mal defekt ist. Während du bei einem gekauften Mähroboter den Mähroboter selbst einschicken müsstest oder bei einem Vertrags-Händler abgeben müsstest, wird er bei einem gemieteten Mähroboter einfach abgeholt. Und du bekommst sofort einen neuen, während du sonst warten müsstet, bis dein Mähroboter aus der Reparatur wiederkommt.

Auch mit der Einwinterung musst du dich nicht beschäftigen. Die Vermietungsfirma nimmt das Gerät einfach zu Winterbeginn mit und bringt es dann im Frühjahr wieder perfekt gereinigt und gewartet zurück.

Einen Mähroboter schaffen sich viele ja an, da sie weniger Arbeit mit dem Rasen haben wollen. Mähroboter machen aber selbst etwas arbeitet, wenn auch nicht viel, dadurch dass eben diese Dinge wie Einwinterung anfallen, oder du aktiv werden musst, wenn das Gerät einen Defekt hat. Das kann schon sehr nervig sein.

Vorteile Mieten eines Mähroboters

  • Noch weniger Arbeit, als du eh schon hast
  • Es wird sich um deinen Mähroboter gekümmert
  • Du musst dir keine Gedanken um die Einwinterung machen
  • Du hast keinen Ärger mit Reparaturen: Das Gerät wird einfach vor Ort ausgetauscht
  • Einrichtung des Mähroboters meist günstiger als durch Installations-Services
  • Wartung des Mähroboters inklusive

Nachteile Mieten eines Mähroboters

  • Nur kleine Auswahl an Mähroboter
  • Es werden momentan nur teure Highend-Mähroboter vermietet
  • Chance einen genau passenden Mähroboter zu bekommen und so Kosten zu sparen klein
  • Je nachdem auch bei alternativem Kauf eines teuren Modells höheren Kosten bei Miete (abhängig von Lebensdauer)

Für jemanden der extrem wenig Arbeit mit seinem Mähroboter haben will, kann es daher wirklich eine tolle Alternative sein, das Gerät einfach zu Mieten und jemand anderes zu haben (nämlich den Vemieter), der sich um den ordnungsgemäßen Betrieb des Geräts kümmert.

Die Vorteile beim Mieten eines Mähroboters liegen also ganz klar in dem zusätzlichen Komfort und der Tatsache, dass du noch weniger Arbeit hast, als du eh schon hast. So läuft der Mähroboter wirklich fast ganz von alleine.

Allerdings ist es derzeit noch so, dass nur sehr wenige Mähroboter zur Miete angeboten werden. Die Auswahl an Geräten ist sehr klein und meist handelt es sich um ohnehin sehr teure Geräte. Für deinen Garten könnten auch ganz einfach ein sehr viel günstigeres Gerät in Frage kommen. Wenn du z. B. einen kleinen Garten hast, würde ein viel günstigeres Gerät in Frage kommen, wie eines dieser Geräte, die ich für kleine Gärten empfehle.

Vergleichbare Geräte werden aktuell nicht zur Miete angeboten, vermutlich weil sich der Aufwand für den Mähroboter Vermieter bei so kleinen Geräten nicht lohnen würde. Die Automower von dem oben vorgestellten Vermieter sind wirkliche highend Geräte, die auf fast allen Flächen gut klar kommen, aufgrund ihrer guten Gländegängigkeit und ihrer Fähigkeit, auch in sehr komplexen Gärten gut navigieren zu können. Dementsprechend teuer ist auch die Miete.

Abschlussbemerkungen

Ich denke ich konnte dir einen ganz guten Vergleich liefern. Diese Rechnung ist natürlich nicht super genau und ich habe viele weitere Faktoren ausgelassen, wie z. B. Zinseffekte oder Inflation etc.

Ich würde mich über eure Meinungen zu diesem Kostenvergleich freuen. Auch wenn ihr den ein oder anderen Kostenpunkt anders bewerten würdet.

Toll wäre auch, wenn wir hier eine Liste von Vermietern für Mähroboter zusammenstellen könnten. Diese sind derzeit noch rar gesät. Wenn du ein Händler bist, der auch Mähroboter Vermietung anbietet, dann melde dich gerne bei mir unter info@maehroboter-guru.de oder schreibe unten in die Kommentare.

Verwandte Fragen

Wie teuer ist es sich eine Kabelverlegemaschine zu mieten? EineKabelverlegemaschine kann das Verlegen des Begrenzungskabels und Suchkabels eines Mähroboters deutlich erleichtern. Diese sind recht teuer, daher ist es sinnvoll sie stattdessen zu mieten. Die Kosten dafür belaufen sich auf ca. 100 Euro pro Tag.

Auch interessant: 10 nützliche Werkzeuge zum Verlegen des Begrenzungskabels

Über den Autor
Matthias

Matthias

Matthias Müller ist einer der Gründer dieses Blogs. Er beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit allen Themen rund um Automatisierung, Robotik und Zukunftstechnologien. Gleichzeitig ist er ein großer Naturliebhaber und daher fasziniert von dem ungewöhnlichen Zusammenspiel aus Robotern und Natur.

April 22, 2019

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