Biete an einer Sonnenblume

Mähroboter sind eine Gefahr für Bienen und Igel

Hast du schon davon gehört, dass Mähroboter für Igel, Bienen und andere Tiere gefährlich sein sollen? Nun, das stimmt leider. Wenn bei dir ein Mähroboter herumfährt, kannst du allerdings dagegen etwas tun. Warum Mähroboter gefährlich für Igel, Bienen und andere Tiere sind und was du tun kannst, erfährst du hier.

Warum sind Mähroboter gefährlich für Igel und Bienen? Igel sind vor allen Dingen in der Dämmerung und nachts aktiv. Auch viele Mähroboter arbeiten zu dieser Zeit. Da Igel bei Gefahr nicht weglaufen, sondern sich zusammenrollen, werden sie dadurch besonders häufig von Mähroboter teilweise tödlich verletzt. Gleichzeitig finden Bienen und andere Insekten auf den immer kahlgemähten Flächen keine Nahrung.

Allerdings kannst du einiges tun, damit dein Garten trotzdem ein tierfreundlicher und ökologischer Garten ist, obwohl du einen Mähroboter einsetzt.

Ich halte den Schutz von Umwelt und Natur für sehr wichtig und auch wenn ich von Mähroboter begeistert bin, sind diese ökologischen Probleme doch etwas, was mich sehr stört. Nicht nur dass eine Gefahr für viele Kleintiere wie Igel im Garten besteht. Auch die Tatsache, dass auf einem kontinuierlich kahlgeschorenen Rasen weder ein Nahrungsangebot noch Rückzugsmöglichkeiten für Insekten herrschen, halte ich für problematisch, insbesondere vor dem Hintergrund des aktuellen dramatischen Insektensterbens.

Doch ein Mähroboter muss gar kein ökologisches Problem darstellen, wenn du einige Dinge beachtest und deinen Garten ein kleinwenig umgestaltest.

    1. Warum sind Mähroboter so gefährlich für Igel?
    2. Das kannst du tun, um Igel zu schützen
    3. Darum sind Mähroboter problematisch für Bienen und andere Insekten
    4. Schaffe ein Nahrungsangebot für Bienen und andere Insekten
    5. Verwandte Fragen

Warum sind Mähroboter so gefährlich für Igel?

Igel werden besonders stark durch Mähroboter gefährdet, da sie dämmerungs- und nachtaktiv sind und viele Mähroboter ebenfalls zu dieser Zeit mähen. Viele Mähroboter sind so programmiert, dass sie entweder während der frühen Morgenstunden sowie vormittags mähen, und bzw. oder auch in den Abendstunden.

Das macht ein Zusammentreffen zwischen Mähroboter und Igel sehr wahrscheinlich. Dazu gesellt sich ein weiteres Problem, das die Gefahr für Igel um ein Vielfaches potenziert. Sie laufen bei Gefahr nicht weg, sondern rollen sich zusammen. Das ist ein Schutzmechanismus den Igel haben, der sie zwar vor Fressfeinden schützt, nicht aber gegen die scharfen Klingen eines Mähroboters.

So kommt es dazu, dass sich in letzter Zeit durch die stark steigende Zahl an Mährobotern in Gärten immer mehr Unfälle mit Igeln ereignet haben, die dabei stark, oft auch tödlich, verletzt wurden. Hierüber hat der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LVB) berichtet.

Igel sind zudem klein genug, dass sie von Mähroboter nicht als Hindernis erkannt werden und einfach überrollt werden. Zudem machen Mähroboter die Nahrungsgrundlage von Igeln zugrunde, da sie Insekten, Regenwürmer, Schnecken und Co aus dem Garten vertreiben. Alles Dinge die der Igel gerne frisst.

Igel auf Rasen

Das kannst du tun, um Igel zu schützen

Es gibt gleich mehrere Möglichkeiten für dich, etwas zu tun um Igel vor der potentiellen Gefahr durch den Mähroboter zu schützen.

  • Mähzeiten ändern – Ändere wenn möglich die Mähzeiten deines Mähroboter so ab, dass er nicht nachts oder während der Dämmerung mäht. So kann es praktisch zu keinen Igelunfällen kommen, weil die Igel tagsüber nicht aktiv sind.
  • Größeres Modell – Wenn es die Flächenleistung deines Mähroboters nicht erlaubt, auf die Mähzeiten in Dämmerstunden und nachts zu verzichten, kannst du auch auf ein größeres Modell ausweichen, damit der Mähroboter seine Arbeit tagsüber schafft.
  • Igelschutz/Apfelschürze – Du kannst vorne an deinem Mähroboter einen speziellen Igelschutz anbringen. Hierfür kannst du beispielsweise ein Lochblech nutzen, wie es beispielsweise hier robomaeher.de gezeigt wird. Es gibt auch spezielle Apfelschürzen, die eigentlich verhindern sollen, dass Äpfel unter den Mähroboter geraten. Auch diese eigenen sich dazu, den Igel zu schützen, da er in zusammengerollter Form ähnlich groß ist.
  • Wähle ein lauteres Modell – Die Lautstärke von Mähroboter variiert zwischen 56 dB bis 75 dB. Das ist ein ziemlich gewaltiger Unterschied. Wenn der Igel den Mähroboter schon aus der Entfernung hört, entfernt er sich eher, anstatt sich zusammenzurollen, da er nicht plötzlich überrascht wird.

Wenn du zusätzlich dafür sorgst, dass auch Bienen und Insekten trotz deines Mähroboter in deinem Garten gut überleben können und eine Nahrungsgrundlage haben, tust du damit deinem Igel zusätzlich etwas Gutes, da dies ihm wiederum als Nahrungsquelle dient. Übrigens fressen Igel auch Schnecken.

Darum sind Mähroboter problematisch für Bienen und andere Insekten

Das tägliche Mähen des Rasens durch den Mähroboter ist deshalb aus ökologischer Sicht problematisch, da eine ständig kurz gemähte Rasenfläche praktisch keine Blüten bietet, die verschiedenen Insekten, wie z. B. Bienen und Schmetterlingen als Nahrungsquelle dienen. Andere Insekten oder auch Spinnentiere, die diese Insekten wiederum fressen, finden so ebenfalls keine Nahrung.

Insbesondere Bienen sind extrem wichtig für das ökologische Gleichgewicht. Zudem gelten sie als die wichtigsten Bestäuber von Pflanzen überhaupt. Vielleicht hast du schon davon gehört, dass es in den letzten Jahren zu einem massiven Bienensterben gekommen ist? Nicht nur das, Studien haben sogar herausgefunden, dass es in den letzten 27 Jahren zu einem dramatischen und massiven Sterben aller Insektenarten gekommen ist (75 % Rückgang der Populationen).

Dabei ist die Situation mittlerweile schon so schlimm, dass beispielsweise in Teilen Chinas bei Obstbäumen auf Plantagen die Bestäubung von Menschen gemacht werden muss. Andernfalls könnten die Bäume keine Früchte mehr tragen, da es keine Insekten mehr gibt, die dort diese Aufgabe übernehmen.

Das kann auch schon bald dramatische Folgen für die Landwirtschaft hier bei uns haben. Du siehst also, die Situation ist wirklich äußerst ernst und geht mittlerweile jeden etwas an.

Biene an einer Lavendel-Blüte
Bieten mögen Lavendel besonders.

Auf dem heimischen Garten, der regelmäßig von einem Mähroboter kurz gemäht wird, herrscht quasi eine einzige Monokultur aus perfektem Rasen. Das was der Rasenbesitzer eigentlich will, wobei er dabei jedoch nicht an die ökologische Vielfalt denkt.

Doch heißt das jetzt, dass du nur entweder einen schönen, perfekt gemähten Rasen haben kannst, oder einen ökologisch gesunden Garten? Nein, denn es geht auch beides!

Schaffe ein Nahrungsangebot für Bienen und andere Insekten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du deinen Garten wieder Insektenfreundlicher gestalten kannst. Beispielsweise kannst du extra Wildblumen-Inseln in deinem Garten anlegen. Diese können Bienen und anderen Insekten als Nahrungsangebot dienen. Außerdem können Insekten hier Schutz vor Fressfeinden suchen.

Auch an den Rändern und in den Ecken deines Gartens kannst du durch spezielle Bepflanzung das Nahrungsangebot für Bienen verbessern. Besonders bienenfreundliche Gewächse die gut in ein Blumenbeet passen sind z. B.:

  • Lavendel
  • Astern
  • Schafgarbe
  • Malve
  • Akelei
  • Lupine

Auf dem Balkon sind folgende Pflanzen gut für Bienen:

  • Küchenkräuter
  • Wandelröschen
  • Goldlack
  • Kapuzinerkresse
  • Verbene
  • Männertreu
  • Löwenmäulchen

Sträucher und ähnlich große Gewächse können sein:

  • Stachelbeere
  • Himbeere
  • Brombeere
  • Johannisbeere
  • Schlehe
  • Pfaffenhütchen
  • Efeu
  • Wilder Wein
  • ungefüllte Kletterrosen

Bäume und größere Gewächse:

  • Kornelkirsche
  • Weißdorn
  • Sal-Weide
  • Schnurbaum
  • Baumaralie
  • Honigbaum
  • Jeder beliebige Obstbaum
Schmetterlinge an Blüten

Wenn du alles perfekt machst, besteht dein Garten dabei sogar aus einer ausgewogenen Mischung aus Frühlings-, Sommer- und Herbstblühern.

Insgesamt kannst du durch eine ausgewogene Durchmischung deines Gartens und Schaffung verschiedener Rückzugsgebiete sowie Nahrungsangebote für Insekten deinen Garten ökologisch aufwerten. So schaffst du einen Ausgleich zu dem kurz gemähten Rasen. Kleine „Überlebensinseln“ bringen schon sehr viel. Übrigens helfen mehr Insekten natürlich auch wiederum dem Igel, der dadurch mehr zu fressen findet.

Verwandte Fragen

Sind Mähroboter gefährlich für Haustiere? Mähroboter können für Haustiere gefährlich sein. Trotz mittlerweile hoher Sicherheitsanforderungen an Mähroboter kommt es gelegentlich zu Verletzungen bei Haustieren durch Mähroboter. Daher sollten Mähroboter am besten zu Zeiten mähen, an denen sich kein Haustier im Garten befindet, oder unter Aufsicht stehen.

Auch interessant: Sind Mährobotergefährlich für Haustiere?

Über den Autor
Matthias

Matthias

Matthias Müller ist einer der Gründer dieses Blogs. Er beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit allen Themen rund um Automatisierung, Robotik und Zukunftstechnologien. Gleichzeitig ist er ein großer Naturliebhaber und daher fasziniert von dem ungewöhnlichen Zusammenspiel aus Robotern und Natur.

April 2, 2019