Mähroboter und Jahreszeiten
Foto: Chris Lawton auf Unsplash

Mähroboter und Jahreszeiten: Wann musst du was beachten?

Der optimale Rasenschnitt ist sehr stark von der jeweiligen Jahreszeit abhängig. Sonneneinstrahlung, Regenmenge und Temperatur ändern sich im Laufe einer Vegetationsperiode des Rasens und damit auch seine Ansprüche an die Pflege und den Schnitt.

Was muss mit einem Mähroboter zu den verschiedenen Jahreszeiten beachteten werden? Das Rasenwachstum ist vor allem von der Temperatur abhängig. Im Frühling wächst der Rasen sehr stark und muss auch dementsprechend häufig gemäht werden. Während der heißen Sommermonate verlangsamt sich das Wachstum des Rasens hingegen drastisch, steigt nochmal mit sinkenden Temperaturen gegen Ende des Sommers um dann im späten Herbst über den Winter ganz zu stoppen.

Und auch wenn dein Mähroboter für den Einsatz im Freien konstruiert wurde, müssen im Laufe wechselnden Jahreszeiten doch einige Dinge beachtet werde, um ihn gut und unbeschadet durch das Jahr zu bekommen.

In diesem Beitrag gehen wir auf die wechselnden Bedingungen Laufe eines Jahres ein. Du erfährst wie du deinen Rasenroboter der Jahreszeit entsprechend richtig einsetzt um deinen Rasen die optimale Pflege zukommen zu lassen.

Frühling

Ist der letzte Schnee geschmolzen und der Frost vorüber, beginnt die Vegetationsperiode der Pflanzen und auch deines Rasens. Warte nach dem Winter nicht zu lange mit den ersten Pflegemaßnahmen.  Bereits im März oder spätestens im April, sollte der Rasen von alten Mähresten und Moos befreit werden, dem sogenannten Rasenfilz. Nur so kann der Rasen genügend Sauerstoff und Wasser aufnehmen, um stark und üppig zu gedeihen.

Jetzt ist auch die Zeit deinen Mähroboter aus dem Winterquartier zu holen und startklar für die neue Saison zu machen. Denn nur kurze Zeit nach dem Vertikutieren und dem Ausbringen des ersten Düngers, ist es auch Zeit den Rasen erstmals zu mähen. Sobald der Boden eine konstante Temperatur von über 5° C erreicht hat, beginnt der Rasen bereits zu wachsen. 

Setzte den Mähroboter früh genug ein, damit der Rasen nicht zu lang für das Gerät wird. Meist kannst du schon im März mit dem Mähen beginnen.

Wie mache ich meinen Rasenroboter fit für die neue Saison?

Es ist so weit, der Frühling ist da und damit beginnt auch wieder die Gartensaison. Doch bevor du deinen Mähroboter erneut losschickst, musst du ihn zuerst wieder aus der Winterruhe erwecken.

Kontrolliere den Roboter zunächst auf äußere, sichtbare Schäden. Sind die Messer intakt und scharf? Weist das Gehäuse sichtbare Schäden auf? Ist über den Winter Korrosion am Gerät, dem Akku oder der Ladestation entstanden?

Ist alles in Ordnung, wird es Zeit den Roboter zu aktivieren. Lass das Gerät vorab laden (75-90 %) und schalte es erst dann ein. Du wirst bei den meisten Geräten dazu den Pin benötigen.

Bring die Ladestation nach draußen, suche dafür einen möglichst geschützten Platz oder verwende bestenfalls eine Rasenroboter-Garage. Schließe die Begrenzungskabel wieder an die Ladestation an.

Kontrolliere die Schnitthöhe, sie sollte nicht unter 3-4 cm liegen. Ganz zu Beginn der Saison muss der Roboter noch nicht allzu oft los, der Rasen wächst noch nicht so stark. Das ändert sich aber rasch. Mit steigenden Temperaturen und vermehrter Sonneneinstrahlung wird der Rasen bald munter sprießen. Dann muss der Schnittintervall angepasst werden.

Wie schnell wächst Gras nach?

Das Rasenwachstum ist abhängig von drei Faktoren: der Temperatur, der Feuchtigkeit des Bodens, sowie der Sonneneinstrahlung. Die optimale Temperatur für das Wachstum von Rasen liegt zwischen 10 und 18° C.

Im Frühjahr sind nicht nur die Temperaturen ideal, auch das unverzichtbare Wasser ist ausreichend vorhanden. Durch die noch nicht so intensive Sonneneinstrahlung verdunstet das Wasser nicht so stark wie im Sommer und der Rasen ist optimal mit Feuchtigkeit versorgt.

Der Frühling ist die Jahreszeit, in dem dein Rasen am stärksten wächst. Bis Ende Mai verbraucht der Rasen 2/3 seiner jährlichen Wachstumskapazität. Die Mähperioden müssen dementsprechend angepasst werden.

Lass den Rasen im Frühjahr nicht zu lange wachsen. Häufiges, aber dafür nur geringfügiges Kürzen des Rasens bekommt ihm am besten und sorgt für eine üppige und dichte Rasenfläche.

Verbleibt der Schnitt als Mulch am Rasen gilt: Je häufiger mähen, desto besser.

Ist der Schnitt hingegen zu lange, hindert es den Rasen am Atmen und kann durch die angestaute Feuchtigkeit zu schimmeln beginnen.

Fazit für den Frühling:

  • Vertikutieren vor dem ersten Mähen
  • Düngen nicht vergessen
  • Mähroboter früh genug einsetzen
  • Dein Rasen wächst im Frühling sehr schnell
  • In möglichst kurzen Intervallen mähen
  • Nur wenig kürzen, dafür häufiger
  • Schnittlänge nicht zu kurz (4-5 cm bei Zierrasen)

Sommer

Die Tage werden länger, die Sonneneinstrahlung intensiver. Sobald die Temperaturen im Sommer über 24° steigen, verringert sich das Wachstum von Gras stark. Durch die stärkere, und längere Sonneneinstrahlung verdunstet Wasser stärker, der Boden trocknet schnell aus.

Bedenkt man, dass die Wurzeln von Ziergras lediglich bis zu 5 cm in den Boden reichen, ist klar warum unser Rasen besonders empfindlich auf Trockenheit reagiert. Zudem ist Rasenfläche in der Regel an vielen Stellen der direkten Sonneneinstrahlung ungeschützt ausgesetzt.

In der heißen Jahreszeit minimiert sich das Wachstum deines Rasens, und stoppt bei 30° fast vollständig.

Das Wurzelwachstum endet bereits ab einer Bodentemperatur von 25° C. Die Abstände zwischen den Mähvorgängen müssen daher dementsprechend angepasst werden.

Im Hochsommer liegt der Fokus bei der Rasenpflege nicht mehr beim Mähen, sondern verschiebt sich auf die Bewässerung. Die Mähintervalle sollten angepasst werden, die Schnittlänge, gerade in trockenen und heißen Phasen, etwas länger eingestellt werden. 5 cm Rasenlänge bei Zierrasen ist im Sommer angebracht. Schneidest du den Rasen zu kurz, verdunstet das Wasser schneller, der Boden trocknet aus und der Rasen läuft Gefahr in der starken Sonne zu verbrennen.

Wenn du deinen Rasen schätzt, dann schicke deinen Mähroboter im Sommer nicht während der Mittagsstunden los. Der Rasen sollte in der heißen Jahreszeit in den frühen Morgenstunden oder abends in der Dämmerung gemäht werden. Ein Mähen in der Sonne und Hitze des Tages, kann den Rasen tatsächlich stark schädigen. Die Grashalme können von der Sonne verbrannt werden, der Boden trocknet leicht aus und die Halme sind im trockenen Zustand weniger flexibel und richten sich nicht mehr so leicht auf. 

Auch bewässern solltest du den Rasen im Sommer nicht während des Tages. An heißen Tagen kann das Wasser den Rasen eher schädigen, denn die Wassertropfen verstärken die Wärme noch zusätzlich. 

Dünger und Sonne sind eine besonders schädliche Kombination. Dünge deinen Rasen keinesfalls in direkter Sonneneinstrahlung. Bewässere, mähe oder dünge deinen Rasen also bitte nicht in der prallen Sonne.

Schadet die Hitze meinem Rasenroboter?

Für deinen Rasen ist die heiße Jahreszeit eine Herausforderung, doch wie sieht es mit deinem Roboter aus? Kann er durch die Hitze Schaden nehmen?

Dein Mähroboter ist für diverse verschiedene Witterungseinflüsse hergestellt. Sonne, Regen oder andere Wetterlagen schädigen den Rasenroboter in der Regel nicht.  Zu lange sollte dein Mähroboter aber nicht in der prallen Sonne fahren, das kann dem Akku schaden.

Auch die Ladestation ist empfindlich gegen Hitze. Daher sollte sie an einem geschützten, schattigen Platz im Garten aufgestellt werden. Vor allem während der Mittagszeit sollte die Ladestation im Schatten liegen und der Mähroboter morgens, oder gegen Ende des Tages mähen.

Fazit für den Sommer:

  • Nicht in der prallen Sonne mähen oder bewässern
  • Ladestation vor direkter Sonneneinstrahlung schützen
  • Schnittlänge anpassen – Rasen nicht zu kurz schneiden
  • Schnittintervall an verringertes Wachstum anpassen
  • Rasen nicht in der Sonne oder Trockenperiode düngen

Herbst

Sobald die Temperaturen wieder sinken, steigt die Wachstumsaktivität deines Rasens nochmals an, wenn auch nicht mehr so stark wie im Frühjahr. Die sinkenden Temperaturen im Spätsommer läuten die dritte und letzte Vegetationsphase deines Rasens ein. 

Die Tage werden wieder kürzer; die Sonneneinstrahlung ist nicht mehr so intensiv; die Temperaturen steigen selten über 25°; der Rasen wächst wieder. 

Für dich bedeutet das, du kannst die Rasenlänge wieder anpassen und den Rasen kürzer schneiden. Auch die Mähintervalle in denen der Roboter fährt, sollten wieder verkürzt werden.

Im Herbst erscheinen allerdings neue Umstände, die beim Einsatz mit dem Rasenroboter zu beachten sind. Obst wird reif und fällt von den Bäumen. Die Blätter färben sich, und spätestens mit den ersten Herbstwinden fallen Laub und Äste von den Bäumen und landen auf deinem Rasen.

Fallobst, Blätter und Co.

Schon ab dem späten Sommer findest du die ersten verfärbten Blätter auf deinem Rasen. Je nach Baumbestand kommen noch Zapfen und Obst dazu. 

Vereinzelte Blätter werden vom Rasenroboter ohne Probleme zerschreddert und stellen weder für den Roboter selbst noch für das Schneidwerk ein Problem dar.

 Auch vereinzeltes Fallobst wird vom Mähroboter zerkleinert, das bedeutet jedoch nicht, dass du das Laub und Äpfel getrost liegen lassen kannst. 

Zu große Mengen an Laub lässt nicht nur die Messer deines Mähroboters schneller stumpf werden, sondern schadet auch deinem Rasen. Der Rasen kann durch die großen Mengen an Laubmulch nicht mehr atmen und die Mulchschicht kann zudem zu schimmeln beginnen.

Fallobst, Äste und Laub sollten regelmäßig vom Rasen entfernt werden.

Hast du mehrere Obstbäume in deinem Garten, kann die Anschaffung einer Apfelschürze nützlich sein. Sie wird am Rasenroboter angebracht und schiebt Objekte wie Obst, Zapfen oder auch Äste aus dem Weg. 

Die Apfelschürze ist eine einfache und kostengünstige Methode zu verhindern, dass Fallobst unter den Mähroboter gelangt.

Außerdem schützt sie Igel davor, überfahren zu werden, denn auch Igel werden von der Schütze aus dem Weg geschoben bevor sie unter das Schneidewerk geraten können.

Winter

Der letzte Schnitt des Jahres solltest nicht zu früh, aber vor dem ersten Frost passieren. Schicke deinen Roboter im November zum letzten Mal los, schneide das Gras dabei besonders kurz. Das hilft deinem Rasen besser durch den Winter zu kommen.

Nun wird es Zeit deinen Mähroboter wieder einzuwintern.

Lade das Gerät vor dem Ausschalten nochmals bis zu 90% auf, schalte es aus und reinige es gründlich.

Bitte deinen Mähroboter nicht mit einem Schlauch oder gar Hochdruckreiniger abspritzen. Das eindringende Wasser kann das Gerät beschädigen.

Lass das Gerät trocknen, nimm die Messer und das Gehäuse ab und entferne alle Grasreste mit einem Tuch bevor du das Gerät wieder zusammenbaust.

Für die Lagerung benötigst du einen trockenen und Frost geschützten Platz (über 10° C). Das Gerät und die Ladestation müssen in unseren Breiten im Winter unbedingt nach drinnen.

Die Begrenzungs- und Suchkabelenden können getrost draußen bleiben, binde nur die Enden mit Isolierband ab um sie zu schützen.

Beachte beim Einwintern Hinweise in der Betriebsanweisung deines Gerätes, um Besonderheiten deines Roboters zu beachten, einige Akkus dürfen zum Beispiel nicht senkrecht, sondern nur in waagrechter Position gelagert werden.

Viele Hersteller bieten den Service des Winter-Checkups. Dabei wird das Gerät fachmännisch abgebaut, gereinigt und serviciert, mit einem kleinen Aufpreis kann das Gerät oft auch beim Vertragshändler in der Nähe eingewintert werden.

So hast du auch in der kommenden Saison garantiert Freude an dem Gerät. Wichtige Details über den Ablauf der Einwinterung des Mähroboters erfährst du in diesem Artikel von mir.

Matthias

Matthias Müller ist einer der Gründer dieses Blogs. Er beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit allen Themen rund um Automatisierung, Robotik und Zukunftstechnologien. Gleichzeitig ist er ein großer Naturliebhaber und daher fasziniert von dem ungewöhnlichen Zusammenspiel aus Robotern und Natur.

Mehr über den Autor

Juni 15, 2020

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Recent Content