Mähroboter und künstliche Intelligenz

Mähroboter und künstliche Intelligenz: Selbstlernende Rasenroboter im Anmarsch

Heute möchte ich mal über ein wirklich spannendes Thema schreiben: Mähroboter und künstliche Intelligenz. Also Mähroboter die gewissermaßen selbst denken können und eigene Entscheidungen treffen können. Um direkt mal die wichtigste Frage zu klären:

Gibt es Mähroboter mit künstlicher Intelligenz? Es gibt seit dem Jahr 2020 einen ersten Anbieter, der Mähroboter mit künstlicher Intelligenz produziert. Weitere Marken arbeiten an Modellen mit künstlicher Intelligenz oder planen dies zumindest für die Zukunft.

Aber bevor wir uns ins Thema stürzen, erst mal ein kleiner Überblick, worum es hier geht.

  • Ich gebe dir einen kurzen, einfachen Crashkurs, was mit künstlicher Intelligenz überhaupt gemeint ist
  • Ich zeige dir die spannendsten Entwicklungen und Ausblicke, die es derzeit auf diesem Gebiet gibt

Mähroboter und künstliche Intelligenz

Was ist künstliche Intelligenz?

Ich selbst finde das Thema künstliche Intelligenz super spannend und bin immer auf einem recht aktuellen Stand, was es alles Neues aus dem Gebiet zu berichten gibt, mit allen spannenden Möglichkeiten, aber auch Bedenken, die geäußert werden.

Hier will ich jetzt aber absolut nicht in die Tiefe gehen, sondern nur ganz grob an der Oberfläche kratzen und einfach nur versuchen, jemandem der gar keine Ahnung hat, worum es da eigentlich geht, ein ganz einfaches Verständnis davon zu geben. Mir sind die Dinge alle recht vertraut, aber ich kann mir vorstellen, dass natürlich auch viele kaum eine genaue Vorstellung haben, wovon wir da eigentlich sprechen.

Es gibt gar keine richtige Definition davon, was künstliche Intelligenz eigentlich ist, da es auch keine allgemeine Definition für „Intelligenz“ gibt. Trotzdem gibt es aber einen gewissen Konsens in Wissenschaft und Technik, worum es da eigentlich geht.

Automatisierung intelligenten Verhaltens

Die Grundidee liegt darin, dass versucht wird, intelligentes Verhalten zu automatisieren. Insbesondere wird daran gearbeitet, Entscheidungsstrukturen des Menschen nachzubilden.

Von normaler Software oder einem normalen Programm unterscheidet sich eine KI deshalb darin, dass sie selbstständig Entscheidungen trifft. Diese hat ihr niemand „einprogrammiert“ oder beigebracht, sondern sie lernt selbst, in verschiedenen Situationen bestimmte Entscheidungen zu treffen.

Es gibt also keinen Programmierer, der einfach jede mögliche Situation durchgeht und dafür verschiedene Entscheidungsoptionen festlegt, sondern die KI hat diese selbst erlernt. Im Endeffekt weiß dadurch am Ende auch niemand genau, warum eine KI eine bestimmte Entscheidung getroffen hat, denn dies basiert einzig auf ihren gesammelten Erfahrungen und wie sie diese bewertet.

KIs lernen ähnlich wie ein Mensch

Bei einem Menschen weißt du ja auch nicht genau, warum er eine bestimmte Entscheidung getroffen hat, denn du kannst ja nicht in seinen Kopf gucken und selbst wenn, würdest du aus dem Wirrwarr aus vernetzten Neuronen nicht schlau werden.

Heutige KIs verwenden in der Regel künstliche neuronale Netze, also ganz ähnlich wie ein Mensch, die verschiedene „Inputs“, also für uns Menschen „Eindrücke“ oder „Erfahrungen“, nach einem Muster bewerten. Diesen Bewertungsmechanismus passen sie ständig an.

So wie ein Kind, das laufen lernt. Wenn es beim Versucht zu laufen hinfällt, tut das weh. Das ist das Signal, dass etwas am „Lauf-Algorithmus“ noch nicht stimmt. Also wird dieser geringfügig angepasst, quasi an kleinen Stellschrauben etwas geringfügig verändert, so lange bis das Laufen richtig funktioniert. So in der Art funktioniert es auch bei KIs.

Dieser Vorgang des Lernens mit künstlichen neuronalen Netzen wird Deep Learning genannt, das ist ein Teilbereich des Machine Learnings.

Jetzt bin ich schon fast tiefer in die Materie gegangen als ich wollte. Was du also mitnehmen solltest: Schon heute können Lernprozesse des Menschen in KIs nachgebildet werden, so dass sie durch die wiederholte Konfrontation mit einer Situation immer bessere Entscheidungen treffen.

Dieses Video das ich gefunden habe erklärt das Wesentliche auch noch mal ganz gut:

Was ist besonders an Mährobotern mit künstlicher Intelligenz?

Was ist also das Besondere an Mährobotern mit künstlicher Intelligenz? Ganz einfach: Bisher gab es sowas nicht. Die Mähroboter der verschiedenen Hersteller die derzeit auf den Rasen umherwandern, besitzen keine künstliche Intelligenz, sondern haben ganz fest einprogrammierte Entscheidungsmechanismen.

Zwar sieht es so aus, als hätten sie einen eigenen Willen, wenn sie kreuz und quer durch die Gegend fahren. Doch die Entscheidungen die sie treffen, basieren komplett auf Zufall. Es sind bestenfalls spezielle Algorithmen eingebaut, die den Zufall etwas optimieren, so dass der Mähroboter die Fläche etwas effizienter abarbeitet.

Doch der Mähroboter lernt nicht dazu und versteht auch nicht, wie dein individueller Garten beschaffen ist. Er passt sein Verhalten also auch nicht an deinen Garten an. Er lernt höchsten durch Software-Updates ein paar neue „Tricks“. Mehr aber auch nicht.

Ein Mähroboter mit künstlicher Intelligenz würde wirklich verstehen, was in deinem Garten los ist, wie er geformt ist etc. Er würde z. B. denken: „Aha, immer wenn ich soundso an dieser Stelle langfahre, verhake ich mich irgendwie. Also probiere ichs mal anders, vielleicht klappt es dann“.

Oder wie wäre es mit einem Mähroboter mit Kamera, dem du einfach zeigst, wo die Fläche ist, die er mähen soll, er versteht das und merkt sich die Fläche. Kein Begrenzungskabel, keine aufwendige Installation.

Oder ein Mähroboter der schon von weitem Menschen und Tiere erkennt und einen Bogen um sie macht. KI machts möglich. Wenn wir von selbstfahrenden Autos reden, die sich im Straßenverkehr orientieren können, warum nicht auch selbstfahrende Mähroboter, die sich in deinem Garten orientieren können?

Tja… sowas gibt es jetzt! Mehr dazu gleich!

Wie Mähroboter mit künstlicher Intelligenz die Gartenarbeit revolutionieren

Ich schaue schon seit einiger Zeit immer regelmäßig, was alles so in der Mache ist, zum Thema KI und Mähroboter. Z. B. gab es vor mittlerweile einiger Zeit ein Interview mit einem Mitarbeiter von BOSCH, indem die Rede davon war, dass künstlicher Intelligenz in deren Mährobotern verwendet werden soll.

Auch HUSQVARNA hat einige sehr ambitionierte Ziele und Visionen bis hin zu KI-gesteuerten Mähroboter-Schwärmen, die komplexe Parkanlagen bearbeiten. Es ist eigentlich auch klar, dass das irgendwann kommen muss. Service-Roboter die bei uns zu Hause arbeiten, müssen immer intelligenter werden und klar, dass dann irgendwann auch Machine Learning und richtige künstliche Intelligenzen zum Einsatz kommen.

Aber warum so lange warten? Ich habe mir schon eine ganze Weile gedacht: Warum gibt es eigentlich nicht jetzt schon Mähroboter, die Machine Learning verwenden und sich so auf den individuellen Garten einstellen können? Soo kompliziert ist die Technologie nun auch wieder nicht und sie ist vor allen Dingen schon verfügbar.

Tja… und tatsächlich.

ENDLICH!! Endlich gibt es sowas! Endlich gibt es KI-gesteuerte Mähroboter! Und natürlich habe ich es sofort entdeckt! 😊

Das Produkt von dem ich rede nennt sich Toadi. Und das werde ich dir jetzt als erstes kurz vorstellen.

Toadi – Der erste marktreife Mähroboter mit künstlicher Intelligenz

Toadi - KI gesteuerter Mähroboter mäht den Rasen
Foto: Toadi ©
Toadi – KI gesteuerter Mähroboter mäht den Rasen

Das ist ein wirklich interessantes Gerät, dass ich mir auf jeden Fall auch noch genauer anschauen werde und ein Review machen werde. Für jetzt will ich dir aber nur mal kurz vorstellen, worum es bei diesem Gerät eigentlich geht.

Das besondere an Toadi ist, wie schon gesagt, dass er künstliche Intelligenz verwendet. Aber wie genau und was genau macht er eigentlich damit?

Toadi arbeitet mit einer Kamera und KI

Toadi funktioniert ganz anders, als alle Mähroboter die ich kenne. Toadi hat nämlich eine Kamera, mit der er in einem großen Bereich vor sich alles überblicken kann. Diese Kamera dient ihm dazu, die Form und Beschaffenheit des Gartens, aber auch Objekte und Personen zu erkennen.

Er verwendet keinen Begrenzungsdraht, sondern macht alles mit der Kamera. Er versteht seine Umgebung! Am Anfang „zeigst“ du ihm einfach die Fläche, die er mähen soll, wo die Grenzen sind usw. Er nimmt das alles mit der Kamera auf und versteht dann, dass er hier mähen soll und dort nicht.

Und, ganz wichtig: Er lernt auch beim Mähen!

Außerdem hat er eine KI-basierte Erkennungssoftware. Damit kann er Objekte erkennen. Z. B. erkennt er, wenn ein Igel über deinen Rasen läuft. Er erkennt diesen als Tier und hält sich von ihm fern, um ihn nicht zu verletzen.

Ein anderes Szenario das vorgestellt wird: Dein Hund hält ein Nickerchen auf dem Rasen. Toadi erkennt den schlafenden Vierbeiner und macht einen Bogen um ihn.

Oder liegt ein Gegenstand auf dem Rasen rum, der ihm ungewöhnlich vorkommt, z. B. ein Schuh, dann erkennt er auch das und fährt einfach außen rum.

Auch Fallobst und dergleichen erkennt er als solches, genauso wie Blumenbeete, Pools, einen zaunlosen Rand, Büsche, Steigungen. Und mit diesen Informationen navigiert er auf die effizienteste und sicherste Art und Weise.

Ab September 2020 soll er auch in der Lage sein, entlang der Ränder zu mähen.

Alles ganz spannende Sachen, die ich vielleicht auch bald mal testen kann 😊

Toadi ist gleichzeitig Wachhund

Die Kamera kann noch mehr. Bei der eingebauten Kamera handelt es sich um eine 4K-Kamera. Diese ist sogar mit Nachtsicht ausgestattet. Du kannst Toadi nämlich beauftragen, nachts Wache zu halten und den Garten zu sichern.

Die Kamera kann auch Fotos aufnehmen und sogar Live-Aufnahmen machen und diese an dein Smartphone senden. Dafür braucht er wohl noch nicht mal unbedingt WLAN, sondern kann sich auch mit dem 3G Netz verbinden.

Schau dir auch mal dieses Video an, in dem Toadi vorgestellt wird:

Woher bekommst du einen Toadi?

Toadi ist ein kleines Startup, das sich über Crowd-Funding finanziert. Mittlerweile haben sie auch schon einige größere Investoren. Da es sich aber um ein Starup handelt, können sie das Produkt noch nicht in großer Stückzahl produzieren.

Wenn du so ein Gerät haben willst, musst du es auf der Seite für 9 Euro reservieren. Es gibt übrigens aktuell zwei Varianten, „Toadi“ und „Toadi Pro“. Ersterer ist für Mähflächen bis 2.400 QM und Wachflächen bis 7.500 QM geeignet, die Pro Variante schafft 4.200 QM Mähfläche und 15.000 QM Wachfläche.

Außerdem gibt es drei unterschiedliche Farbvarianten, „C-3PO Gold“, „Solo Silver“ und „Leia White“. Man hat offenbar eine gewisse Vorstellung der Zielgruppe. Ich finde die Namen klasse! 😀

Was ich auch super finde: Der Mähroboter wird mit additiven Produktionstechniken produziert, also mit 3D-Druck! Wo auch immer du bist: Das Gerät wird bei dir in der Nähe „ausgedruckt“ und zusammengebaut. Überall werden kleine Produktionsstätten eingerichtet, die das leisten können.

Als Material dient ein auf Maisstärke und Zuckerrohr basierter Kunststoff. Eine spezielle Nanobeschichtung schützt das Gerät vor allen Umwelteinflüssen.

Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich bin schon ziemlich beeindruckt von dem Gerät 😊

Ich bin mit dem Startup in Kontakt und werde euch bald mit noch mehr Informationen versorgen. Vielleicht werde ich das Gerät demnächst auch mal testen. Du bekommst auf jeden Fall noch ein umfangreicheres Review hier auf dem Blog!

BOSCH arbeitet ebenfalls an Mährobotern mit künstlicher Intelligenz

Auch der Hersteller BOSCH scheint an Lösungen mit künstlicher Intelligenz zu arbeiten. Die Vision ist es, dass ihre Mähroboter in Zukunft individuell lernen und eigene Entscheidungen treffen kann.

Der Mähroboter soll sich dann an jeden spezifischen Garten anpassen, so wie ich es oben auch schon beschrieben habe. Er soll also Erfahrungen über den Garten sammeln und sich speziell an diesen Garten anpassen.

Und wenn sich etwas ändert im Garten, soll er auch in der Lage sein, sich auf diese neuen Bedingungen einzustellen und flexibel auf neue, ungewohnte Gegebenheiten reagieren.

Leider gab es von BOSCH da in letzter Zeit keine Neuigkeiten, wie weit die Entwicklung der Technologie ist und ob da in absehbarer Zeit auch mit einem konkreten Gerät gerechnet werden kann.

Auch hier werde ich dich natürlich hier auf meinem Blog auf dem Laufenden halten. Hier kannst du den letzten Beitrag von BOSCH zum Thema Mähroboter und künstliche Intelligenz lesen.

Haben wir bald KI-gesteuerte Mähroboter-Schwärme für Parkanlagen?

Was ziemlich verrückt klingt, soll wenn es nach HUSQVARNA geht irgendwann Realität sein. KI-gesteuerte Mähroboter-Schwärme. Die auch noch fliegen!

Klingt wirklich ein bisschen verrückt und nach Science-Fiction. Naja, es handelt sich um eine Zukunfts-Vision, es gibt da noch nichts Konkretes und du wirst das auch nicht morgen im Ladenregal finden.

Aber die Idee ist, dass für große Parkanlagen, oder Flächen auf Dächern, eine Art Riesendrohne viele kleine Mähroboter verteilt, die sich dann als intelligenter Schwarm verhalten und gegenseitig mit ihrer Arbeit abstimmen.

Und das Ganze soll KI-gesteuert sein! Schau dir einfach mal dieses Video von HUSQVARNA an:

Ich hoffe nur, dass diese Mähroboter-KI nicht irgendwann auf die Idee kommt, die Weltherrschaft an sich zu reißen: Mit intelligenten fliegenden Mähroboter-Schwärmen ist bestimmt nicht zu scherzen 😉

Matthias

Matthias Müller ist einer der Gründer dieses Blogs. Er beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit allen Themen rund um Automatisierung, Robotik und Zukunftstechnologien. Gleichzeitig ist er ein großer Naturliebhaber und daher fasziniert von dem ungewöhnlichen Zusammenspiel aus Robotern und Natur.

Mehr über den Autor

April 21, 2020

4 thoughts on “Mähroboter und künstliche Intelligenz: Selbstlernende Rasenroboter im Anmarsch

  1. Hallo Matthias,

    Vielen Dank für deinen Blog. Er ist sehr interessant.
    Ich warte schon seit einem Jahr auf solche Mähroboter… Ich bin auch mit dem „Volta Mora“ gestoßen. Hast du etwas davon gehört?

    Liebe Grüße,

    DCB

    1. Hallo Bordon,

      den habe ich bisher tatsächlich übersehen! Ich habe auch noch ein paar weitere spannende Neuheiten entdeckt, daher werde ich den Artikel hier wohl bald updaten müssen! Danke für den Tipp 😉
      VG
      Matthias

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