Saugroboter für mehrere Räume: So funktioniert es

Bei meiner Suche nach einem passenden Saugroboter habe ich mich gefragt, ob ein Saugroboter mehrere Räume saugen kann, wie genau das funktioniert und worauf vor dem Kauf geachtet werden sollte. Das wichtigste zuerst: Ja, es ist grundsätzlich möglich. Aber man sollte bei der Wahl des Saugroboters auf die passenden Zusatzfunktionen und die Bedingungen im eigenen Zuhause achten. Wie es am besten klappt, erkläre ich dir hier.

Saugroboter für mehrere Räume müssen in der Lage sein, eine digitale Karte der Wohnung zu erstellen. Er sollte über unterschiedliche Reinigungsprogramme verfügen, die er je nach Reinigungsbedarf im Raum einsetzen kann. Eine sehr gute Sensorik wie z. B. Laserdistanz, sowie eine hohe Saugleistung sind ebenfalls wichtig.

Damit sich dein Saugroboter gut in deiner Wohnung zurechtfindet und zwischen den einzelnen Räumen navigieren kann, sollte er mit den richtigen Funktionen ausgestattet sein. Welche das sind und wie diese funktionieren erfährst du hier.

So können Saugroboter gut Zwischenräumen navigieren

Oben habe ich es kurz angeschnitten, welche Funktion wichtig sind, damit dein Saugroboter in mehreren Räumen saugen kann und zwischen diesen navigieren kann. Ich werde dir diese jetzt noch mal etwas genauer erklären, außerdem gibt es noch einige weitere Funktionen, die in bestimmten Situationen wichtig sein können.

Folgende Funktionen zeichnen einen Saugroboter aus, der sich für das Saugen von mehreren Räumen eignet:

  • Erstellen einer digitalen Karte
  • Möglichkeit individuelle Reinigungsprogramme einzusetzen
  • Hohe Saugleistung bzw. Flächenleistung
  • Hervorragende Sensorik, vorzugsweise Laserdistanz-Sensorik
  • Steuerung per App

Weitere nützliche Funktionen (situationsbedingt):

  • Automatisches aufladen bei schwachem Akku (mit Rückkehr zum letzten Standort)
  • Kletterfähigkeit für kleine Erhöhungen (Teppichkante, Türschwelle, Höhenunterschiede zwischen Räumen)
  • Virtuelle Wände/Sperrzonen/Lighthouse

Die wichtigste Funktion mit der dein Saugroboter ausgestattet sein sollte, ist die Fähigkeit eine digitale Karte von deiner Wohnung zu erstellen. Das braucht er, um sich in deiner Wohnung zurechtzufinden und zwischen den Räumen zu navigieren.

Damit der überhaupt eine gute und möglichst akkurate digitale Karte anfertigen kann, braucht der Saugroboter eine sehr gute Sensorik. Saugroboter die mit schlechteren bzw. ungenaueren Sensoren ausgestattet sind (beispielsweise Navigation per Kamera), erstellen deutlich ungenauere Karten.

Die verschiedenen Räume in der Wohnung haben außerdem verschiedene Reinigungsanforderungen und werden unterschiedlich schnell dreckig, weshalb es wichtig ist, dass ein Saugroboter für mehrere Räume über individuelle Reinigungsprogramme verfügt.

Den größten Nutzen kannst du in großen Wohnungen aus dem Saugroboter ziehen, wenn dieser sich per App konfigurieren lässt und du auf der digitalen Karte mittels App z. B. Sperrzonen einrichten kannst oder den Saugroboter manuell anweisen kannst, einen bestimmten Raum zu saugen.

Nicht alle digitalen Karten eignen sich

Frühere Generationen von Saugrobotern hatten große Schwierigkeiten zwischen mehreren Räumen in Wohnungen zu navigieren. Und auch heute schaffen das bei weitem nicht alle. Eine wichtige Funktion, die ein Saugroboter haben sollte, um das Navigieren zwischen mehreren Räumen zu meistern, ist die Fähigkeit digitale Karten anzulegen.

Allerdings gibt es hier auch Unterschiede. Es kommt nämlich drauf an, mit welcher Sensorik der Saugroboter ausgestattet ist. Günstigere Modelle verwenden zur Navigation oft Kameras. Damit meine ich nicht jene Kameras, mit denen der Saugroboter Hindernissen ausweichen kann. Bei Saugrobotern mit Kamera-Navigation sind die Kameras nach oben ausgerichtet und scannen sozusagen die Decke ab.

Der Saugroboter nimmt dann an, dass die Decke dem Grundriss der Räume entspricht und erstellt auf dieser Grundlage eine Karte. Diese Karten sind jedoch recht ungenau und beinhalten vor allen Dingen keine Hindernisse, wie z. B. Möbel. Mit diesen Karten kannst du auch meist nichts anfangen bzw. es gibt erst gar keine App mit der du die digitale Karte benutzen kannst (der Saugroboter behält sie quasi nur für sich).

Daher würde ich dir eher zu einem Saugroboter raten, der mit Laserdistanz-Sensorik (auch „Laserscanner“ genannt, Abkürzung LDS oder LIDAR) ausgestattet ist. Diese sind viel genauer und erstellen entsprechend exaktere Karten. Auf diesen Karten werden auch verwinkelte Ecken, Abschlussräume oder kleinere Kämmerchen sehr gut erfasst und in die digitale Karte mit aufgenommen.

Und das sind dann auch meist die Saugroboter, die auch über eine entsprechende App verfügen, auf der du dann Sperrzonen einrichten kannst etc.

Das Einrichten von Sperrzonen ist sehr praktisch, vor allem für Bereiche die permanent vermieden werden sollen, zum Beispiel weil sich dort Kabel befinden, aber auch zu markieren von temporär nicht erlaubten Bereichen, zum Beispiel wenn du es mal nicht geschafft hast vorher frei zu räumen.

Darum brauchst du individuelle Reinigungsprogramme bei deinem Saugroboter

Wenn ein Saugroboter mehrere Räume saugen soll, kommt er mit ganz unterschiedlichen Situationen in Berührung. Im einen Raum liegt Hochflorteppich, der nächste Raum ist gefliest und der nächste Raum hat wiederum Parkett. Da muss der Saugroboter sich auf die jeweilige Situation einstellen können.

Beispielsweise benötigt er mehr Saugkraft beim Saugen eines Teppichs, besonders wenn es sich um einen Hochflorteppich handelt. Außerdem sind Saugroboter mit individuellen Reinigungsprogrammen meist auch mit mehreren Multiboden-Bürsten ausgestattet, die in unterschiedlichen Situationen eingesetzt werden können.

Dann gibt es bestimmte Räume die einfach häufiger dreckig werden, wie zum Beispiel der Flur, den viel Dreck zum Beispiel durch Schuhe hereingetragen werden kann. Ein guter Saugroboter für mehrere Räume ist in der Lage, bestimmte Räume häufiger zu saugen.

Eine schlaue Alternative könnte auch sein, anstatt eines gewöhnlichen Saugroboters direkt zu einem Saug-Wischroboter zu greifen. Dieser kann an den gewünschten Stellen zusätzlich auch wischen. Mittlerweile sind sehr viele Saugroboter zusätzlich mit einer Wischfunktion ausgestattet und ich finde dies seine sehr sinnvolle Ergänzung für Saugroboter für mehrere Räume.

Falls dir nicht sicher bist, ob du dir einen Saugroboter oder doch lieber einen Saugwischroboter zulegen solltest, findest du in diesem Artikel eine Menge Hilfe, wie du dich entscheiden kannst.

Saugroboter für mehrere Räume sollten über eine hohe Flächenleistung verfügen

Der Regel gilt die einfache Formel: Je mehr Räume, desto größer die Fläche. Daher besten Saugroboter für mehrere Räume eine höhere Flächenleistung haben. Dabei wird die Flächenleistung vor allem von drei Dingen bestimmt:

  • Der Größe des Auffangbehälters
  • Der Ladekapazität des Akkus
  • Der Navigationsfähigkeit des Saugroboters

Saugroboter für mehrere Räume sollten einen großen Auffangbehälter haben

Es ist naheliegend, dass die Größe des Auffangbehälters über die Flächenleistung des Saugroboters bestimmt. Ist der Auffangbehälter relativ schnell voll, muss der Saugroboter wieder zur Ladestation zurückkehren. Und wenn du dann keine Absaugstation hast, dann wars das erst mal mit saugen, so lange bis zu den Auffangbehälter gelehrt hast. Also ist ein großer Auffangbehälter wichtig.

Ein großer Akku bedeutet nicht gleich große Akku-Laufzeit

Das gleiche gilt für den Akku. Saugt der Saugroboter mehrere Räume, ist die Fläche dem entsprechend größer und er braucht entsprechend mehr Energie, um mit der Arbeit fertig zu werden. Allerdings entscheidet nicht alleine die Größe des Akkus, denn wenn dein Saugroboter verschwenderisch mit seiner Energie umgeht, hilft auch ein noch so großer Akku nicht.

Daher solltest du am besten auf die Akku-Laufzeit achten. Unter 90 Minuten Laufzeit sollte ein Saugroboter für mehrere Räume nicht haben.

Es gibt Saugroboter die können sich merken, wo sie zuletzt gesaugt haben, um nach ihrem Ladevorgang an der Ladestation an den Punkt zurück zu kehren. Allerdings dauert so der ganze Prozess natürlich viel länger, wenn der Saugroboter immer zum laden hin und her fahren muss. Daher lieber einfach eine große Akku-Laufzeit und gut ist 😊

Saugroboter für mehrere Räume sollten systematisch navigieren

Es gibt Saugroboter die navigieren per Zufallsprinzip. Wenn sie also einen Raum saugen, fahren sie einfach kreuz und quer durch die Gegend. An Hindernissen machen sie kehrt und fahren einfach in eine zufällige andere Richtung, nach dem Motto: Wenn ich alles kreuz und quer sauge, habe ich irgendwann alles gesaugt.

Im Gegensatz zu Mährobotern wird das Chaosprinzip bei Saugrobotern eher von den günstigeren Modellen verwendet, da es sehr ineffizient ist und natürlich mehr Akku-Leistung braucht. Der Saugroboter braucht also länger für einen einzelnen Raum und hat dann auch noch das Problem, dass der Akku schon leer ist, bevor überhaupt die ganze Wohnung gesaugt wurde.

Daher solltest du auf jeden Fall auf einen Saugroboter setzen der systematisch navigiert. Die meisten Saugroboter mit digitaler Karte tun dies ohnehin (und ohne digitale Karte geht es auch gar nicht).

Doch selbst unter Saugroboter dann mit digitaler Karte gibt es eine ganze Reihe lieber einen Bogen machen solltest. Es gibt nicht wenige Saugroboter die schon mit bei wenigen Räumen komplett durcheinander kommen und sich nicht mehr zurechtfinden.

Saugroboter mit App eignen sich besonders gut für Wohnungen mit mehreren Räumen

Dein Saugroboter sollte am besten per App steuerbar und konfigurierbar sein, denn in einer Wohnung mit mehreren Räumen ist es sehr wahrscheinlich, dass du eben bestimmte Zonen ausgrenzen willst, oder dass du den Saugroboter anweisen möchtest, gezielt in einem bestimmten Zimmer zu saugen.

All das kannst du nur mit einer App tun. Nachdem der Saugroboter dein Zuhause gescannt hat, kannst du auf der App die digitale Karte deiner kompletten Wohnung sehen. Jede App ist, abhängig vom Anbieter, etwas anders aufgebaut – du kannst Sperrzonen farblich markieren oder mit Linien definieren, ab welchem Bereich der Saugroboter umdrehen soll.

Beachte bestimmte Besonderheiten in deiner Wohnung

Je nach Situation in deiner Wohnung ist es ratsam ein paar Besonderheiten mit einzukalkulieren. Besonders in Altbauwohnungen sind z. B. häufig Türschwellen mit zwei bis drei Zentimetern Höhenunterschied vorhanden. Nicht jeder Saugroboter kommt damit klar. Es gibt jedoch bestimmte Saugroboter die sich gut dafür eignen, auch kleinere Stufen zu nehmen.

Am besten misst du die Kantenhöhe nach. Viele Hersteller machen Angaben darüber, welche Höhe ihr Saugroboter maximal bewältigen kann. Hier gibt es große Unterschiede je nach Modell.

Gibt es eine Treppe bei dir im Haus? Saugroboter haben einen Absturzsensor, doch diese können in seltenen Fällen auch mal ausfallen. Oder sie sind einfach verdreckt, dann kann der Saugroboter die Treppe nicht erkennen und fällt womöglich herunter.

Es ist also sinnvoll, die Treppe extra auszugrenzen. Auch das kannst du natürlich per App machen. Wenn du allerdings auf Nummer sicher gehen willst, könntest du auch nach einem Saugroboter schauen, der Magnetstreifen oder Lichtschranken unterstützt. In diesem Artikel gehen wir darauf ein, wann und wie Saugroboter die Treppe herunter fallen und wie du das verhindern kannst.

Matthias

Matthias Müller ist einer der Gründer dieses Blogs. Er beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit allen Themen rund um Automatisierung, Robotik und Zukunftstechnologien. Gleichzeitig ist er ein großer Naturliebhaber und daher fasziniert von dem ungewöhnlichen Zusammenspiel aus Robotern und Natur.

Mehr über den Autor

Mai 21, 2021

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