Saugroboter und Kinder: Was ist zu beachten?

Ein Saugroboter kann den Alltag mit Kindern um einiges vereinfachen. Doch es gibt auch gewisse Faktoren, die du beachten solltest, damit deine Kinder und dein Saugroboter auf harmonische und ungefährliche Weise zusammen leben können. In diesem Artikel erkläre ich dir, auf was du alles achten solltest.

Kinder bis vier Jahren sollten mit einem Saugroboter nicht unbeaufsichtigt alleine gelassen werden. Außerdem dürfen kleine Spielzeugteile nicht auf dem Boden liegen, da der Saugroboter sie sonst einsaugt. Auch bei der Anschaffung des Saugroboters muss einiges beachtet werden, zum Beispiel die Lautstärke des Geräts.

Wie du das Zusammenleben deiner Kinder mit dem Saugroboter problemlos gestaltest und wobei es bei dem Kauf eines passenden Saugroboters ankommt, erfährst du beim Weiterlesen.

Welche Gefahren kann ein Saugroboter für Kinder mit sich bringen?

Wenn in einem Haushalt Kinder leben, ist regelmäßiges Saugen unabdingbar. Eltern kennen es sicherlich zu gut: Sandkastenschuhe, mit denen die Kinder kurzerhand durch die gesamte Wohnung laufen, Essensreste, die vom Tisch rieseln, oder aber verstreute Kekskrümel vom Snack zwischendurch. Da müsstest du schon den ganzen Tag mit dem Staubsauger hinterher laufen, um alles sauber halten zu können. Doch das würde eine Unmenge an Zeit fressen. 

Ein Saugroboter, der mehrmals täglich ganz alleine reinigt, scheint daher ein perfekter Haushaltshelfer. Doch auch wenn der Saugroboter in einem Haushalt mit Kindern viele Vorteile mit sich bringt, musst du dabei auch einiges beachten, damit der Roboter nicht zu einer Gefahr für deine Kinder wird.

Folgende Gefahren können für dein Kind von einem Saugroboter ausgehen:

  • Stromschläge
  • Schnittverletzungen
  • Stürze
  • Handverletzungen 
  • Gehörschäden

Ein Saugroboter ist kein Kinderspielzeug

Videos, in denen Kleinkinder auf einem fahrenden Saugroboter sitzen, sind bei YouTube scheinbar zu einer Art Trend geworden. Klar, das ist erheiternd und niedlich anzusehen – allerdings verbirgt sich hinter der Fahrt auf dem Saugroboter auch eine erhebliche Gefahr für ein Kleinkind. 

Die Geschwindigkeit der Roboter sollte nicht unterschätzt werden. Es besteht die Gefahr, dass das Kind bei der Fahrt vom Saugroboter fällt, vielleicht noch mitgeschliffen wird oder eine Hand überrollt wird. Vor allem wenn der Roboter gegen ein Möbelstück fährt, gibt es trotz des Stoßdämpfers einen Ruck, bei dem das Kind schnell das Gleichgewicht verlieren kann.

So solltest du auch die Gefahr für deine Kinder bei einem normalen Gebrauch des Saugroboters nicht unterschätzten. Du solltest dir immer vor Augen halten, dass es sich bei einem Saugroboter nicht um ein Spielzeug für deine Kinder handelt, sondern um ein elektrisches Haushaltsgerät. 

Daher besteht auch hier die Gefahr eines Stromschlags. Zwar ist ein GS-geprüfter und funktionsfähiger Saugroboter ausreichend abgesichert, um solch einen Stromschlag zu vermeiden. Doch wenn ein Defekt vorliegt, kann es trotzdem dazu kommen. Weiter kann es durch den Saugroboter zu Schnittverletzungen kommen, wenn das Gerät etwa am Gehäuse einen Defekt aufweist, sei es durch Abnutzung oder auch einen Verarbeitungsfehler.

Der Saugroboter kann mit deinem Kind kollidieren

Ein Saugroboter mit intelligenter Navigation fährt seine festen Bahnen ab. Zwar sorgen seine Sensoren dafür, dass er Hindernisse erkennt und um sie herum fährt, doch nicht alle Hindernisse erkennt der Saugroboter sofort und fährt auch mal dagegen. Trotz des meist eingebauten Stoßdämpfers, der den Aufprall abmildert, um etwa Möbelstücke nicht zu beschädigen, wird ein gewisser Druck auf das Hindernis ausgeübt. 

Ob das Hindernis das Sofa oder dein Kind ist, kann der Roboter nicht unterscheiden. So kann es also auch passieren, dass der Saugroboter gegen dein Kind fährt. Vor allem Kleinkinder, die noch keinen festen Stand haben, können dadurch stürzen und Verletzungen davontragen. Besonders bei Kleinkindern, die gerade das Krabbeln für sich entdeckt haben, besteht außerdem die Gefahr, dass der Saugroboter über die Hände des Kindes fährt.

Zu hohe Geräuschbelastung ist schlecht für das Gehör von Kindern

Nicht zu unterschätzen ist auch die Geräuschbelastung, die von einem Saugroboter ausgeht. Erwachsene stört dies meist nur beim Fernsehschauen, wenn der kleine Haushaltshelfer währenddessen seinen Job erledigt und den Fernseher übertönt. Doch besonders für Kinder, die noch ein empfindlicheres Gehör haben als Erwachsene, kann zu viel Dezibel zu einem gesundheitlichen Problem werden.

Eine langfristige Geräuschbelastung über 67 Dezibel kann zu schweren Gehörschäden führen und auch zu Schädigungen des vegetativen Nervensystems, das wiederum zu Konzentrationsproblemen und starken Kopfschmerzen führt.

Auch ein Saugroboter kann Schaden nehmen

Neben diesen Gefahren, die für Kinder von einem Saugroboter ausgehen, muss an dieser Stelle auch kurz auf die Gefahren für den Saugroboter in einem Kinderhaushalt eingegangen werden. Kleine Spielzeugteile, wie Puzzlestücke oder Legosteine, werden von Kindern ganz gerne mal in der Wohnung verstreut und liegen gelassen. Wenn der Saugroboter sich dann in seine Arbeit stürzt, werden solche Kleinteile ganz schnell von ihm eingesaugt. 

Besonders bei spitzen Gegenständen, wie etwa Legosteinen, kann das Gerät dadurch beschädigt werden. Auch wenn dein Kind sich aus einer Spiellaune heraus auf den Saugroboter setzt oder stellt, kann dabei das Gehäuse zerbrechen.

Wie können Verletzungen des Kindes durch den Saugroboter vermieden werden?

Damit du solche Verletzungen durch den Saugroboter, aber auch Beschädigungen am Gerät selbst, vermeiden kannst, folgen nun ein paar Tipps und Empfehlungen für den richtigen Umgang mit einem Saugroboter in einem Haushalt mit Kindern: 

  • Kinder nicht mit Saugroboter alleine lassen
  • Kindern den richtigen Umgang erklären
  • Böden zunächst gründlich aufräumen

Kinder mit Saugroboter nicht unbeaufsichtigt lassen

Besonders Kleinkinder bis etwa vier Jahren sollten nicht unbeaufsichtigt mit dem Saugroboter in einem Raum alleine gelassen werden. Die Kinder könnten den Roboter als ein Spielzeug, oder mehr noch als einen Spielgefährten, ansehen. 

Die Fantasie von Kindern kann durch so einen kleinen, umherfahrenden Roboter schnell angeregt werden und verlockt sie zum Mitfahren im Sitzen oder sogar Stehen. Sich dem Roboter in den Weg zu stellen, ist sicherlich auch eine Variante, die gerne mal ausprobiert wird. Daher sollten sich immer auch Erwachsene im Raum befinden, wenn der Saugroboter seiner Wege fährt.

Den richtigen Umgang erklären

Schon etwas älteren Kindern solltest du den richtigen Umgang mit dem Saugroboter erklären, da es sich hier um ein elektrisches Haushaltsgerät handelt und nicht um ein Spielzeug. So wie du deinem Kind den richtigen Umgang beispielsweise mit einem Herd erklärst, „Nicht mit der Hand auf die heiße Herdplatte fassen“, solltest du auch den richtigen Umgang mit dem Saugroboter erklären. Beispielsweise: „Nicht in den Weg stellen“.

Bestenfalls lässt du den Reinigungsvorgang deines kleinen Haushaltshelfers durchführen, wenn du mit deinen Kindern draußen unterwegs bist, wie etwa auf dem Spielplatz, oder sie sich im Kindergarten oder in der Schule befinden. So können Begegnungen, die eventuell Verletzungen zur Folge haben, gänzlich vermieden werden.

Vor dem Reinigungsvorgang gründlich aufräumen

Um Schädigungen am Saugroboter zu vermeiden, solltest du vor dem Start des Reinigungsvorgangs die Böden in den zu reinigenden Räumen und Bereichen gründlich aufräumen und auf umherliegende Kleinteile überprüfen. Das ist zwar auch bei der Benutzung eines Saugroboters ohne im Haushalt lebende Kinder notwendig, um zu vermeiden, dass Kabel oder andere Gegenstände eingesaugt werden. Allerdings hat man über die Verstreuungstaktik der eigenen Kinder meist wenig Übersicht, sodass ein grober, prüfender Blick durch alle Räume meist nicht ausreicht.

Kleine Puzzlestücke oder Legosteine liegen vielleicht auch mal unter Möbelstücken, unter die man beim Aufräumen selbst nicht schaut, doch unter denen der kleine Roboter ganz einfach drunter kommt, um alles aufzusaugen, das ihm in den Weg kommt. Wenn dann das Gesicht der Prinzessin im Disney Puzzle fehlt oder das Lego-Haus aufgrund der mangelnden Legosteinanzahl ein Loch in der Wand hat, ist das Geschrei groß. Und auch der Saugroboter wird sich mit einer Fehlermeldung bemerkbar machen.

Darauf solltest du beim Kauf eines kinderfreundlichen Saugroboters achten

Nicht nur kannst du gefährliche Begegnungen zwischen Saugroboter und Kind mit den oben beschriebenen Tipps vermeiden, sondern schon beim Kauf deines Saugroboters kannst du folgende Punkte beachten, damit der Roboter zu dir und deinem Kind perfekt passt. Hierfür solltest du nicht davor scheuen, auch mal etwas tiefer in die Tasche zu greifen, denn die Anschaffung eines hochwertigeren Modells lohnt sich, um dein Kind zu schützen und langfristig etwas von deinem Haushaltshelfer zu haben.

Diese Punkte sind zu beachten: 

  • Lautstärke
  • Qualität der Sensoren
  • intelligente Navigation
  • Map-Funktion

Lautstärke

Um die oben genannte Belastung des Gehörs deines Kindes zu minimieren, solltest du besonders auf die Lautstärke des Saugroboters achten. Auch wenn Saugroboter im Vergleich zu normalen Staubsaugern meist leiser sind, ist die Dauer der Benutzung eines Saugroboters oft länger und somit auch die Dauer der Geräuschbelastung. Der Saugroboter sollte daher am besten 60 Dezibel nicht überschreiten.

Sensoren

Ein weiterer Punkt, den du beim Kauf deines Saugroboters beachten solltest, ist die Qualität der Sensoren. Verfügt der Roboter lediglich über einfache Berührungssensoren, die sich vorne in der Stoßstange (Bumper) befinden, wird der Saugroboter ständig mit Gegenständen – oder schlimmer: mit deinem Kind! – kollidieren. So merkt der Roboter also erst durch den Kontakt mit dem Hindernis, dass er hier nicht weiterkommt.

Hochwertigere Modelle nutzen mehr Sensoren, wie Infrarot-Sensoren, Ultraschallsensoren oder sogar Lasersensoren. Diese Arten von Sensoren sind Entfernungssensoren, die den Abstand zum Gegenstand viel eher abschätzen können. Das minimiert die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenpralls um einiges. Wie gut die Sensoren dann allerdings in der Praxis funktionieren, ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich.

Intelligente Navigation und Map-Funktion

Ein weiterer Vorteil eines hochwertigeren Modells ist die intelligente Navigation. Anders als Saugroboter der günstigeren Preisklasse, die per Zufallsprinzip durch die Wohnung fahren, verfolgt ein intelligenter Saugroboter einen festen Plan bei der Reinigung. Weiter haben diese Saugroboter meist eine dazugehörige App, in der nach der ersten Reinigung durch die Sensoren eine Karte der Wohnung erstellt wird. So können einzelne Räume beschriftet werden.

Bei der Wahl eines kinderfreundlichen Saugroboters ist eine solche Map-Funktion ein wichtiger Aspekt. So kannst du auch Räume oder Bereiche für den Reinigungsvorgang in der App sperren, beispielsweise wenn die Spielecke im Wohnzimmer oder das Kinderzimmer zu dem Zeitpunkt einer Verwüstung gleicht, du aber trotzdem den Rest der Wohnung reinigen lassen möchtest.

Annika Hülshoff

Annika arbeitet unter anderem als freiberufliche Texterin. Sie ist stolze Besitzerin eines Saugroboters. Besonders im täglichen Kampf gegen die Haare ihrer Hündin Lina steht er ihr stets bereit zur Seite. Sie ist fasziniert von der modernen Technik von Robotern, die einem den Alltag um einiges leichter machen.

Mai 7, 2021

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