Kinder und Mähroboter

Sind Mähroboter gefährlich für Kinder?

Ein Mähroboter fährt ganz automatisch in deinem Garten hin und her und mäht mit seinen scharfen Klingen den Rasen, währen sich gleichzeitig Kinder im Garten aufhalten könnten. Die Hersteller von Mährobotern preisen an, dass ihre Geräte mit Sicherheitsmechanismen ausgestattet sind. Doch reicht dieser Schutz für im Garten spielende Kinder aus?

Sind Mähroboter gefährlich für Kinder? Auch wenn Mähroboter über diverse Sicherheitssysteme verfügen, können sie für Kinder gefährlich sein. Während der Mähroboter mäht, sollten Kinder, wenn überhaupt, dann nur unter Aufsicht im Garten spielen. Das Unfallrisiko lässt sich allerdings mit geeigneten Mähzeitgen auf ein Minimum reduzieren.

Im Folgenden möchte ich dir erklären, warum Mähroboter gefährlich für Kinder sind. Trotzdem ist es allerdings kein Problem, sich als Familie mit Kindern einen Mähroboter zuzulegen. Weiter unten erkläre ich dir, was für Möglichkeiten du hast, mögliche Unfälle nahezu auszuschließen.

  1. Wie gefährlich sind Mähroboter für Kinder?
    1. Wie versuchen Mähroboter Unfälle zu vermeiden?
    2. Wie schneiden Mähroboter in Puncto Sicherheit ab?
  2. Was kannst du tun um das Unfallrisiko zu minimieren?
    1. Mit geeigneten Mähzeiten besteht keine Gefahr für Kinder
    2. Ein größerer Mähroboter für kürzere Mähzeiten
    3. Ein leiserer Mähroboter um abends oder nachts zu mähen
  3. Verwandte Fragen
  4. Fazit

Wie gefährlich sind Mähroboter für Kinder?

Mähroboter können Kindern ernsthafte Verletzungen zuführen, da sie, genau wie ein normaler Rasenmäher, an der Unterseite Klingen haben, mit denen sie den Rasen schneiden. Auch wenn diese kleiner sind, bei vielen Mährobotern frei beweglich sind und bei einem gewissen Widerstand nachgeben, können diese Klingen tiefe Schnittverletzungen verursachen, gerät ein Körperteil ins Mähwerk.

Wie versuchen Mähroboter Unfälle zu vermeiden?

Zwei Systeme bzw. Sensoren sorgen dafür, dass möglichst wenige Unfälle passieren können. Zum einen hat jeder Mähroboter einen sogenannten Stoßsensor. Damit erkennt der Mähroboter wenn er gegen einen Gegenstand, oder auch einen Menschen, stößt. Er setzt dann zurück, dreht sich in eine andere Richtung und fährt dann weiter. Bei den meisten neueren Modellen funktioniert dieses System recht gut, einige ältere haben jedoch noch Probleme mit der Erkennung. Die Stiftung Warentest hat hier einige Problemfälle identifiziert, darauf gehe ich gleich ein.

Des Weiteren haben fast alle Mähroboter außerdem einen Hebesensor. Dieser wird vom Mähroboter nicht nur dafür eingesetzt, Alarm zu geben, wenn ein Langfinger versucht, das Gerät zu entwenden, sondern sorgt auch dafür, dass der Mähroboter stoppt und die Messer sich nicht mehr drehen. Wird der Mähroboter also von einem Kind angehoben, sollte – zumindest in der Theorie – die Gefahr einer Verletzung recht klein sein.

Schließlich gibt es da noch den sogenannten Sicherheitsabstand. Damit ist der Abstand zwischen Karosserie und Messern gemeint. Je größer dieser Abstand, desto geringer ist die Gefahr, dass der Mähroboter beim Auffahren auf einen Fuß oder dergleichen, Verletzungen verursacht In jüngerer Zeit achten die Mähroboter Hersteller vermehrt darauf, einen großzügigen Sicherheitsabstand zu gewähren. Hier gibt es allerdings Unterschiede zwischen den Modellen.

Eigenschaften am Mähroboter die die Sicherheit verbessern sind also:

  • Stoßsensor (und dessen Sensibilität)
  • Hebesensor (und dessen Sensibilität)
  • Die Größe des Sicherheitsabstands zwischen Karosserie und Klingen

Wie schneiden Mähroboter in Puncto Sicherheit ab?

Die Stiftung Warentest hat vor einiger Zeit mehrere Mähroboter Modelle getestet. Dabei wurde natürlich auch die Sicherheit getestet. Das Ergebnis: Alle Mähroboter bieten ein gewisses Unfallpotential. Aus diesem Grund erhielt kein Gerät am Ende eine bessere Gesamtnote als „Befriedigend“. Zwei Modelle, nämlich der Honda Miimo 310 und der Robomov RC304u bekamen sogar die Note „Mangelhaft“, da sie den Sicherheitstest nicht zufriedenstellend bestehen konnten.

Bei dem Test wurden Unfallszenarien mit Dummypuppen von Kindern nachgestellt. Es wurde getestet, wie gut der Mähroboter ein stehendes, krabbelndes und liegendes Kind erkennt. Beim stehenden Kind machten alle Mähroboter kehrt, das krabbelnde Kind wurde jedoch vom Honda Miimo 310 und Robomov RC304u angefahren und hätte bei einem echten Kind gefährliche Schnittwunden verursacht. Auch eine Fußattrappe wurde von den beiden Mährobotern nicht als Hindernis erkannt.

Alle Geräte stellen allerdings ein gewisses Unfallrisiko dar, ganz gleich wie gut sie Hindernisse erkennen. Ein Flach auf der Wiese ausgestreckter Arm kann z. B. von jedem Mähroboter übersehen werden.

Die Hersteller von Mährobotern weisen alle ausnahmslos darauf hin, dass der Mähroboter nur unter Aufsicht betrieben werden darf, wenn sich Kinder im Garten befinden.

Um Unfälle zu vermeiden, sollten daher – genau wie bei einem herkömmlichen Rasenmäher – keine Kinder auf dem Rasen spielen, während der Mähroboter mäht. Das Problem ist allerdings, dass der Mähroboter erstens selbstständig losfährt und du das deshalb erst mal – so scheint es – nicht so gut kontrollieren kannst. Auch die Stiftung Warentest sieht darin ein großes Gefahrenpotential, das der Rasenroboter quasi „unkontrolliert“ durch die Gegend fährt.

Zweitens muss der Mähroboter den halben Tag lang mähen, um sein Soll zu erfüllen. Und irgendwann wollen die Kinder ja auch mal auf dem Rasen spielen. Da muss es doch zwangsweise zu zeitlichen Überschneidungen kommen, oder?

Abschließend bleibt auf jeden Fall festzuhalten, dass Mähroboter gefährlich für Kinder sind. Es ist in diesem Zusammenhang sogar schon zu Unfällen gekommen, wie dieser Artikel über den Unfall eines 14 Monate alten Kindes mit einem Mähroboter zeigt.

Was kannst du tun um das Unfallrisiko zu minimieren?

Auch wenn die Mähroboter Hersteller keine Kosten und Mühen scheuen, ihre Mähroboter möglichst sicher zu machen, können sie nicht garantieren, dass es nicht zu Unfällen kommt, wenn der Mähroboter nicht beaufsichtigt wird. In den Anleitungen steht explizit, dass ein Betrieb des Mähroboters während Kinder im Garten spielen, nur unter Aufsicht geschehen darf.

Dies ist auch nicht verwunderlich, wie ich finde. Schließlich würdest du, wenn du deinen Rasen mit einem normalen Rasenmäher mähst, auch nicht deine Kinder um den Rasenmäher herumtollen lassen. Dass der Rasenroboter automatisch fährt, heißt ja nicht gleichzeitig, dass Kinder unbeaufsichtigt bleiben dürfen, wenn er in ihrer Nähe mäht.

Ein Problem dabei ist auch, dass Mähroboter „harmloser“ wirken, als normale Rasenmäher, da sie deutlich weniger Krach machen und viel kleiner sind. Dadurch wird die Gefahr leicht unterschätzt. Eine erste Maßnahme kann daher also schon mal sein, dass du deinen Kindern einbläust, dass der Mähroboter gefährlich ist und man nicht auf dem Rasen spielen darf, wenn der Mähroboter mäht.

Mit geeigneten Mähzeiten besteht keine Gefahr für Kinder

Ein Verständnis für die Gefahr bei den Kindern entwickeln, kann zwar schon etwas bewirken, wenn die Kinder alt genug sind, jedoch wie gut kann man sich darauf verlassen, dass die Kinder nicht doch mal irgendwelchen Unsinn machen. Außerdem können Kleinkinder das natürlich nicht verstehen. Deshalb gibt es eine viel bessere Methode, irgendwelche Unfälle mit dem Mähroboter zu vermeiden. Und zwar indem du ihn einfach zu Uhrzeiten mähen lässt, an denen die Kinder nicht im Garten sind, weil sie z. B. vormittags in der Schule sind, oder abends schon im Bett.

Das bedeutet aber gleichzeitig, dass das Zeitfenster in dem der Mähroboter mähen kann, kleiner ist als sonst. Stehen z. B. nur etwa 5 Stunden am Vormittag zum Mähen zur Verfügung, solltest du das mit einplanen, denn dann muss er in dieser kurzen Zeit deutlich mehr schaffen als sonst.

Ein größerer Mähroboter für kürzere Mähzeiten

Bei den maximalen Flächenangaben der Mähroboter wird davon ausgegangen, dass der Mähroboter jeden Tag in der Woche von früh bis spät mäht, also ca. 15 Stunden. Diese Angabe ist daher sehr irreführend, da die wenigsten Gartenbesitzer in Betracht ziehen, den Rasenroboter wirklich so lange mähen zu lassen. Und wenn du Kinder hast, die auch mal im Garten spielen können sollen, musst du das insbesondere berücksichtigen.

Daher solltest du beim Kauf eines Mähroboters ein größeres Gerät wählen, das eine größere Flächenleistung hat, da es viel schneller arbeiten muss, um die gleiche Fläche in vergleichsweise kurzer Zeit zu schaffen, damit die Kinder dann nachmittags im Garten spielen können.

Näheres dazu, wie du das Ganze mit der Flächenleistung berechnet wird erfährst du in meinem Artikel Wie lange braucht ein Mähroboter für deinen Garten?

Ein leiserer Mähroboter um abends oder nachts zu mähen

Eine andere Strategie kann sein, einen besonders leisen Mähroboter zu kaufen, den du dann so einstellen kannst, dass er auch zu sehr später Abendstunde oder sogar nachts noch mähen kann, wenn deine Kinder schon im Bett sind.

In Deutschland dürfen Geräte bis 60 Dezibel laut Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung bis 22 Uhr abends mähen. Das trifft auf viele, jedoch nicht auf alle Mähroboter zu. Hier ist eine Liste von Mährobotern, die laut Herstellerangaben eine maximale Geräuschemission von 60 Dezibel aufweisen:

  • Worx Landroid L2000i: 57 dB
  • Husqvarna Automower 315: 60 dB
  • Husqvarna Automower 330X: 58 dB
  • Husqvarna Automower 450X: 58 dB
  • Husqvarna Automower 320: 57 dB
  • Husqvarna Automower 430X: 58 dB
  • Gardena R70Li: 60 dB
  • Gardena Smart Sileno: 58 dB
  • Gardena R40Li: 56 dB
  • Husqvarna Automower 450X: 58 dB
  • Gardena R80Li: 60 dB
  • Gardena Sileno: 60 dB
  • Gardena Sileno+: 60 dB
  • Gardena Smart Sileno+: 60 dB
  • Husqvarna Automower 420: 58 dB

Es ist allerdings noch nicht einmal abschließend geklärt, ob die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung für Mähroboter überhaupt gilt. Mähroboter werden nämlich offiziell (noch) nicht als Mäher eingestuft, demzufolge gelten gewisse Regeln auch nicht. Da bleibt noch abzuwarten, wie sich die Gesetzeslage entwickelt.

Eine Regel die jedoch immer gilt ist die Wahrung der Nachtruhe sowie der Sonntagsruhe. Ob dein Mähroboter dafür geeignet ist, nachts zu mähen, hängt letztendlich davon ab, ob dein Nachbar sich von dem Geräusch gestört fühlt. In sehr dicht besiedelten Gebieten, z. B. im innerstädtischen Gebiet kann das selbst bei sehr leisen Mährobotern der Fall sein.

Besteht hingegen ein gewisser Abstand zwischen deinem Garten und dem Haus deines Nachbarn, ist es durchaus eine Überlegung wert, deinen Mähroboter nachts einzusetzen. Ich würde dir empfehlen es aber nicht mit deinem Nachbarn zu verscherzen. Wenn du das ausprobierst, kommuniziere auf jeden Fall mit ihm und frag ihn, ob er das Geräusch nachts wahrnimmt oder nicht.

Hinweis: Gewisse Faktoren dazu führen können, dass dein Mähroboter laut ist, als normal. Beispielsweise können stumpfe Klingen dafür sorgen, dass ein lauteres Mähgeräusch entsteht. Manche Mähroboter werden auch etwas lauter, wenn sie nasses Gras mähen. Alles zum Thema Lautstärke von Mährobotern erfährst du hier.

Verwandte Fragen

Sind Mähroboter gefährlich für Haustiere? – Auch für Haustiere und andere Mitbewohner des Gartens wie z. B. Igel können Mähroboter gefährlich sein. Mehr zum Thema erfährst du in meinem Artikel Sind Mähroboter gefährlich für Haustiere.

Fazit

Mähroboter haben ein gewisses Unfallpotential. Sie sind keineswegs ungefährlich für Kinder. Die Hersteller weisen darauf hin, dass Kinder nicht unbeaufsichtigt im Garten spielen sollen, während der Mähroboter mäht. Es gar sogar schon einige Unfälle in diesem Zusammenhang, daher ist dieser Hinweis durchaus ernst zu nehmen.

Das bedeutet allerdings keineswegs, dass du dir keinen Mähroboter zulegen kannst, wenn du Kinder hast. Der Mähroboter sollte dann zu Zeiten mähen, an denen die Kinder nicht im Garten spielen, wie z. B. vormittags, wenn sie in der Schule sind, oder am späten Abend oder nachts. Wenn das dein Plan ist, solltest du dir entweder einen größeren Mähroboter zulegen, der durch seine höhere Flächenleistung schneller fertig wird, oder einen sehr leisen, der auch abends oder nachts mähen kann.

Über den Autor
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Matthias

Matthias Müller ist einer der Gründer dieses Blogs. Er beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit allen Themen rund um Automatisierung, Robotik und Zukunftstechnologien. Gleichzeitig ist er ein großer Naturliebhaber und daher fasziniert von dem ungewöhnlichen Zusammenspiel aus Robotern und Natur.

Februar 4, 2019