So schickt man seinen Mähroboter in die Winterpause – Komplettanleitung

Von matt

Was macht man mit seinem Mähroboter im Winter? Spätestens wenn die Bäume ihre Blätter abwerfen, musst Du Dich mit dieser Frage beschäftigen. Draußen würde der liebgewordene Rasenroboter doch sicher erfrieren? Also habe ich mich mal mit dem Thema genau auseinander gesetzt. Letztendlich ist es gar nicht so kompliziert, Deinen Mähroboter einzuwintern, wenn Du diese einfache Schritt für Schritt Anleitung befolgst. Und warum das Ganze?

Mähroboter sollten im Winter in unseren Breiten auf keinen Fall draußen stehen bleiben. Schnee und zu niedrige Temperaturen können einem Rasenroboter schwer zusetzen. Er muss daher zunächst gereinigt und dann voll aufgeladen an einem trockenen Ort ohne Frost gelagert werden. Auch die Ladestation solltest du abbauen. Lediglich die Begrenzungs- und Suchkabel können getrost im Garten bleiben, wobei Du ihre Enden ausreichend isolieren solltest.

Dabei reicht es, wenn Du diese Schritte befolgst:
  1. Vorbereitung: Rasen kurz mähen und Akku aufladen
  2. Reinigung des Mähroboters
  3. Abbau und Reinigung der Ladestation
  4. Lagerung von Mähroboter und Ladestation

Wir werden im laufe dieser Anleitung auf einige Utensilien zurück greifen, z. B. für die Reinigung. Wenn Du dir noch nicht sicher bist, was Du am besten dafür nimmst, habe ich Dir hier zusammen gefasst, was Du alles für die Einwinterung des Mähroboters gebrauchen kannst.

Wann solltest Du Deinen Mähroboter einwintern?

Der Mähroboter darf keinem Frost ausgesetzt sein und sollte nicht durch den Schnee fahren müssen. Wenn die Temperaturen über Nacht unter Null fallen, solltest Du Deinen Mähroboter nach drinnen holen. Am besten Du lässt Dich aber gar nicht erst von den winterlichen Temperaturen überraschen und musst am Ende alles überhastet abbauen.

Spätestens Ende Oktober solltest Du den Mähroboter einwintern. Zu dieser Jahreszeit stellt der Rasen sein Wachstum vollständig ein und es ist nicht mehr notwendig, ihn zu mähen. Je nach Region wird es auch nicht mehr allzu lange dauern, bis die Temperaturen über Nacht unter Null sinken. Also solltest Du nicht mehr lange warten und den Mähroboter abbauen.

Warum solltest Du Deinen Mähroboter einwintern?

Anders als ein herkömmlicher Rasenmäher enthält ein moderner Mähroboter empfindliche Elektronik. Es handelt sich um ein Hightech-Gerät, das über Winter auf keinen Fall Frost ausgesetzt sein darf. Bei extremer Kälte zieht sich Metall zusammen, dadurch können beispielsweise die Platinen der Elektronik beschädigt werden.

Die Kälte stellt aber nicht nur für die Elektronik des Mähroboters ein Problem dar. Auch der Akku kann unter der Kälte leiden. Die eigentliche Kälte ist dabei gar nicht das Problem. Sie führt lediglich dazu, dass die Prozesse im Akku sich verlangsamen und der Innenwiderstand sich erhöht. Dadurch kann die benötigte Spannung nicht mehr erzeugt, die der Mähroboter zum Betrieb braucht.

Sobald die Temperatur wieder im Bereich zwischen 10 °C und 35 °C liegt, normalisiert sich das allerdings wieder. Das Problem besteht darin, dass die Kälte in Deutschland gleichzeitig viel Feuchtigkeit mit sich bringt. Diese kann in den Akku gelangen und zu Korrosionsschäden führen, wodurch der Akku dann unbrauchbar werden kann.

Da der Rasen im Winter nicht wächst, ist es also nur Sinnvoll, ihn samt Akku und Ladestation an einen beheizten und trockenen Ort zu schaffen.

Solltest Du auch die Ladestation abbauen?

Auch die Ladestation solltest Du im Idealfall abbauen. Niedrige Temperaturen und Frost tun auch ihr nicht gut, jedoch ist sie etwas widerstandsfähiger als der Rasenroboter. Wenn es gar keine Möglichkeit gibt, sie an einem frostfreien Ort aufzubewahren, kannst Du die Ladestation zur Not auch draußen stehen lassen.

Wenn Du eine geschlossene Mähroboter Garage besitzt, ist sie nicht ganz so extremen Witterungsbedingungen im Winter ausgeliefert. Du solltest allerdings unbedingt Trafo und Trafokabel eingesteckt lassen, damit die Platine der Ladestation weiter mit Strom versorgt bleibt. Das ist wirklich wichtig! Die entstehende Wärme wirkt dem schädlichen Frost entgegen und vermeidet so einen Defekt der Platine. Wenn Du das Trafokabel aussteckst, wird die Ladestation den Winter sehr wahrscheinlich nicht überleben.

Welche Arbeitsschritte sind notwendig?

1. Bevor es losgeht

Checkliste
  • Rasen möglichst kurz mähen
  • Akku auf 75 – 90% aufladen
  • Akku nach ca. 3 Monaten eventuell noch einmal aufladen

Bevor wir mit den eigentlichen Maßnahmen zur Überwinterung beginnen, solltest Du noch einige vorbereitende Dinge durchführen. Zunächst einmal ist es Sinnvoll, den Rasen noch ein letztes Mal auf niedrigster Schneidehöhe möglichst kurz zu mähen. Kurzer Rasen kann den Bedingungen im Winter besonders gut trotzen.

Als nächstes solltest Du den Mähroboter bis auf über 75% aufladen. Die Lebensdauer von Lithium-Ionen-Akkus kann durch das vollständige Entladen negativ beeinflusst werden. Mit der Zeit entladen sich die Akkus automatisch. Da der Akku über den Winter für mehrere Monate nicht verwendet wird, ist es daher wichtig, ihn ausreichend aufzuladen. LI-Akkus mögen es jedoch auch nicht unbedingt, immer auf 100% aufgeladen zu werden. Auch hierdurch kann sich die Lebensdauer verkürzen. Als Ideal gilt eine Ladung zwischen 75% und 90%.

Es kann von Vorteil sein den Akku über Winter 1-2 Mal neu aufzuladen, um die Lebenszeit des Akkus noch weiter zu verlängern. Dies kann z. B. mithilfe der Ladestation gemacht werden. Zum Teil stehen (angeblich) auch extra Ladekabel oder spezielle Akku-Ladegeräte zur Verfügung, mit denen Du den Akku bequem aufladen kannst. Im normalen Handel sind diese aber anscheinend nur schwer zu finden, ich habe sie dort noch nicht entdeckt. Sobald ich näheres weis, landet es auf der Winter-Ausrüstungs-Seite.

Lithium-Ionen-Akkus unterteilen sich in eine Großzahl von Untertypen, die sich unterschiedlich verhalten. Manche Rasenroboter besitzen einen sogenannten Lithium-Eisenphosphat-Akku, das ist ein spezieller LI-Akku, der etwas Temperaturresistenter ist. Diese Akkus entladen sich auch nur um etwa 3 – 5 % pro Monat. Besitzt Du einen Mähroboter mit einem solchen Akku, brauchst Du diesen während der Wintermonate womöglich nicht noch ein zweites Mal aufladen. Aufschluss gibt auch die Anleitung Deines Modells.

Bei Nickel-Metallhydrid-Akkus (NiMH) hingegen sind die negativen Folgen von Tiefladung oder Überladung sowie durch Temperatureinflüsse sehr stark ausgeprägt. Hier ist es noch wichtiger, dass Du darauf achtest, dass der Akku über die Wintermonate nicht komplett entladen wird. Auch eine Überladung wirkt sich bei diesen Akkus stark auf die Lebensdauer aus.

Wir haben einmal die Akku-Typen verschiedener Modelle zusammengetragen.

Liste der verwendeten Akku-Typen

  • Ambrogio L400:
  • Ambrogio L350i Elite GPS:
  • Ambrogio L250i Elite GPS:
  • Gardena Sileno city:
  • YardForce SA800Pro:
  • Worx Landroid SO700i:
  • Worx Landroid SG500i:
  • Worx Landroid S500i: Lithium-Ionen
  • Husqvarna Automower 320: Lithium-Ionen
  • Husqvarna Automower 305: Lithium-Ionen
  • Husqvarna Automower 430X: Lithium-Ionen
  • Gardena R70Li: Lithium-Ionen
  • Gardena Smart Sileno: Lithium-Ionen
  • Gardena R40Li: Lithium-Ionen
  • Bosch DIY Indego 800: Lithium-Ionen
  • Bosch DIY Indego 1000: Lithium-Ionen
  • Bosch DIY Indego 1200: Lithium-Ionen
  • Wolf Robo Scooter 400: Lithium-Eisenphosphat
  • Wolf Robo Scooter 600: Lithium-Eisenphosphat
  • Wolf Robo Scooter 1800: Lithium-Eisenphosphat
  • Robomow Premium RS 612: Lithium-Eisenphosphat
  • Robomow City Mc 500: Lithium-Eisenphosphat
  • Robomow Premium RC308: Lithium-Eisenphosphat
  • Robomow Premium RS635: Lithium-Ferrum
  • Worx Landroid M1000i: Lithium-Ionen
  • Wolf Robo Scooter 500: Lithium-Eisenphosphat
  • Husqvarna Automower 450X: Lithium-Ionen
  • Gardena R80Li: Lithium-Ionen
  • Gardena Sileno: Lithium-Ionen
  • Gardena Sileno+: Lithium-Ionen
  • Gardena Smart Sileno+: Lithium-Ionen
  • Husqvarna Automower 420: Lithium-Ionen

2. Reinigung des Mähroboters

Bevor der Mähroboter eingelagert werden kann, solltest Du ihn noch reinigen. Die Reinigung verläuft dabei bei fast allen Modellen nahezu gleich. Zum Einsatz können hier Bürsten, Lappen, Staubsauger, Druckluft, Reinigungsmittel und Poliertuch kommen. Zur Verringerung der Verletzungsgefahr eignen sich Handschuhe. Falls du noch nicht mit dem richtigen Equipment ausgestattet bist, findest du hier eine Sammlung aller nützlichen Dinge für die Einwinterung des Mähroboters.

Du solltest den Mähroboter auf keinen Fall mit einem Schlauch abspritzen oder einen Hochdruckreiniger verwenden. Eindringende Feuchtigkeit kann die sensible Elektronik des Geräts zerstören!

Hier eine Schritt für Schritt Anleitung
  • Stelle den Hauptschalter auf OFF
  • Nachdem Du den Mähroboter nach drinnen gebracht hast, kannst Du ihn bei Bedarf noch trocknen lassen (erleichtert die Reinigung)
  • Säubere das äußere Gehäuse
  • Bei den Modellen von Robomow solltest Du die Klingen vor der Reinigung entfernen
  • Entferne das Gehäuse um den Mähroboter von innen zu reinigen
  • Entferne sämtlicher Grasreste
  • Prüfe die Mähklingen und wechsel sie bei Bedarf aus
  • Überprüfe alle Teile auf Beschädigungen und Rost und schmiere bei Bedarf bewegliche Teile mit Kriechöl ein
  • Kontrolliere die Profile der Räder auf Abnutzung
  • Nach vollständiger Reinigung kannst Du den Mähroboter wieder zusammenmontieren

Hier hat sich jemand die Mühe gemacht und zeigt den ganzen Reinigungsvorgang noch mal in einem Video.

3. Abbau und Reinigung der Ladestation

Auch die hier verwendeten Utensilien findest du auf der Seite Winter-Ausrüstung im Abschnitt Abbau und Reinigung der Ladestation.

Wenn der Mähroboter aufgeladen wurde, kannst Du die Ladestation abbauen. Hierzu müssen zunächst alle Begrenzungs- und Suchkabel-Anschlüsse getrennt werden. Die Kabelenden müssen vor der Witterung geschützt werden. Du kannst sie mit Folie oder Isolierband umwickeln, damit keine Feuchtigkeit eindringen kann. So kannst Du die Kabel über Winter im Garten belassen. Alternativ kannst Du auch eine Winterbox einsetzen.

Nachdem Du dann das Trafokabel entfernt hast und eventuelle Befestigungen gelöst hast, kannst Du die Ladestation ins Trockene bringen. An den Kontakten der Ladestation können sich Verunreinigungen abgelagert haben, die sich als Verfärbungen zeigen. Diese kannst Du mit feinkörnigem Schmirgelpapier entfernen. Die restliche Ladestation kannst Du mit einem feuchten Lappen reinigen.

4. Die richtige Lagerung von Mähroboter und Ladestation

Den Mähroboter kannst Du überall dort lagern, wo es trocken ist und kein Frost entsteht. Im Keller, einem Abstellraum im Haus, in der Garage oder manchmal auch im Gartenhaus, wenn Du Dir sicher bist, dass es dort nicht zu Frost kommt. Am besten sollte eine Mindesttemperatur von 10 °C nicht unterschritten werden.

Wichtig: Manches Akkus dürfen nicht senkrecht gelagert werden, da sie sonst Schaden nehmen können. Stelle den Mähroboter am besten auf dem Boden ab. Wenn Du ihn an die Wand hängen möchtest, entnehme den Akku und lagere diesen in einer waagerechten Position. Im Handbuch des Mähroboters solltest Du nähere Informationen zu Deinem Modell erhalten.

Auch die Ladestation solltest Du an einem trockenen und frostfreien Ort lagern, am besten gleich dort, wo sich auch der Mähroboter befindet. Wie oben bereits beschrieben, ist es nicht absolut notwendig, sie abzubauen, wenn Du überhaupt keinen Platz hast.

Dann solltest Du aber auf jeden Fall dafür sorgen, dass sie abgedeckt ist und das Trafokabel auf keinen Fall trennen, um die Platine weiterhin mit Strom zu versorgen und sie so vor Frost zu schützen. Eine Mähroboter Garage kann zusätzlichen Schutz im Winter bieten.

Mit dem Winterservice den Mähroboter einwintern lassen

Die verschiedenen Mähroboter Hersteller bieten meist auch einen Winterservice an und übernehmen Abbau des Mähroboters. Gegen eine Extra-Gebühr kannst Du sie dann oft auch einlagern lassen, wenn Du Zuhause keinen Platz hast.

Gardena

Die Firma Gardena bietet zwei Winterservice-Pakete an, COMFORT und PREMIUM. Das COMFORT Paket enthält alle hier beschriebenen Maßnahmen inklusive genauer Prüfung aller Sensoren, Antriebe und beweglichen Teile und dem Austausch der Messer. Im PREMIUM Paket ist zusätzlich die Einlagerung von Mähroboter und Ladestation enthalten.

Gardena liefert zudem auch Anleitungen, wie jeder selbst den Wintercheck durchführen kann.

DIY Winterservice für Gardena Sileno Mähroboter Anleitung
DIY Winterservice für Gardena R38 – R80Li Mähroboter Anleitung

Husqvarna

Auch der Hersteller Husqvarna bietet einen Winterservice an, bei dem ganz ähnliche Maßnahmen durchgeführt werden plus eventuelle Software-Updates. Der Winterservice wird hier von den Husqvarna Fachhändlern übernommen. Auch die Einlagerung über die Wintermonate durch den Händler ist möglich.

Auf folgender Seite können Sie den nächstgelegenen Husqvarna Fachhändler finden:
https://www.husqvarna.com/de/handlersuche/

Robomow

Für Robomow Rasenroboter habe ich leider nur einen Händler finden können, der den Winterservice übernimmt. Auch hier werden alle Teile auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft und es wird ein Software-Update durchgeführt. Einlagerung inklusive.

https://robomowers.de/info/Winterservice–Wintercheck-Winterwartung.html

Fazit

Für Mähroboter gelten im Gegensatz zu herkömmlichen Rasenmähern besondere Anforderungen was die Überwinterung angeht. Die verbaute Elektronik kann bei Frost und zu viel eindringender Feuchtigkeit Schaden nehmen. Du solltest Deinen Rasenroboter im Winter also auf keinen Fall draußen stehen lassen. Es ist wichtig, einen kompletten Wintercheck durchzuführen, so wie er hier beschrieben ist. Alternativ bieten diverse Hersteller auch einen Winterservice an, der gegen eine gewisse Gebühr diese Aufgaben übernimmt.

Über den Autor
matt

matt

Matthias Müller ist einer der Gründer dieses Blogs. Er beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit allen Themen rund um Automatisierung, Robotik und Zukunftstechnologien. Gleichzeitig ist er ein großer Naturliebhaber und daher fasziniert von dem ungewöhnlichen Zusammenspiel aus Robotern und Natur.

Juni 30, 2018