Spare ich mit einem Mähroboter Geld?
Foto: Fabian Blank auf Unsplash

Spare ich mit einem Mähroboter Geld?

Ob du mit einem Mähroboter Geld sparen kannst, ist eine einfache Frage, auf die es leider keine einfache Antwort gibt. In diesem Artikel schauen wir uns daher mal an, ob und wenn ja, wie du mit einem Mähroboter Geld sparen kannst.

Kann mit einem Mähroboter Geld gespart werden? Grundsätzlich ist es möglich, dass mit einem Mähroboter am Geld eingespart wird. Dies ist sehr stark von den individuellen Bedingungen abhängig, wie z. B. der Größe des Gartens. Es kann Geld bei Energiekosten oder Dünger eingespart werden. Im privatwirtschaftlichen Bereich können mitunter auch Lohnkosten eingespart werden.

Ob du mit einem Mähroboter sparst und um wie viel es sich dabei handelt, hängt von sehr vielen Faktoren ab, so dass es kaum möglich ist, das zu quantifizieren. Ich möchte dir aber mal einen groben Überblick geben, auf welche Weise ein Mähroboter Geld einsparen kann und welche Faktoren da mit einfließen.

So sparen Mähroboter Geld ein

Schauen wir uns erst mal an, auf welche Weise Mähroboter überhaupt Geld einsparen können. Mir fallen da folgende Möglichkeiten ein, wie ein Mähroboter Kosten sparen kann:

  • Geringere Energiekosten
  • Geringere Kosten für Dünger
  • Geringere Kosten für Lagerfläche
  • In manchen Fällen geringere Anschaffungskosten
  • Einsparungen bei Arbeitszeit/Lohnkosten

Vergleich der Energiekosten: Mähroboter und Rasenmäher

In einem kleinen Garten wirst du mit einem Mähroboter sehr wahrscheinlich keine Kosten sparen, wenn du die Arbeitszeit nicht mit einberechnest. Und selbst unter Berücksichtigung der Arbeitszeit kommt es sehr auf die Situation im Garten an. Für solche Gärten habe ich einen extra Artikel geschrieben, ob sich ein Mähroboter lohnt oder nicht den du hier lesen kannst. Hier ist es eher eine Frage, wie wichtig dir die anderen Vorteile des Mähroboters sind, wie z. B. die bessere Rasenqualität.

Bei mittleren bis großen Gärten ist ein wichtiger Einsparungspunkt die gesparte Energie. Hier kommt es etwas auf die Größe und das verwendete Gerät an. Benzinmäher verbrauchen allerdings deutlich mehr Energie als Mähroboter und die Kosten sind auch deutlich höher.

Insbesondere wenn du deinen Rasen bisher mit einem benzinbetriebenen Aufsitzmäher bearbeitet hast, wirst du mit einem Mähroboter mit deutlich niedrigeren Kosten rechnen können, was die Energiekosten angeht.

Auf einer 500 QM Fläche kannst du mit einem einfachen Benzinmäher mit mindestens 30 Euro kosten für Sprit rechnen. Ein Mähroboter verbraucht auf der gleichen Fläche ca. 43 kWh. Bei einem Strompreis von 28 Cent pro Kilowattstunde sind das 11,90 Euro.

Auf einer 4000 QM Fläche würdest du sicher einen Aufsitzmäher bzw. Rasentraktor verwenden. Es hängt stark vom Gerät ab und ob du Gefälle hast oder nicht. Aber für die Fläche kannst du dann schon mit Minimum 6L Benzin rechnen. Benzinpreis schwankt auch, bei 1,10 Euro wärst du bei 6,60 Euro pro einmal Mähen.

Mähst du 32 Wochen im Jahr, was ungefähr der Wachstumszeit des Rasens entspricht, verbrauchst du mit einem Rasentraktor locker bei über 200 Euro, im günstigsten Fall. Es kann auch locker 300 Euro werden, wenn dein Garten etwas komplexer ist oder du viele Steigungen hast.

Ein Mähroboter verbraucht auf der gleichen Fläche etwa 150 kWh im Jahr, was bei 28 c/kWh etwa 42 Euro entspricht. Hier brauchst du zwar schon einen recht großen Mähroboter, wie z. B. den Automower 450X, doch selbst so ein Gerät kommt nur auf etwa 14 Kg und verbraucht daher selbst an Steigungen nicht allzu viel Energie.

Mehr zum Thema Energieverbrauch findest du hier.

Geräte verbrauchen Platz – Platz verbraucht Geld

Doch nicht nur das: Solche Geräte verbrauchen natürlich auch viel Platz. Und ich weiß, dass Besitzer sehr großer Flächen meist sogar mehrere Geräte haben, z. B. einen Aufsitzmäher und noch einen kleineren Rasenmäher, um die Ecken zu mähen, an die man mit einem Aufsitzmäher vielleicht nicht so gut rankommt.

Die meisten würden den Platz in ihrem Schuppen wahrscheinlich nicht als Kosten betrachten, denn der Platz ist ja eh da. Ich vertrete da aber eine andere Philosophie: Stell dir doch mal vor, der Schuppen wäre komplett leer. Dann könntest du ihn an jemand Anderes untervermieten, der z. B. seine Gartengeräte dort unterstellen will. Mittlerweile sprießen ja dienste aus dem Boden, mit denen du auch privat Lagerfläche oder Stellefläche vermieten kannst (z. B. verstaumich.de habe ich letztens erst entdeckt).

Überleg dir doch mal, für wie viel du den ganzen Schuppen vermieten könntest und dann rechne das runter auf die Quadratmeter, die dein Rasenmäher oder Aufsitzmäher verbraucht bzw. verbrauchen. Wenn es z. B. 3 QM sind, könntest du für diese Fläche bestimmt 15 Euro pro Monat bekommen. Zwar nicht viel, aber wie sagt man so schön: Kleinvieh macht auch Mist 😉

Ich als Stadtmensch habe vielleicht eine etwas andere Einstellung was den Wert von Platz angeht, aber trotzdem würde ich sagen, dass du das so umrechnen kannst. Tja und mit einem Mähroboter kannst du dir diese Staufläche sparen, zumindest für die meiste Zeit des Jahres.

Und selbst im Winter, wenn du den Mähroboter einmottest, verbraucht er nicht viel Platz, denn Mähroboter sind einfach auch platzsparend.

Mähroboter düngen den Rasen

Ein gut gepflegter Rasen muss regelmäßig gedüngt werden. Ich möchte an dieser Stelle das Thema Rasendüngung mal nicht zu weit ausweiten. Stattdessen arbeiten wir mal mit diesem Pauschalwert: Auf einem typischen Rasen sollte auf einer Fläche von 500 QM Dünger im Wert von umgerechnet 60 Euro pro Jahr zum Einsatz kommen. Auf einer 4000 QM Fläche sind es dann entsprechend 240 Euro.

Und wie spart der Mähroboter hier jetzt Kosten ein? Ganz einfach: Der Mähroboter mulcht den Rasen. Er schneidet dabei nur die oberste Spitze des Rasens ab. Dieser sehr kurze Rasenschnitt landet auf dem Rasen und kann schnell verwittern. So wird der Rasen kontinuierlich mit Nährstoffen versorgt.

Allerdings stellt diese Art der Rasendüngung nicht alle notwendigen Nährstoffe zur Verfügung. Die Düngung durch Mulchen dient eher als Ergänzung. Sie hat den Vorteil, dass bestimmte Nährstoffe durch kontinuierliches Verwittern kontinuierlich zur Verfügung gestellt werden, anstatt dass dem Rasen mit einem Mal eine große Menge Dünger zur Verfügung steht, die dann aber schnell verbraucht oder ausgewaschen ist.

Je nach Rasen kannst du damit rechnen, dass du durch den Rasenmulch bis zu 40 % des Nährstoffbedarf einsparen kannst. Also kannst du 40 % der Kosten einsparen. Zwar kannst du einfach gewöhnlichen Dünger nehmen und diesen einfach niedriger dosieren. Um genau die Nährstofflücken zu füllen, die durch den verwitternden Mulch nicht gedeckt werden, gibt es aber auch spezielle Mähroboter Dünger.

Manchmal sind sogar die Anschaffungskosten niedriger

Für kleinere Gärten ist normalerweise ein Rasenmäher die günstigere Variante. Doch bei sehr großen Flächen kann es sogar tatsächlich auch sein, dass die Anschaffungskosten eines Mähroboters niedriger sind, als wenn du auf andere Geräte ausweichst. Insbesondere wenn du für deinen Garten mehr als ein Gerät hast, z. B. einen Rasentraktor und einen normalen Rasenmäher.

Es ist aber wirklich schwer, hier einen Vergleich zu ziehen, weil die verwendeten Aufsitzmäher und Rasenmäher für sehr große Flächen schon recht unterschiedlich sein können.

Mähroboter für sehr große Flächen ab 2000 QM kosten zwischen 2000 und 4000 Euro, je nach Größe. Für den kommerziellen Bereich, also z. B. Sportplätze oder Golfanlagen gibt es noch viel größere Modelle, die teilweise 10.000 QM oder mehr schaffen, aber auch entsprechend teurer sind.

Eingesparte Arbeitsstunden und Lohnkosten

Der wichtigste Vorteil eines Mähroboters ist wohl die eingesparte Arbeitszeit. Für einen Privathaushalt ist es natürlich schwierig, den Wert von Zeit zu quantifizieren. Letztendlich muss das jeder selbst entscheiden, wie viel ihm seine Zeit wert ist. Manch einer mäht seinen Rasen vielleicht auch gerne und misst diesem Punkt gar nicht so eine große Bedeutung zu.

Ich rechen immer mit dem typischen Lohn eines Gartenarbeiters für das Rasenmähen, egal ob im Privat- oder Kommerziellen Bereich. Auch hier kannst du natürlich unterschiedliche Zahlen ansetzen. Ich nehme immer 30 Euro pro Stunde an.

Und da kommt wohl der größte Batzen zusammen, was du an Kosten sparen kannst. Gerade auf großen Flächen fällt das sehr ins Gewicht. Du hast nämlich bei einem Mähroboter auch gewisse „Fixkosten“ die immer anfallen, egal ob es ein Mähroboter für große oder kleine Flächen ist.

Dazu zählen die regelmäßige Reinigung und das Wechseln der Klingen. Dafür sparst du dir dann die eigentliche Mäharbeit. Und auf einer sehr großen Fläche können das schon mal viele Stunden sein.

Schau dir einmal diesen Grafen zur Kostenentwicklung an. Dort habe ich beispielhaft die Kostenentwicklung für verschiedene Flächen und Geräte berechnet und die Arbeitszeit neben den anderen Nebenkosten mit einberechnet. Als Stundenlohn habe ich 30 Euro angenommen.

Kostenentwicklung Vergleich Mähroboter
Foto: Eigene Grafik
Je größer die Fläche ist, desto mehr Kosten sparst du mit einem Mähroboter durch eingesparte Arbeitszeit

Wie du siehst explodieren die Kosten schon auf Flächen ab 1000 QM. Bei 4000 QM wird es noch krasser. Daher sage ich immer, dass sie Mähroboter auf großen Flächen noch viel mehr lohnen als auf Mittleren oder Kleinen, da der eingesparte Arbeitsaufwand wirklich enorm ist.

Diese Rechnung lässt sich natürlich auf Wirtschaftsbetriebe Anwenden, die im Gartenbau tätig sind. Gartenarbeiter sollten lieber in anderen Bereichen eingesetzt werden, die nicht von Robotern übernommen werden können. Beim Rasenmähen lassen sich hier unnötige Kosten einsparen.

Fazit

Der Mähroboter kann also in den diversen Bereichen Kosten einsparen. Energiekosten, Kosten für Dünger, Lagerfläche aber auch „indirekte“ Kosten wie Arbeitszeit können gespart werden. Gartenbauunternehmen können Lohnkosten sparen, oder ihre Arbeiter für andere, höherwertige Arbeiten einsetzen, wie z. B. dem Verschneiden von Bäumen und Sträuchern.

Matthias

Matthias Müller ist einer der Gründer dieses Blogs. Er beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit allen Themen rund um Automatisierung, Robotik und Zukunftstechnologien. Gleichzeitig ist er ein großer Naturliebhaber und daher fasziniert von dem ungewöhnlichen Zusammenspiel aus Robotern und Natur.

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Juni 26, 2020

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