Ist dein Garten für einen Mähroboter geeignet?

Ist dein Garten für einen Mähroboter geeignet?
Foto: Maderl von Skitterphoto

Überlegst du dir gerade einen Mähroboter für deinen Rasen anzuschaffen bist dir aber nicht sicher, ob dein Garten dafür geeignet ist? 

Ein Mähroboter kann dir zu einem schönen, gesunden und gepflegten Rasen verhelfen, jedoch nur bei richtigem Einsatz, denn Mähroboter sind nicht für jeden Garten geeignet. Auch wenn es praktisch erscheint, den Mähroboter einfach loszuschicken und sich um nichts weiter kümmern zu müssen, ist es leider nicht ganz so einfach. Es gibt Stellen und Situationen in deinem Garten, die für den Mähroboter zum Problem werden können. Meist können diese aber mit nur kleinen Anpassungen beseitigt werden.

Welche Gärten eignen sich für Mähroboter? Ob ein Garten sich für einen Mähroboter eignet oder nicht, ist von mehreren Faktoren abhängig. Wie groß ist der Garten? Wie ist das Gelände beschaffen? Was befindet sich im Garten? In welchem Allgemeinzustand ist der Rasen? 

Größere Unebenheiten; zu langes Gras; Äste, Zapfen, Nüsse oder Obst; nasser Untergrund  können zum Problem für deinen Mähroboter werden.

Was du beachten solltest um Probleme mit deinem neuen Mähroboter zu vermeiden, verrate ich dir in diesem Artikel.

Diese Situationen können zum Problem werden

Diese Situationen in deinem Garten könnten dem Mähroboter Schwierigkeiten bereiten, sind aber meist einfach zu lösen. Mit ein paar Ausbesserungsarbeiten im Garten, oder dem Kauf des richtigen Robotermodelles können auch eher schwieriges Gelände problemlos bearbeitet werden.

  • Unebenheiten
  • Hanglage
  • Nasser Untergrund
  • Kieswege
  • Flächen mit Fallobst/Nüssen, Zapfen oder Ästen
  • Zu hohes Gras
  • Sehr enge Stellen
  • Offene Wasserflächen und Pools

Unebenheiten

Auch wenn Mähroboter in der Regel keine Probleme mit kleinen Unebenheiten im Rasen haben, solltest du Mulden, Rinnen und Löcher im Rasen wenn möglich ausbessern bevor du deinen Roboter losschickst. Der Mähroboter kann sonst den Rasen beschädigen und die Messer werden übermäßig stark beansprucht, sollte sich der Roboter immer wieder in den Boden graben.

Vor allem Löcher und Mulden ab einer Tiefe von 6 cm können problematisch werden, wenn diese gleichzeitig auch breit sind. Die Räder des Mähroboters können stecken bleiben, oder die Schneideblätter treffen wegen der Unebenheit auf die Erde.

Hanglage

Hast du in deinem Garten viele Hänge und Steigungen achte unbedingt auf die vom Hersteller angegebene maximal mögliche Hanglage des gekauften Gerätes. 

Es gibt Modelle, die eigens für schwieriges und steiles Gelände entwickelt wurden, doch auch diese schaffen in der Regel keine Steigungen über 65 %. Vor allem bei Nässe haben Mähroboter oft Probleme mit Hängen, da sie leicht abrutschen können.

Steile Hänge sollten also ausgegrenzt werden um ein Kippen des Gerätes zu vermeiden.

Nasser Untergrund

In deinem Garten steht häufig das Wasser? Du erkennst auch nach leichten Regenfällen immer wieder Pfützen und das Regenwasser scheint nicht richtig abzulaufen?

Ist der Untergrund immer weich und feucht? Dann solltest du dir Maßnahmen überlegen, deinen Garten trocken zu legen, bevor du den Mähroboter einsetzt. 

Schlammiger und weicher Untergrund, in dem die Räder des Roboters einsinken, sind für Mähroboter nämlich nicht geeignet. 

Zudem ist dies Situation auch nicht gut für deinen Rasen und andere Pflanzen in deinem Garten. Mit Maßnahmen wie Drainagen schaffst du es deinen Rasen dauerhaft trockenlegen.

Im Regelfall haben Mähroboter keine Probleme mit nassem Gras, sind spritzwasserfest und können somit auch sehr gut im Regen mähen. 

Lediglich ein sehr aufgeweichter Boden kann zum Problem werden. Bei Steilhängen besteht die Gefahr des Abrutschens, außerdem können die Räder Rillen in den weichen Boden graben und den Rasen beschädigen.

Kieswege

Auch wenn auf Kieswegen immer wieder Gras hervorlugt und sich dort unschön ausbreiten kann, für das Entfernen dieser Grasbüschel ist der Mähroboter nicht geeignet. 

Warum? Ganz klar. Die Messer des Rasenmähers wirbeln durch die starke Rotation die feinen Kiessteine auf und direkt in die empfindlichen Messer. Unnötig zu sagen, dass Steine nicht gut für die Messer deines Mähroboters sind. Kieswege müssen also auch weiterhin per Hand von Gras und anderem Unkraut befreit werden.

Unter gewissen Umständen kannst du den Mähroboter trotz Kieswegen im Garten betreiben.

Flächen mit Fallobst/Nüssen, Zapfen oder Äste

Stehen bei dir viele Bäume im Garten? Vor allem herabfallendes Obst im Herbst sowie Äste, Zapfen und zu viel Laub können ein Problem für manche Mähroboter darstellen.

Hier hängt es stark von dem Modell ab, dass du dir zulegen möchtest. Abhängig vom Mähwerk, kommen manche Mähroboter ganz gut mit Laub und auch Obst zurecht, viele jedoch haben damit Probleme.

Wer viele Bäume im Garten hat, dem sollte klar sein, dass Laub, Äste und Obst weggeräumt werden müssen.

Zu hohes Gras

Zu hohes Gras kann der Mähroboter nicht bewältigen und ist auch nicht gut für deinen Rasen, da der Schnitt schließlich als Mulch am Rasen liegen bleibt. Hier hat der Rasen dasselbe Problem wie bei zu viel Laub. Zu große Mengen an Mulch sind nicht gut für den Rasen.

Bevor der Roboter eingesetzt wird, muss der Rasen gekürzt werden. Wie hoch das Gras maximal sein darf, hängt auch hier vom Modell ab. Generell gilt, der Rasen sollte nicht mehr als 1 cm über der eingestellten Schnitthöhe sein, und die liegt zwischen 60 und 80 mm. 

Bevor du den Mähroboter im Frühling einsetzt – Rasen unbedingt entsprechend kürzen. 

Sehr enge Stellen

Zu guter Letzt möchte ich noch ein Einsatzgebiet anschneiden, auf dem dein Mähroboter unter Umständen Probleme haben wird. Hast du sehr enge Stellen im Garten, wie etwa zwischen Haus und Gartenzaun? Es könnte sein, dass ein Mähroboter Schwierigkeiten haben wird, durch diesen Durchgang zu navigieren. 

Für diese Fälle lassen sich die Hersteller aber immer bessere Lösungen einfallen. Es gibt inzwischen Mähroboter mit Fernstartpunkten, Multizonen-Funktion, Nebenflächen-Funktion, usw. Siehe hier: https://www.maehroboter-guru.de/wissenswertes/maehroboter-fuer-mehrere-flaechen-so-funktionierts/

Immer mehr Modelle haben diese Funktionen, jedoch kann ein sehr verwinkelter oder komplexer Garten eine größere Herausforderung darstellen. Für einen solchen Garten sollte mach sich ein entsprechendes Modell aussuchen.

Offene Wasserflächen und Pools

Keine Sorge, du musst jetzt nicht deinen Pool abreißen, nur weil du einen Mähroboter betreibst. Allerdings möchtest du auch nicht, dass das teure Gerät im Wasser landet oder?

Wenn du einen ebenerdigen Pool oder einen Teich im Garten hast, solltest du gewisse Vorkehrungen treffen, damit der Mähroboter dort nicht hinein fahren kann.

Das Begrenzungskabel kann um den Pool oder den Teich herum gelegt werden und verhindert normalerweise, dass der Mähroboter auch Tauchgang geht.

Allerdings hast du hier keine hunderprozentige Sicherheit. Und die Hersteller weisen in den Gebrauchsanweisungen auch auf die Gefahr hin, dass der Mähroboter an einer Wasserstelle eben doch mal über das Kabel hinaus fahren könnte.

Und dann gibt es da ja noch die Mähroboter ohne Begrenzungskabel. Da brauchst du auf jeden Fall eine Barrikade, damit dein Mähroboter nicht in den Pool fährt.

Wie du trotz Pool oder Teich im Garten deinen Mähroboter sicher betreibst, kannst du hier erfahren.

Was außer Gras darf mein Mähroboter mähen?

Grundsätzlich sind Mähroboter nur für das Mähen von Gras ausgelegt und entwickelt. Daher sollte die Grünfläche so gut es geht leer und barrierefrei sein.  Alles was sich zusätzlich auf der Rasenfläche befindet, kann ein Hindernis oder eine Gefahr für den Mäher darstellen. 

Schadet Laub meinem Mähroboter?

An sich ist Laub für Mähroboter kein Problem. Natürlich ist es aber abhängig von der Menge der Blätter und der Stärke der Laubschicht. 

Generell ist es besser für den Roboter und im Übrigen auch für den Rasen, wenn Laub so gut es geht entfernt wird. Wir wissen aber, dass es gerade zum Ende des Sommers hin unmöglich ist, den Rasen komplett laubfrei zu halten. Aber keine Sorge, einzelne Blätter werden das Mähverhalten nicht beeinflussen, dem Gerät nicht schaden und zu keinerlei Problemen führen.

Wenn du ein drastisches Abnutzen der Messer vermeiden möchtest, empfiehlt es sich, Laub und Blätter von der Grünfläche zu entfernen. Mähroboter sind schlicht nicht für das Zerkleinern von Laub entwickelt.

Wann wird Laub problematisch? Laub kann für den Mähroboter zum Problem werden, wenn es wie gesagt eine regelrechte Laubschicht bildet und wenn es zudem feucht oder gar nass ist. Gerade im Herbst ist das Wetter feuchter und das Laub oft nass. Nasses Laub kann die Räder verkleben, beziehungsweise blockieren. Außerdem stumpfen die Messer um ein Vielfaches schneller ab. Das schadet zwar nicht dem Rasenroboter, ist aber ein Kostenfaktor, da die Messer häufiger getauscht werden müssen.

Große Mengen Mulch dem Rasen. Es kann vom Rasen nicht verwertet werden. Das zerschredderte Laub bleibt am Rasen liegen, hindert den Rasen am Atmen und kann unter Umständen zu schimmeln beginnen.

Was oft vergessen wird, es verbergen sich oft harte Gegenstände wie Nüsse, Äste oder Steine unter den gefallenen Blättern, und diese können wiederum sehr wohl schwere Schäden an Rasenroboter anrichten.

Nasses Laub und verborgene Objekte unter den Blättern, können für Mähroboter zum Problem werden.

Aufrüstungsmöglichkeiten für schwierige Gärten

Mähroboter lassen sich nicht nur mit bunten Lichtern, Folien oder Aufsätzen personalisieren. Es gibt auch ganz praktische Möglichkeiten, wie du deinen Mähroboter aufrüsten kannst, damit er mit einigen Problemen in deinem Garten klar kommt. Ich habe drei Mähroboter-Gadgets aufgelistet, die auch für dich sinnvoll sein könnten.

1. Apfelschürze = Igelschutz

Die Apfelschürze ist, wie der Name bereits erahnen lässt, auf Grünflächen mit Fallobst sehr nützlich. Dieses überaus praktische, und preisgünstige Gadget, verhindert das Überfahren von Objekten wie beispielsweise Obst. 

Doch nicht nur das. Apfelschürzen funktionieren auch hervorragend zum Schutz für Igel. Mähroboter sind leise und kommen für den Igel oft überraschend. Zudem werden Rasenroboter meist in der Dämmerung, wenn keiner mehr im Garten ist, eingesetzt. Aber das ist die aktive Zeit der Igel.

Mähroboter stellen eine große Gefahr für unsere stacheligen Freunde dar, mit einer Apfelschürze können sie geschützt werden

2. Gleitplatte

Die Gleitplatte ist eine kleine Abdeckung aus Metall, die zwischen der Drehscheibe und dem Boden angebracht. Dadurch wird ein Festsetzen von Laub und Mulchresten in der Drescheibe verhindert. Zudem hilft sie dem Roboter über Rillen und Unebenheiten im Boden zu gleiten.

3. Geländekits

Für manche Mähroboter gibt es sogenannte Gelände-Kits, auch Terrain-Kits genannt. Das sind spezielle Räder, die mit Spikes ausgestattet sind, mit denen der Mähroboter auch größere Steigungen bewältigen kann.

4. Scheinwerfer

LED Scheinwerfer für den Mähroboter dienen dazu, den Roboter auch bei schlechten Sichtverhältnissen zu erkennen und verhindert eventuelle ungewollte Zusammenstöße mit dem Gerät bei Dunkelheit.

Mein Mähroboter ist über ein Objekt/Stein gefahren. Was ist zu tun?

Der Mähroboter ist dafür ausgerichtet Gras zu schneiden. Um ein ideales Mähergebnis zu erhalten und sowohl Rasen als auch Roboter so gut wie möglich zu pflegen und zu erhalten, sollte der Rasen von Objekten frei gehalten werden. Natürlich kann es passieren, dass dein Rasenroboter auf ein hartes Objekt trifft, wie etwa einen Stein. 

Jeder Rasenroboter-Besitzer kennt wohl dieses ungeliebte Geräusch, wenn die rotierenden Messer plötzlich auf einen Stein treffen. Sollte dein Mähroboter über einen Stein oder ähnlich hartes Objekt gefahren sein, schalte ihn ab und überprüfe sofort die Messer auf Beschädigungen.  Meist aber überstehen die Messer kleine Steine unbeschadet. 

Harte Messer sind widerstandsfähiger und robuster als normale Mährobotermesser und müssen weniger oft getauscht werden. Die Investition in die kostenintensiveren Messer kann sich unter umständen lohnen.

Die Messer deines Mähroboters müssen immer scharf sein. Beschädigungen können dem Rasen schaden und gewährleisten keinen sauberen Schnitt.

Um deinen Rasen und deinen Mähroboter zu schützen, achte darauf wo und wann du den Roboter einsetzt.  Mähroboter sind zwar generell Wetterfest, bei starken und andauernden Regenfällen lass den Roboter jedoch besser zuhause, um ein Abrutschen oder Beschädigen des Rasens zu vermeiden. Dies gilt insbesondere wenn dein Garten Stellen mit größerem Gefälle aufweist. Auch Gewitter könenn eine Gefahr darstellen.

Fällt gerade viel Laub, entferne dieses bevor du den Mähroboter wieder losschickst; Obst, Nüsse, Tannenzapfen und Äste können problematisch für den Rasenroboter werden; verpassen nicht den richtigen Zeitpunkt im Frühjahr um mit dem Mähen zu beginnen, das Gras wird sonst schnell zu lang.

Hältst du dich an die Grundlegenden Vorkehrungen für Rasenroboter, wirst du Freude an einem gesunden und gepflegten Rasen und nur wenige technische Probleme mit deinem Mähroboter haben.

Matthias

Matthias Müller ist einer der Gründer dieses Blogs. Er beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit allen Themen rund um Automatisierung, Robotik und Zukunftstechnologien. Gleichzeitig ist er ein großer Naturliebhaber und daher fasziniert von dem ungewöhnlichen Zusammenspiel aus Robotern und Natur.

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