So findest du den richtigen Mähroboter für Hanglagen

Du hast einen Mähroboter mit einer recht großen Steigung und du weißt nicht, welcher Mähroboter dafür in Frage kommt? Hier will ich dir zeigen, worauf du bei der Wahl deines Mähroboter achten musst und dir gleichzeitig eine Übersicht über die Modelle verschaffen, die in Frage kommen.

Wie finde ich den richtigen Mähroboter für Hanglagen? Bei der Wahl des richtigen Mähroboters für Hanglagen ist das wichtigste, dass dieser für die vorliegende Steigung ausgelegt ist, da nicht alle Mähroboter die gleiche Steigfähigkeit besitzen. Ebenso wichtig ist die Flächenleistung, die hier aufgrund der Steigung etwas großzügiger gewählt werden sollte. Es spiele auch weitere Faktoren mit ein, wie z. B. Fallobst oder viel Laubbildung.

Doch worauf genau musst du da achten? Stimmen die Angaben der Mähroboter zur Steigfähigkeit? Auf was für weitere Funktionen musst du eventuell achten? Damit habe ich mich einmal gründlich auseinandergesetzt.

Was sind die wichtigsten Faktoren bei Mährobotern für Hanglagen?

Steigfähigkeit des Mähroboters bei Hanglagen

Eine der wichtigsten Eigenschaften von Mährobotern für steileres Gelände ist eine Steigfähigkeit. Mähroboter kommen mit unterschiedlich steilem Gelände klar, was konstruktionsbedingt ist.

So gut wie alle Mähroboter schaffen Steigungen bis 25 %. Sehr viele neuere Modelle sind mittlerweile aber auch für 35 % ausgelegt. Im höheren Preissegment wirst du auch eine ganze Zahl an Mähroboter finden, die 45 % schaffen. Darüber hinaus wird die Auswahl dann schon kleiner. Manche Modelle schaffen auch 50 %. Von HUSQVARNA gibt es mittlerweile allradgetriebene Modelle die wahnsinnige 70 % schaffen, aber auch entsprechend teuer ist (Automower 435X AWD und Automower 535 AWD).

Entscheidend dafür, welche Steigung bewältigt werden kann, ist zum einen die Stärke des Motors in Verbindung mit dem Gewicht des Mähroboter, die Zahl der Räder (es gibt 3- oder 4-rädrige Modelle) und die Beschaffenheit der Räder.

Flächenleistung des Mähroboter bei Hanglagen

Doch nicht nur die Steigfähigkeit ist wichtig. Ein anderer wichtiger Faktor der mit einspielt ist die Flächenleistung. Dies gilt natürlich für alle Gärten. Der Mähroboter muss für die Größe der Fläche ausgelegt sein. Dabei ist ein gewisser Spielraum immer wichtig, insbesondere da die Angabe zur maximalen Flächenleistung meist davon ausgeht, dass der Mähroboter 12, 18, oder manchmal auch 24 Stunden am Tag mäht (das ist vom Hersteller abhängig).

Wahrscheinlich wird der Mähroboter in deinem Garten aber nicht 24 Stunden unterwegs sein, z. B. um die Nachtruhe nicht zu stören, oder damit die Kinder ungefährdet im Garten spielen können. Viele Besitzer programmieren ihren Mähroboter so, dass er beispielsweise nur vormittags unter der Woche mäht, wenn niemand zu Hause ist, oder abends.

Außerdem gehen die Angaben von optimalen Bedingungen aus, also einer unkomplizierten Fläche mit wenigen Verwinkelungen und einfach zu mähendem Gras. Und vor allen Dingen geht sie auch von nur sehr geringen Steigungen aus.

Bei steilen Flächen kommt nämlich hinzu, dass der Mähroboter deutlich mehr Energie aufwenden muss und auch etwas langsamer wird, wenn er bergauf fahren muss. Dadurch entleert sich der Akku schneller und der Mähroboter muss früher wieder zur Ladestation zurückkehren. Das reduziert die Flächenleistung noch einmal deutlich. Der Effekt wird auch leider nicht durch das bergabfahren wieder ausgeglichen. Viele Mähroboter bremsen sogar extra ab, damit sie nicht zu schnell den Hang hinunterfahren.

Kann ich den Angaben zur Steigfähigkeit trauen?

Auch die Angaben zur Steigfähigkeit sind meist sehr optimistisch und gehen von sehr guten Bedingungen aus. Wie gut der Mähroboter einen Hang jedoch tatsächlich meistern kann, hängt auch von der Beschaffenheit des Untergrunds ab.

Je nach Art des Bodens und je nach Rasensorte kann es schwieriger für den Mähroboter werden, den Hang zu erklimmen. Auch wenn beispielsweise viel Laub auf dem Rasen liegt, kann das die Bergauffahrt erschweren. Insbesondere wenn dieses auch noch nass ist.

Generell kann auch Nässe zu Schwierigkeiten führen, da der Mähroboter bei feuchtem Untergrund leichter ins Rutschen kommt oder seine Räder durchdrehen können.

Viele Mähroboter brauchen eine Auslaufzone

Außerdem musst du darauf achten, worauf sich die maximale Steigung bezieht. In den meisten Fällen ist damit gemeint, dass der Mähroboter in gerader Linie den Hang hinauffährt. Was aber, wenn er dort drehen muss, weil er auf ein Hindernis oder das Begrenzungskabel stößt? Dann wird es sehr problematisch.

Die meisten Mähroboter brauchen eine Auslaufzone zum Wenden. Insbesondere HUSQVARNA macht das in der Anleitung zu seinen Automowern sehr deutlich. Am Begrenzungskabel darf keine allzu große Steigung herrschen, sondern dort sollten einige Meter mit maximal 15 % Gefälle vorherrschen.

Auslaufzone für Mähroboter bei Steigungen

Hier wendet der Mähroboter nämlich sehr oft. Und das bekommen viele Mähroboter an Steigungen nicht richtig hin, rutschen ab und hinterlassen nach kurzer Zeit massive Schäden am Rasen. Außerdem muss der Mähroboter wenn er auf das Kabel trifft ja erst mal ein paar Zentimeter zurücksetzen. Auch das bekommen viele Mähroboter an großen Steigungen nicht hin.

Als generelle Faustregel kann gelten: Bei Mähroboter mit Heckantrieb (die meisten Modelle), sollte das Begrenzungskabel niemals direkt unterhalb eines Steilhangs mit über 15 % Steigung angrenzen.

Bei Allradmodellen kann dies natürlich etwas anders sein, doch davon gibt es aktuell noch recht wenige.

Ich habe ein wirklich sehr gutes Youtube-Video gefunden der Seite roboschaf.at, wo das Ganze wie ich finde wirklich sehr gut veranschaulicht wird.

In dem Video ist von Traktionsrädern und Radkrallen die Rede. Traktionsräder verbessern den Halt des Mähroboter an Hängen etwas, Radkrallen erledigen diesen Job etwas besser. Allerdings sind diese nur sinnvoll, wenn sie mit der Software des Mähroboter richtig abgestimmt sind.

Der Händler aus dem Video bietet im österreichischen Raum ein spezielles Tuning für HUSQVARNA und VIKING/STIHL Mähroboter an, damit diese auch am Ende von Steilhängen am Begrenzungskabel gut wenden können. Hier kannst du auf seiner Seite mehr darüber erfahren.

Wie unterscheiden sich Mähroboter für große Steigungen?

Mähroboter für Hanglagen versuchen auf unterschiedliche Art und Weise mit den Bedingungen an einem steilen Hang klar zu kommen. Dabei bedienen sie sich folgender Möglichkeiten:

  • Leistungsstärkerer Motor, um große Steigungen bewältigen zu können
  • Neigungssensoren, um softwareseitig auf Steigungen reagieren zu können
  • Software die intelligent mit Steigungen umgeht
  • Räder mit besserer Traktion, um ein Abrutschen zu vermeiden
  • Anzahl der Räder, um Umkippen zu vermeiden (Dreiräder kippen leichter um)
  • Heckantrieb vs. Frontantrieb vs. Allradantrieb. Ein Allradantrieb kommt mit den größten Steigungen klar und hat auch weniger Probleme mit dem Wenden und rückwärts Fahren

Räder und Radantrieb bei der Bewältigung von Steigungen

Die Mähroboter Hersteller verwenden unterschiedliche Räder für ihre Modelle. Mähroboter die besonders gut mit unterschiedlichen Bedingungen im Terrain klarkommen, haben dabei generell größere Räder.

Zudem verwenden manche Hersteller für ihre Modelle die mit größeren Steigungen klarkommen sollen spezielle Räder und mit kleineren Stollen ausgestattet sind. Dadurch rutschen sie weniger bei Nässe und an Steigungen.

Manche Modelle lassen sich im Nachhinein nachrüsten mit speziellen Ausrüstungssets, diese nennen sich z. B. Gelände-Kit, Terrain-Kit, oder Offroad-Kit. Die meisten Mähroboter von HUSQVARNA lassen sich beispielsweise mit solchen Kits ausrüsten.

Diese Räder haben durch ihr Stollenprofil nicht nur eine bessere Traktion, sondern sind auch etwas schwerer. Allerdings hinterlassen sie auch etwas tiefere Spuren. Außerdem bleiben bei nassem Rasen mehr Reste auf den Rädern „stecken“. Mit speziellen Radbürsten die montiert werden können, kann dem entgegengewirkt werden, diese erhöhen dann wiederum aber die Lautstärke etwas.

Ein weiterer Unterschied besteht in der Anzahl und Größe der Räder. Größere Räder kommen insgesamt besser mit unwegsamerem Gelände zurecht und helfen dem Rasenroboter auch bei Steigungen.

Wichtiger ist jedoch der Unterschied zwischen 3- und 4-rädrigen Modellen. 3-rädrige Modelle haben mir schwierigem Terrain größere Probleme, insbesondere wenn es sich um große Steigungen handelt. Dort können sie nämlich leichter umkippen, wenn sie beispielsweise schräg einen Hang hinauffahren.

Und schließlich lassen sich Mähroboter noch nach Heckantrieb, Frontantrieb und Allradantrieb unterscheiden. Wie beim Auto auch sind Mähroboter mit Allradantrieb „terraintauglicher“, kommen mit Steigungen besser klar und sind auch eher in der Lage, an rutschigen Hängen zu wenden. Mähroboter mit Frontantrieb verfügen über eine etwas bessere Wendetechnik. Dabei können sie bei laufendem Betrieb in einer fließenden Bewegung wenden, was bei der Navigation an einem Begrenzungskabel auch an Steillagen von Vorteil sein kann.

Ein Beispiel für Allradantrieb: Die Modelle von HUSQVARNA die bis zu 70 % schaffen (Automower 435X AWD und Automower 535 AWD) sind mit Allradantrieb ausgestattet. Diese können auch am Hang drehen, wie dieses beeindruckende Video zeigt.

Wie du hier außerdem sehen kannst, sind die Räder alle gleich groß, was natürlich auch einen gewissen Vorteil bietet und natürlich der Tatsache geschuldet ist, dass alle Räder den Mähroboter antreiben.

Neigungssensoren und Software

Mähroboter die für Steigungen ausgelegt sind, verfügen über Neigungssensoren, anhand derer sie erkennen können, wie groß die Steigung aktuell ist. Sie können Entscheidungen die sie treffen davon abhängig machen. Wie gut sie mit den Informationen vom Neigungssensor umgehen, ist natürlich von ihrer Software abhängig.

Viele Mähroboter sind zumindest so schlau, dass sie abbremsen, wenn sie merken, dass sie einen steilen Hang hinunterrollen. Doch auch das drehen und wenden an solchen steilen Stellen ist sehr problematisch, wie ich oben schon erwähnt habe. Die Software kann also auch hier versuchen, intelligente Entscheidungen zu treffen, die den Rasen schonen und das Abrutschen des Mähroboters verhindern.

Wie ausgereift die Software in dieser Hinsicht ist, hängt vom Hersteller, dem Modell und sogar der Software-Version ab. Oft bringen Software-Updates noch einmal deutliche Verbesserungen. Bei Software-Updates gilt allerdings: Läuft dein Mähroboter ohne Probleme, mache keine Updates, denn diese können auch neue Probleme verursachen. Hat er hingegen Probleme, z. B. an manchen steilen Stellen, kann ein Software-Update Verbesserung bringen.

Welche weiteren Faktoren sind bei Mährobotern für Hanglagen wichtig?

Alle weiteren Entscheidungen, die du bei der Mähroboter-Wahl triffst, betreffen letztendlich auch Mähroboter für ebene Flächen. Das einzige was hier noch speziell steile Lagen betrifft ist die Frage, wie viele Hindernisse sich im steilen Teil deines Gartens befinden.

Wenn dein Steilhang gleichzeitig ein Wald aus Bäumen ist, wird es besonders schwierig mit einem Mähroboter, da er hier ständig an etwas stößt, sei es das Begrenzungskabel, das einen Baum ausgrenzt, oder der Baum selbst. Selbst Mähroboter die für eine solche Steigung ausgelegt sind, kommen damit womöglich nicht klar.

Für solche speziellen Fälle kann es notwendig sein, einen Mähroboter mit Allradantrieb zu verwenden. Oder der Mähroboter muss anderweitig getunt werden, wie in dem Beispiel von roboschaf.at, das ich dir oben gezeigt habe.

Welche Modelle sind für steiles Gelände geeignet?

Generell bieten sich einige Modelle der Marken HUSQVARNA, AL-KO, STIHL (früher VIKING), AMBROGIO, WIPER und HONDA für größere Steigungen an. Ganz wichtig und oft missverstanden: Die meisten Mähroboter können jedoch nicht an Steigungen werden.

Während die meisten Mähroboter für großer Steigungen eher etwas teurer sind, ist die Marke Yard Force hier ein Geheimtipp. Diese Mähroboter sind sehr günstig, meist unter 500 Euro und kommen mit Steigungen bis zu 50 % klar. Allerdings handelt es sich hier dennoch um Einsteigermodelle, die zudem für kleinere Flächen geeignet sind.

Hier eine Liste einiger Modelle mit 45 % oder mehr Steigung.

  • Ambrogio L200 Carbon Blackline: 45 %
  • Ambrogio L250i Elite GPS: 45 %
  • Ambrogio L350i Elite GPS: 45 %
  • Ambrogio L400: 45 %
  • Ambrogio L85 Elite: 55 %
  • Husqvarna Automower 320: 45 %
  • Husqvarna Automower 330X: 45 %
  • Husqvarna Automower 420: 45 %
  • Husqvarna Automower 430X: 45 %
  • Husqvarna Automower 440: 45 %
  • Husqvarna Automower 450X: 45 %

Mähroboter die am Hang wenden können, gibt es bisher nur wenige. Ein solcher Mähroboter muss entweder über Allrad verfügen, oder eine sehr intelligente Software in Verbindung mit den richtigen Rändern, wie weiter oben beschrieben.

Bisher kenne ich hier nur die beiden Modelle von HUSQVARNA mit Allradantrieb:

  • Automower 435X AWD
  • Automower 535 AWD

Verwandte Fragen

Wie wird die Steigung im Garten berechnet? Die Steigung wird in der Regel in Prozent (%) manchmal auch in Grad (°) angegeben. Um die Steigung in Prozent zu ermitteln, muss der Höhenunterschied innerhalb einer bestimmten Distanz, durch selbige Distanz geteilt werden. Ist der Höhenunterschied auf 100 m beispielsweise 5 m, sind dies 5 % Steigung.

Auch interessant: Rechner zur Berechnung von Steigungen

Wie wird bei Steigungen Grad in Prozent umgerechnet? Umeine Steigungsangabe von Grad in Prozent zu rechnen, benötigt man die trigonometrischen Funktionen, genauer gesagt den Arkustangens. Die Formel zur Umrechnung hierfür lautet:

Winkel in Prozent = tan(Winkel in Grad) x 100%

Über den Autor
Matthias

Matthias

Matthias Müller ist einer der Gründer dieses Blogs. Er beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit allen Themen rund um Automatisierung, Robotik und Zukunftstechnologien. Gleichzeitig ist er ein großer Naturliebhaber und daher fasziniert von dem ungewöhnlichen Zusammenspiel aus Robotern und Natur.

April 12, 2019

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