Igel und Mähroboter
Foto: © Tadeusz Lakota / unsplash.com

So schützt du Igel im Garten vor deinem Mähroboter

Mähroboter sind gefährlich für Igel, weshalb Igel vor dem Mähroboter geschützt werden sollten. Sicher hast du schon darüber gelesen, warum Mähroboter gefährlich für Igel sind. Falls nicht, ließ diesen Artikel den ich erst kürzlich darüber verfasst habe. Hier will ich dir nun Möglichkeiten zeigen, was du alles tun kannst, um Igel in deinem Garten zu schützen.

Wie können Igel vor Mährobotern geschützt werden? Die beste Methode um Igel vor Mähroboter zu schützen, ist den Mähroboter nicht während der Dämmerung und nachts fahren zu lassen. Ist das nicht möglich, kann eine sogenannte Apfelschürze am Mähroboter installiert werden, die eigentlich dafür gedacht ist, zu verhindern, dass Äpfel unter den Mähroboter gelangen. Sie eignen sich jedoch auch für Igel.

Hier werde ich dir nun die einzelnen Möglichkeiten die es gibt, Igel zu schützen, genau vorstellen. Sicher ist eine Möglichkeit dabei, die du umsetzen kannst. Zunächst gehe ich noch mal ganz kurz darauf ein, warum Mähroboter gefährlich für Igel sind, falls du meinen Artikel dazu nicht gelesen hast.

Warum sind Mähroboter gefährlich für Igel?

Mähroboter sind für alle kleinen Wildtiere im Garten gefährlich, besonders jedoch für Igel. Diese sind dämmerungs- und nachtaktiv. Da der Mähroboter oft so programmiert wird, dass dieser ebenso während der Dämmerung mäht, z. B am frühen Morgen oder abends und bisweilen sogar nachts, ist die Gefahr eines Zusammentreffens groß.

Da die meisten Mähroboter recht leise arbeiten, nimmt ein Igel den Mähroboter nicht als Gefahr war. Erst bei einer Kollision reagiert der Igel. Dabei flieht er jedoch nicht, sondern rollt sich zusammen, um dem vermeintlichen Angreifer keine Angriffsfläche zu bieten. Gegen die scharfen Klingen eines Mähroboters hilft das jedoch nicht. Deshalb werden so viele Igel verletzt, von denen viele die Verletzung nicht überlegen.

Wie kannst du einen Igel im Garten vor deinem Mähroboter schützen?

Es gibt verschiedene Methoden, wie du einen Igel in deinem Garten vor einem deinem Mähroboter schützen kannst.

  • Anpassen der Mähzeiten: Nicht bei Dämmerung oder nachts mähen
  • Apfelschürze/Igelschutz: Eine Art „Kuhschieber“ vor dem Mähroboter, der eigentlich verhindert, dass Äpfel und anderes Fallobst unter den Mähroboter gelangen, aber sich auch für Igel eignet
  • Lauteres Gerät: Igel laufen vor lauten Mähroboter eher weg. Während die leisten Mähroboter nur 56 dB erzeugen, kommen die lautesten Modelle auf 75 dB

Anpassen der Mähzeiten

Igel sind dämmerungs- und nachtaktive Tiere. Wenn du deinen Mähroboter so programmiert hast, dass er vor allen Dingen während der Dämmerungszeiten oder gar nachts mäht, ist die Chance besonders groß, dass Mähroboter und Igel aufeinandertreffen. Tagsüber sind Igel hingegen so gut wie nie im Garten unterwegs.

Daher ist die beste Methode, den Igel vor dem Mähroboter zu schützen, den Mähroboter so zu programmieren, dass er zu anderen Zeiten am Tag mäht. Wenn der Mähroboter beispielsweise erst um 10 Uhr mit seiner Arbeit beginnt, ist der Igel in der Regel schon in seinen sicheren Bau verschwunden. Die genaue Uhrzeit ist natürlich von der Jahreszeit abhängig.

In den Abendstunden, wenn es dämmert, sollte der Mähroboter dann auch wieder zurück in seine Ladestation fahren, damit wenn der Igel rauskommt, er nicht unter den Mähroboter gerät.

Apfelschürze / Igelschutz

Doch es gibt viele Gründe, weshalb du vielleicht möchtest, dass dein Mähroboter unbedingt während der Dämmerung oder abends mäht. Vielleicht hast du Kinder im Garten und möchtest daher aus Sicherheitsgründen den Mähroboter nur dann mähen lassen, wenn die Kinder abends schon im Haus sind, oder morgens in der Schule.

Doch muss das dann automatisch heißen, dass der Igel den Kürzeren zieht? Nein! Dafür gibt es sogenannte Apfelschürzen. Das ist eine längliche, flexible, dünne Platte, die vorne am Mähroboter angebracht werden kann. Eigentlich ist diese dafür gedacht zu verhindern, dass Äpfel unter den Mähroboter ins Mähwerk geraten und dieses beschädigen.

Es hat sich aber bereits auch schon als praktikabel erwiesen, so eine Apfelschürze zu nutzen, um zu verhindern, dass ein Igel unter den Mähroboter gerät. Dieser ist mindestens so groß wie ein Apfel, meist sogar größer. Hier siehst du ein Beispiel einer solche Apfelschürze.

Alternativ kannst du vorne ein Lochblech anbringen, so wie in diesem Beispiel. Solche Lochbleche findest du z. B. hier bei Amazon oder auch in diversen Baumärkten.

Diese Methode würde ich als Alternative zweiter Wahl sehen, wenn das umstellen der Mähzeiten wirklich keine Option darstellt, da es der Igel sicher nicht so super spaßig findet, von einem riesigen Lochblech über den Garten gerollt zu werden.

Lauteres Gerät

Würde der Igel den herannahenden Mähroboter früher als Gefahr wahrnehmen, würde er vor dem Mähroboter weglaufen, anstatt sich erst bei direktem Kontakt zusammen zu rollen. Daher kann es auch eine Option sein, sich ein lauteres Gerät anzuschaffen. Während die leisesten Rasenroboter nur auf 56 dB kommen, was ungefähr der Lautstärke eines laufenden Kühlschranks entspricht, machen die lautesten stolze 75 dB.

Natürlich ist es generell schöner, wenn der Mähroboter leiser ist. Aber wenn dir das nicht so wichtig ist und deine Nachbarn in genügend großer Entfernung wohnen, dass sie den Mähroboter nicht als nervig empfinden, kannst du auch einfach ein lauteres Gerät wählen. Bedenke jedoch, dass du das Gerät dann eventuell trotzdem nicht in der Nacht mähen lassen kannst, wenn du nicht gerade allein auf weiter Flur lebst.

Woher weiß ich, ob ich einen Igel im Garten habe?

Woher weißt du denn überhaupt, ob du einen Igel im Garten hast, wenn du noch keinen gesehen hast? Vielleicht vermutest du, dass in irgendwo in deinem Garten ein Igel haust, er hat sich aber noch nicht gezeigt?

Wer sich auskennt, kann das natürlich über den Igelkot feststellen. Dieser ähnelt etwas dem einer Katze, ist jedoch kleiner und recht dunkel. Für einen Laien ist das jedoch nicht einfach zu erkennen und vom Kot anderer Kleintiere zu unterscheiden. Doch ein erstes Anzeichen kann es sein.

Um wirklich heraus zu finden, ob du einen Igel im Garten hast, kannst du einen Igeltunnel bauen. Das ist eine dachförmige, längliche Vorrichtung, die du auf den Boden stellst und in deren Mitte du etwas Köderfutter aufstellst (z. B. Katen-Nassfutter). An den beiden Eingängen wird auf Malerkreppband eine ungiftige Mischung aus Farbpulver und Speiseöl aufgetragen. Vor dem Köderfutter wird dann noch beidseitig ein Stück weißes Papier aufgeklebt, auf dem du dann die Spuren erkennen kannst.

Beim Landesverbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) gibt es eine komplette Anleitung für einen solchen Igeltunnel.

Darf ich den Igel aus meinem Garten auch irgendwo abgeben?

Tiere die zu den besonders geschützten Arten gehören, dürfen in Deutschland nicht aus der Natur entnommen werden. Dazu zählt auch der Igel. Das heißt du darfst ihn auch nicht aus seiner natürlichen Umgebung in deinem Garten entfernen, wenn er es sich dort gemütlich gemacht hat (ähnlich wie du z. B. Bienen- oder Wespennester auch nicht einfach so entfernen darfst, sondern dafür eine Genehmigung brauchst).

Es ist lediglich erlaubt, hilfsbedürftige Igel sachgemäß aufzuziehen bzw. gesund zu pflegen. Hast du einen Igel im Garten, der Hilfe braucht oder verletzt ist, setze dich am besten mit einer Igelstation in Verbindung.


Weitere Informationen was du tun kannst, wenn du einen Igel in deinem Garten gefunden hast, findest du hier bei Pro Igel.

Bedenke außerdem, dass Igel sehr nützlich für den Garten sind. Igel fressen nämlich neben Insekten und Spinnen auch Schnecken. Auch Nachtfalter und deren Larven werden verspeist. Die Igel kommen dabei nachts aus ihrem Bau und fressen so gut wie alles, was auf den Blättern kreucht und fleucht.

Verwandte Fragen

Wie kann ein Garten mit einem Mähroboter Bienenfreundlicher gestaltet werden? Um einen Garten so zu gestalten, dass er sowohl den Ansprüchen des Mähroboters als auch denen von Bienen und anderen Insekten gerecht wird, können Wildblumen-Inseln angelegt werden und an den Rändern und Ecken der Mähfläche spezielle Pflanzen angepflanzt werden, die ein besonders gutes Nahrungsangebot für Bienen darstellen, wie z. B. Lavendel, Astern oder Malve. Auch diverse Wildkräuter wie Kapuzinerkresse, Löwenmäulchen oder Männertreu erfüllen diese Funktion.

Auch interessant: Mähroboter sind eine Gefahr für Bienen und Igel

Matthias

Matthias Müller ist einer der Gründer dieses Blogs. Er beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit allen Themen rund um Automatisierung, Robotik und Zukunftstechnologien. Gleichzeitig ist er ein großer Naturliebhaber und daher fasziniert von dem ungewöhnlichen Zusammenspiel aus Robotern und Natur.

April 10, 2019

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