Mähroboter verirrt

Automower Passagenmodus: Mit Missverständnissen aufgeräumt

Wenn du wie ich stundenlang im Internet danach gesucht hast, was es mit dem Passagenmodus oder der automatischen Passagenerkennung von Husqvarna Automowern auf sich hat, dann bist du hier endlich richtig. Mir war lange Zeit nicht richtig klar, was damit eigentlich genau gemeint ist, wie das funktioniert und dass es hier auch gewisse Missverständnisse in der Funktionsweise gibt. Deshalb möchte ich dir hier alles erklären.

Was ist der Automower Passagenmodus? Der Passagenmodus wird auch automatische Passagenerkennung genannt. Sie dient dem Automower dazu, im Suchmodus wenn er über das Suchkabel ein bestimmtes Ziel ansteuert oder zur Ladestation zurück fährt, auch durch enge Passagen fahren zu können.

Hier kommt es ab und zu Missverständnissen. Außerdem gibt es einige Dinge zu beachten, damit der Passagenmodus wirklich gut funktioniert, wenn du mehrere unterschiedliche Flächen miteinander verbindest. Das werde ich dir in den nachfolgenden Abschnitten genauer erklären.

  1. Das hat es mit der automatischen Passagenerkennung auf sich
  2. So wird eine Passage angelegt
  3. Mögliche Probleme mit Engpassagen
  4. Eine Passagenschaltung verhindert ein Verirren in Passagen
  5. Verwandte Fragen

Das hat es mit der automatischen Passagenerkennung auf sich

Der richtige Begriff den Husqvarna auch verwendet, ist tatsächlich automatische Passagenerkennung. Der Begriff Passagenmodus ist dahingehend auch irreführend, da es sich nicht um einen Modus handelt, der an- oder ausgeschalten werden kann. Die automatische Passagenerkennung dient dem Automower dazu, im Suchmodus auch durch enge Passagen oder Korridore fahren zu können, ohne von den sehr eng beieinander stehen Begrenzungskabel irritiert zu werden.

Beim Suchmodus hingegen handelt es sich durchaus um einen eigenen Modus. Husqvarna Automower sind mit mindestens einem oder auch mehreren Suchkabeln ausgestattet, die mit der Ladestation verbunden sind. Auf diesen Suchkabeln können Wegpunkte, sogenannte Fernstartpunkte, festgelegt werden, die der Mähroboter gezielt anfahren kann.

Diese Fernstartpunkte sind insbesondere dann nützlich, wenn du mehrere Rasenflächen hast, die nur über einen schmalen Korridor miteinander verbunden sind. Auf jeder Rasenfläche kannst du einen solchen Punkt definieren. Den Mähroboter kannst du dann so programmieren, dass zu bestimmten Zeiten gezielt diesen Fernstartpunkt bzw. die Fläche über das Suchkabel anfährt.

Verschiedene Rasenflächen können über Passagen verbunden sein, die bis zu 60 cm schmal sind. Führt das Suchkabel dabei durch eine solche enge Passage,würde der Automower unter normalen Umständen damit Probleme bekommen, weil ihn die sehr eng beieinander stehen Kabel irritieren. Da er aber im Suchmodus über das Suchkabel fährt und er automatisch erkennt, dass es sich um eine eigene Passage handelt, passiert das nicht. Das nennt sich dann automatische Passagenerkennung.

Es gibt also kein extra Modul oder dergleichen, dass sich Passagenmodus nennt. Es ist auch keine Funktion, die du einfach so anschalten kannst, sondern es ist einfach nur ein intelligentes Verhalten des Automowers, wenn er über das Suchkabel durch eine enge Passage fährt.

So wird eine Passage angelegt

Eine Passage lässt sich relativ leicht anlegen. Zunächst legst verlegst du das Begrenzungskabel links und rechts entlang der Passage, um dieses danach um die Nebenfläche zu führen. Dabei musst du darauf achten, dass immer mindestens 60 cm Platz zwischen den Begrenzungskabeln ist.

Das Suchkabel verlegst du dann genau durch die Mitte dieser Passage. Auch hier musst du darauf achten, dass es nach beiden Seiten jeweils mindestens 30 cm Platz hat, da der Automower sonst nicht richtig durch die Passage kommt.

Damit der Mähroboter überhaupt durch die Passage fährt, musst du natürlich auch einen Fernstartpunkt auf der Fläche festlegen, die angesteuert werden soll. Dieses kannst du über das Menü des Automowers machen. Wähle im Hauptmenü Fernstart 1, dort dann Strecke. Dort kannst du dann die Strecke in Metern angeben, die der Fernstartpunkt über das Suchkabel von der Ladestation entfernt ist.

  • Hauptmenü -> Fernstart 1 -> Strecke: 40 m

Zudem kannst du festlegen, wie oft der Mähroboter dort mähen soll. Das machst du am besten abhängig von der Größe der Fläche. Du findest die entsprechende Einstellung ebenfalls über Hauptmenü, Fernstart 1 und dann Anteile. Dort kannst du zwischen dann auswählen, ob der Fernstartpunkt häufig, mittel oder selten angefahren werden soll.

  • Hauptmenü -> Fernstart 1 -> Anteile: selten

Mögliche Probleme mit Engpassagen

Der Automower erkennt enge Passagen im Suchmodus und reagiert bewusst nicht sehr sensibel auf das Begrenzungskabel. So lange er im Suchmodus ist, funktioniert hier in der Regel alles super. Ein Problem kann sich aber ergeben, wenn der Mähroboter im normalen Mähmodus versehentlich in die Passage fährt. Der Mähroboter wird nämlich im Mähmodus keinesfalls daran gehindert, in die Passage zu fahren, was enge Passagen – trotz „Passagenmodus“ – weiterhin zu einem Problem machen kann.

Das kann nämlich dazu führen, dass der Mähroboter sich eine ganze Weile in der Passage verheddert, weil er in der engen Passage ständig vor und zurückfährt und einfach völlig orientierungslos ist. Auch werden nicht selten Passagen zwischen Flächen gebildet, wo die Passagen selbst gar keinen Rasen haben, sondern beispielsweise Gehwegplatten, Pflastersteine, Asphalt oder dergleichen. Es wäre also Zeitverschwendung, wenn der Mähroboter die ganze Zeit auf dieser Passage hin und her tingelt, um dort alles zu „mähen“.

Woher soll er auch wissen, dass es dort nichts zu mähen gibt. Dieses Problem lässt sich allerdings auf zwei Arten lösen.

  • A: geschicktes Verlegen des Kabels am Eingangs zur Passage, so dass die Wahrscheinlichkeit eines versehentlichen Hineinfahrens möglichst gering ist
  • B: Installation einer sogenannten Passagenschaltung oder Tunnelschaltung

Eine Passagenschaltung verhindert ein Verirren in Passagen

Falls es mit Option A nicht klappt und dein Mähroboter sich trotzdem in der Passage verirrt, kannst du bei dir eine sogenannte Passagenschaltung installieren. Diese wird nicht von den normalen Mähroboter Herstellern angeboten. Es gibt jedoch sehr viele Drittanbieter, die eine solche Passagenschaltung anbieten.

Bei einer Passagenschaltung wird eine zusätzliche Schleife um die Passage gelegt, die mittels Abzweigklemmen mit dem Hauptlabel verbunden wird. Am einen Ende an dem das Passagenkabel auf das Begrenzungskabel trifft, befindet sich eine Umschaltbox, mit der der Mähroboter mittels eines Bluetooh-Moduls kommunizieren kann.

Bei aktivierter Passagenschaltung kann der Mähroboter nicht durch die Passage fahren. Nähert sich der Automower im Suchmodus der Passage, signalisiert er der Umschaltbox, dass er jetzt durch die Passage fahren möchte, was diese dazu veranlasst, die Passagenschleife zu unterbrechen, um dem Mähroboter die Durchfahrt zu ermöglichen.

Hat der Autmower die Passage passiert, wird die Schleife wieder aktiviert und der Mohnroter kann im Mähmodus nicht mehr in die Passage hineinfahren und sich verirren.

Achtung: Da das Bluetooth-Modul nicht von Husqvarna selbst stammt und es nur mit einem Eingriff in den Automower installiert werden kann, erlischt bei einem Einbau die Garantie des Mähroboters.

Hier wird das Ganze auch noch einmal schön in einem Video erklärt.

Verwandte Fragen

Wie viele Flächen lassen sich mit dem Automower mähen? Die Anzahl der getrennten Flächen, die sich durch Verbindung über Passagen mit einem Automower mähen lässt, ist abhängig von der Anzahl an Fernstartpunkten die eingestellt werden können. Diese variieren von Modell zu Modell. So können manchmal 3 oder 5 Fernstartpunkte eingestellt werden. Die maximale Flächenleistung des Automowers ist ebenfalls ein limitierender Faktor.

Muss die automatische Passagenerkennung aktiviert werden? Die automatische Passagenerkennung ist werkseitig immer aktiv. Sie kann über das Menü auch nicht deaktiviert werden.

Über den Autor
Matthias

Matthias

Matthias Müller ist einer der Gründer dieses Blogs. Er beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit allen Themen rund um Automatisierung, Robotik und Zukunftstechnologien. Gleichzeitig ist er ein großer Naturliebhaber und daher fasziniert von dem ungewöhnlichen Zusammenspiel aus Robotern und Natur.

Februar 17, 2019

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