Mähroboter Tracking und Navigation per GPS

Mähroboter mit GPS – So funktionieren Navigation und Tracking

Wenn man sich zum ersten Mal mit Mährobotern auseinandersetzt, stößt man auch ab und zu auf Mähroboter mit GPS und fragt sich, wozu GPS in Mährobotern eigentlich gut ist und was das kann. Man kennt GPS aus Navigationssystemen im Auto, von Smartphones, manchmal sogar Kameras oder Uhren, doch was tut es im Mähroboter?

Das Global Positioning System (GPS) dient generell der Positionsbestimmung über Satellit und kann in zwei Wegen genutzt werden. Zum einen kann der Mähroboter GPS zur Navigation nutzen. Dies ermöglicht ihm, sich auf der Rasenfläche besser zurechtzufinden und sie so schneller und effizienter zu mähen. Eine weitere Einsatzmöglichkeit ist der Diebstahlschutz. Mittels Geofencing lässt sich ein Alarm auslösen, wenn der Mähroboter entwendet wird. Am PC oder Smartphone lässt sich die Position des Mähroboters im Falle eines Diebstahls jederzeit feststellen.

In diesem Artikel beleuchten wir das Thema Mähroboter und GPS einmal etwas genauer.

Warum sollte man seinen Mähroboter per GPS tracken?

Das Tracken des Mähroboters per GPS dient in erster Linie zu Sicherheitszwecken. Wenn Sie Ihren Mähroboter per GPS tracken, können Sie am Smartphone oder PC jederzeit seine Position bestimmen. Das hat gewisse Vorteile.

Erstens können Sie im Falle eines Diebstahls die Position des Mähroboters bestimmen. Je nach System ist der GPS Tracker so Leistungsstark, dass er sich selbst in einer Tiefgarage orten lässt. Ist dem Dieb also nicht bewusst, dass das Gerät mit GPS ausgestattet ist, kann er so schnell dingfest gemacht werden.

Wenn Sie den Diebstahl der Polizei melden, können Sie ihr auch direkt das GPS Tracking zur Verfügung stellen. Meist ist die Polizei hier besonders hilfsbereit, weil es eine sehr einfache Möglichkeit darstellt, einen Täter dingfest zu machen – und obendrein die Aufklärungsstatistik aufzubessern.

Es wurde schon von einigen Mähroboter Besitzern berichtet, dass Ihr Gerät inklusive Täter schon wenige Stunden nach dem Diebstahl dingfest gemacht werden konnte. Allerdings sollte man nicht all zu lange warten, den Diebstahl zu melden. Entdeckt der Dieb den GPS Tracker, wird er ihn schnell entfernen oder unbrauchbar machen.

Spezieller Diebstahlschutz mit Geofencing

Mähroboter die über einen GPS Tracker verfügen, bieten meist die Funktion des Geofencings an, das manchmal auch mit GPS Diebstahlschutz beworben wird. Dabei können Sie ein bestimmtes Gebiet festlegen, innerhalb dessen sich der Mäher bewegen darf. Verlässt er dieses Gebiet kann er einen Alarmton abgeben. Außerdem kann der Mähroboter den Besitzer per SMS oder Smartphone-App warnen, wenn er das Gebiet verlässt.

Überwachung des Mähverhaltens

Ein weiterer Vorteil von GPS Trackern ist, dass Sie das Mähverhalten des Mähroboters nachvollziehen können. Beispielsweise können Sie eine “Heatmap” erstellen, mit der Sie erkennen können, wie oft der Mähroboter die verschiedenen Stellen gemäht hat. Ecken die schlecht zu erreichen sind, werden so schnell sichtbar. Im Zweifel kann dann etwas am Begrenzungskabel oder Suchkabel korrigiert werden, damit bestimmte Stellen besser erreicht werden können.

Was bringt die Navigation per GPS?

Es gibt seit einigen Jahren Mähroboter, die mit GPS navigieren. Besonders die hochklasse Modelle von Husqvarna sind dafür bekannt. Zu Beginn fahren GPS gestützte Mähroboter die Rasenfläche genauso ab, wie ihre Kollegen ohne GPS. Das heißt, sie orientieren sich am Suchkabel, um in die verschiedenen Gebiete der Rasenfläche zu gelangen und sie zu mähen.

Im Hintergrund wird dabei jedoch mithilfe der GPS-Daten des GPS-Moduls eine digitale Landkarte der Rasenfläche erstellt. Nachdem der Mähroboter eine gewisse Menge an GPS-Daten gesammelt hat, kann er seine Einsatzorte beim Mähen selbst organisieren.

Dabei merkt er sich, wann er welches Areal zuletzt gemäht hat. Sobald er feststellt dass er ein bestimmtes Areal eine Weile nicht mehr gemäht hat, begibt er sich dorthin um es zu mähen. Gleichzeitig vermeidet er es, Areale zu mähen, die er schon sehr häufig gemäht hat. Das spart nicht nur Zeit beim Mähen, sondern schont auch den Rasen. Insbesondere kommt es hierdurch zu geringerer Bildung von Fahrspuren.

Das Suchkabel wird also nur am Anfang vom Mähroboter genutzt, um die Karte zu erstellen und sich auf dem Rasen zurecht zu finden. Sobald die digitale Karte fertig ist, orientiert sich der Mähroboter komplett an seiner Karte und kann den Rasen so noch effizienter mähen.

Vorteile der GPS-Navigation

  • bessere Flächenleistung
  • bessere Orientierung des Mähroboters auf dem Grundstück
  • dadurch geringerer Energieverbrauch und kürzere Mähzeiten
  • besseres Rasenbild durch Vermeidung von zu häufigem Mähen und Fahrspuren

Können Mähroboter mit GPS auf ein Begrenzungskabel verzichten?

Ganz klares Nein! GPS ist heutzutage leider immer noch viel zu ungenau. Beim mähen am Rand muss der Mähroboter ja ganz genau mähen, damit er nicht ausversehen übers Blumenbeet fährt. Selbst unter optimalen Bedingungen, das heißt, wenn der Mähroboter kontakt zu mindestens 4 Satelliten hat, kann eine Ungenauigkeit von bis zu 3 Metern bestehen. 3 Meter Ungenauigkeit machen dann schnell den Unterschied zwischen “schönes Blumenbeet” oder “warum liegt da eigentlich geschnittenes Gras auf der Erde?”.

Es gibt keine Mähroboter, die ausschließlich mit GPS navigieren! Zwar gibt es Mähroboter, die ohne Begrenzungsdraht auskommen, diese besitzen dann aber spezielle Sensoren, die das Ende der Rasenfläche erkennen.

Welche Möglichkeiten gibt es zum Tracken per GPS?

Mähroboter mit eingebautem GPS Tracking

Es gibt einige wenige Mähroboter, die bereits über ein GPS Tracking verfügen, oder sich leicht mit einem solchen Nachrüsten lassen. Hier hat sich vor allen Dingen der Hersteller Husqvarna mit einigen Modellen einen Namen gemacht.

Diese Mähroboter sind aber auch vergleichsweise teuer. Möchte man etwas Geld sparen, oder hat man bereits einen Mähroboter, der aber nicht über GPS Tracking verfügt, kann man dies auch sehr leicht nachrüsten. Mehr dazu weiter unten.

Automower Connect von Husqvarna in Zusammenarbeit mit GPS

Automower Connect ist eine App und gleichzeitig ein Modul für den Mähroboter, das einigen Modellen der Marke Husqvarna zur Verfügung steht. Es dient der Kommunikation zwischen dem Mähroboter und seinem Besitzer.

Die Modelle Automower 310, Automower 315, Automower 320, Automower 330X , Automower 420, Automower 430X, Automower 440 und Automower 450X sind mit dem Automower Connect Modul nachrüstbar und können über die Automower Connect App dann gesteuert werden.

Mithilfe der App kann man seinem Mähroboter vom Smartphone oder Tablet Befehle senden, wie z. B. “Kehre zurück zur Ladestation”, “Beginne mit dem Mähen” oder “Anhalten”. Auch Befehle per SMS sind möglich. Gleichzeitig meldet der Rasenroboter beispielsweise, wenn er die Mährfläche außerplanmäßig verlassen hat, beispielsweise bei einem Diebstahl oder einfach nur, wenn der Begrenzungsdraht mal nicht so funktioniert hat, wie er soll. Es ist außerdem möglich, informationen über den Ladestand, die aktuelle Position oder den nächsten planmäßigen Mähvorgang zu sehen.

Der Mähroboter wird dabei mit einer SIM-Karte ausgestattet, die im Lieferumfang des Moduls mit enthalten ist. Bei allen Mährobotern die ab dem Frühjahr 2016 gekauft wurden, übernimmt Husqvarna die Kosten für SIM-Karte und Datenvolumen für die nächsten 10 Jahre. Alternativ kann man den Mähroboter auch mit einer eigenen SIM-Karte ausstatten.

Das Automower Connect Modul funktioniert in Zusammenarbeit mit dem GPS-Modul, dient aber lediglich als Kommunikationsmodul. Die GPS-Navigation lässt sich hierdurch nicht beeinflussen und stellt ein separates System dar.

Hier noch mal eine kurze Übersicht in einem Video, was die Automower Connect App alles kann.

Nachrüsten des Mähroboters mit GPS

Do it Yourself mit einem GPS Tracker

Die wohl beste Möglichkeit, seinen Mähroboter nachträglich mit GPS Tracking auszustatten ist mit einem GPS Tracker. Hier bieten sich Tracker an, die man auch für Autos verwenden kann und sich jederzeit orten lassen. Man kann diese dann unter der äußeren Haube des Mähroboters anbringen.

Dort werden sie nicht so leicht gefunden, so lange der Mähroboter nicht geöffnet wird. Zwar könnte man den Tracker auch unter dem eigentlichen Gehäuse platzieren, wo er noch wesentlich schwieriger zu finden wäre, jedoch darf man dieses meist nicht öffnen, da sonst die Garantie erlöschen würde. Hier kommt es darauf an, welche Bedingungen der Händler an die Garantie gebunden hat.

Ein verbreitetes Tracking-Gerät das von vielen Mähroboter Besitzern genutzt wird, um ihren Mähroboter nachträglich mit GPS-Tracking auszustatten ist der Incutex GPS-Tracker*. Dieser wird auch für Autos gerne verwendet. Er lässt sich selbst dann orten, wenn sich das Gerät beispielsweise in einer Tiefgarage befindet. Nach etwa 400 Tagen muss der Akku des Trackers neu aufgeladen werden, da er natürlich nicht mit der Stromversorgung des Mähroboters verbunden ist.

Dieses Gerät bietet eine tolle Möglichkeit, um den Mähroboter bei einem Diebstahl im nachhinein ausfindig zu machen, oder einfach nur zu sehen, wie die Rasenfläche vom Mähroboter befahren wird. Hiermit kann der Mähroboter jedoch nicht navigieren. Dazu wäre ein GPS-Gerät nötig, das mit der Elektronik des Mähroboter verbunden ist und mit dieser kommuniziert.

Tracking per Smartphone

Einige gewitzte Besitzer von Mährobotern sind auch schon auf die Idee gekommen, einfach ein altes Smartphone unter der Haube zu befestigen und den Verlauf mit einer Tracking-App zu loggen, wie beispielsweise GPS Logger. Dabei sollte man darauf achten, dass das Handy vor Wasser geschützt ist, beispielsweise indem man es in einer kleinen Tüte verpackt. Diese Methode eignet sich jedoch bestenfalls, um sich ein grobes Bild davon zu machen, wie der Mähroboter die Rasenfläche befährt.

Zwar lassen sich manche Smartphones ebenfalls vom PC aus orten, jedoch reicht der Akku von Smartphones bekanntermaßen nicht sehr lange. Außerdem ist das Positionierungssystem bei Smartphones oft etwas ungenau.

Welche Mähroboter navigieren per GPS?

Zwar lassen sich manche Mähroboter mit GPS Tracking nachrüsten, die GPS Navigation lässt sich jedoch nicht so ohne weiteres nachrüsten. Es sind nur einige wenige Modelle von Husqvarna bekannt, die über GPS Navigation verfügen. Die Modelle Automower 320, Automower 430X und Automower 450X sind serienmäßig mit GPS Navigation ausgestattet.

Was kosten Mähroboter mit GPS?

Für Mähroboter mit GPS muss man schon wesentlich tiefer in die Tasche greifen. Das liegt natürlich daran, dass das zusätzliche GPS Gerät im Mähroboter zusätzliche Kosten verursacht. Außerdem ist die Software in diesen Geräten deutlich komplexer, als in einfachen Mährobotern ohne GPS. Die Technik wird ohnehin nur bei Geräten der gehobenen Mittelklasse verwendet, weshalb auf jeden Fall ein recht stattlicher Preis zustande kommt.

Preis-Beispiele für Mähroboter mit GPS

  • Automower 320 – 1500 € (Auslaufmodell)
  • Automower 430X – 2600 €
  • Automower 450X – 3400 €

Fazit

GPS erweitert die Palette an Möglichkeiten, die sich Mährobotern bieten um ein gutes Stück. So kann der Mähroboter Geodaten über den Mähfläche sammeln und so eine digitale Karte anfertigen, die es ihm ermöglicht, die Fläche effizienter zu mähen und so Zeit und Energie zu sparen.

Die Möglichkeit, den Mähroboter per GPS zu tracken, bietet zusätzlichen Schutz gegen Diebstahl. Abgerundet wird das ganze durch das Geofencing System, mit dem der Mähroboter seinem Besitzer alarmieren kann, sobald er sich zu weit vom Grundstück entfernt.

Das ganze hat natürlich seinen Preis, wer aber etwas mehr für seinen Mähroboter ausgeben kann, für den kann sich das ganze sicher lohnen, insbesondere wenn man über eine große Gartenfläche verfügt.