Wie zuverlässig sind Mähroboter?

Wie zuverlässig sind Mähroboter

Von Matthias

Als ich mich das erste Mal mit Mährobotern auseinandergesetzt habe, war eine meiner ersten Fragen, wie zuverlässig Mähroboter sind. Die größten Bedenken hatte ich vor allen Dingen darin, ob der Mähroboter wirklich den ganzen Rasen mäht, wenn er einfach nur per Zufallsprinzip über den Rasen kurvt. Und ob er nicht auch einfach abhauen kann! Da ich weiß, dass das viele zukünftige Mähroboter Besitzer beschäftigen wird, möchte ich in diesem Artikel mal mit allen Fragen aufräumen, zum Thema wie zuverlässig Mähroboter eigentlich sind.

Also wie zuverlässig sind denn nun Mähroboter?

Die heutigen Mähroboter namhafter Hersteller, wie z. B. Gardena, Husqvarna, Worx, oder Robomow arbeiten sehr zuverlässig und haben meist keine Probleme durch den Garten zu navigieren, sofern man den Garten auch etwas anpasst. In komplexen Gärten können fortschrittlichere Geräte mit GPS oder Suchkabel eingesetzt werden, um auch die entlegensten Winkel des Garten zu erreichen.

Damit alles glatt läuft im heimischen Garten, solltest Du jedoch einige Dinge beachten. Nicht jeder Mähroboter ist für jeden Garten geeignet und bei Installation, Wartung und Pflege gibt es einige Kniffe, mit denen man Probleme vermeiden kann.

  1. Mäht der Mähroboter wirklich den ganzen Rasen zuverlässig?
  2. Schaffen Mähroboter hügelige oder steile Gärten?
  3. Wie gut mäht der Mähroboter komplexe Gärten?
  4. Was sind mögliche Problemstellen im Garten?
  5. Findet der Mähroboter wirklich immer nach Hause zurück?
  6. Kann es passieren, dass der Mähroboter abhaut?
  7. Wie ist das mit Mährobotern ohne Begrenzungskabel?
  8. Was ist mit Blumeninseln und dergleichen?
  9. Kann man sich auf den Mähroboter im Urlaub verlassen?
  10. Wie gefährlich sind Mähroboter?
  11. Welcher Mähroboter ist der zuverlässigste?
  12. Was kann man noch tun, um die Zuverlässigkeit zu verbessern?
  13. Fazit

Mäht der Mähroboter wirklich den ganzen Rasen zuverlässig?

Die meisten Mähroboter fahren per Zufall, oder “Chaosprinzip”. Sie haben keine vorgegebene Route, die sie entlang fahren, sondern fahren einfach die ganze Zeit in eine Richtung, bis sie entweder auf ein Hindernis oder das Begrenzungskabel stoßen. Dann setzen sie ein paar Zentimeter zurück, drehen sich in einem willkürlichen Winkel und fahren weiter.

Als Konsequenz fahren Rasenroboter in einem ziemlich chaotischen Muster über den Rasen. Es gibt Mähroboter, die von diesem System abweichen und z. B. nach einem System eine feste Route fahren (Logicut von Bosch) oder GPS gestützt ihre Route optimieren (manche Husqvarna und Ambrogio Modelle). Doch die Masse der Mähroboter fährt einfach nur chaotisch durch die Gegend.

Es ist also absolut verständlich, wenn Du Dir da die Frage stellst: Mäht der Mähroboter wirklich jede Stelle im Garten, wenn er einfach nur per Zufall hin und her fährt? Unter normalen Bedingungen kann man diese Frage ganz einfach mit ‘Ja’ beantworten. Das Zufallsprinzip funktioniert ausgezeichnet und der Mähroboter mäht den ganzen Garten ziemlich gleichmäßig.

Eine Ausnahme gibt es allerdings: Mähroboter können nicht bis zum Rand mähen. Da Mähroboter zwischen Rand des Gehäuses und Klingen einen Sicherheitsabstand haben, kommen sie an den Rändern des Rasens nicht bis ganz ans Ende.

Einige Mähroboter verfügen über eine Kantenschneidefunktion, die das Problem minimiert. Außerdem kann man mit ebenerdigen Rasenkantensteinen Abhilfe schaffen, wodurch der Mäher dann tatsächlich bis ganz an den Rand mähen kann.

Das leisten Mähroboter in typischen Gärten

  • In gewöhnlichen Gärten erreichen Mähroboter per Zufallsprinzip alle Stellen
  • Beim Rand gibt es oft Probleme, hier können aber ebenerdige Rasenkantensteine helfen

Grundvoraussetzung damit der Mähroboter zuverlässig mäht

Bedingung ist allerdings, dass man den richtigen Mähroboter verwendet. Du musst z. B. darauf achten, dass der Mähroboter für die Größe Deines Gartens ausgelegt ist. Jeder Mähroboter hat angaben darüber, wie viel Quadratmeter er maximal mähen kann.

Wenn dein Garten 1000 m² groß ist, reicht z. B. der kleine Gardena Sileno City nicht, da dieser nur für bis zu 250 m² ausgelegt ist.

Ein weiterer möglicher Problemfaktor können beispielsweise Hügel sein, oder Gärten mit einer großen Steigung. Auch wenn Du einen Garten mit großen Steigungen hast, kannst du einen Mähroboter einsetzen, allerdings ist nicht jeder Mähroboter für derartiges Gelände ausgelegt. Spezielle Mähroboter schaffen jedoch Steigungen bis 45%.

Dann gibt es da noch das Problem mit den “komplexen” Gärten, in denen ein Mähroboter manche versteckte Stellen nicht so leicht erreicht. Auch hierfür gibt es spezielle Mähroboter.

Wichtig sind also folgende Faktoren, damit der Mähroboter auch zuverlässig mähen kann

Damit der Mähroboter zuverlässig mähen kann, solltest Du das beachten

  • Der Mähroboter sollte zur Größe des Gartens passen
  • Der Mähroboter sollte für die Steigungen im Garten ausgelegt sein
  • Der Mähroboter sollte für die Komplexität des Gartens ausgelegt sein

Schaffen Mähroboter hügelige oder steile Gärten?

Es gibt spezielle Mähroboter die große Steigungen bis 55% schaffen. Insbesondere der Hersteller Husqvarna wirbt damit, dass seine Mähroboter sehr große Steigungen schaffen. Er wirbt in einem humorvoll verpackten Video über die “Hangmeiers” damit, dass ihre Mähroboter keine Probleme mit großen Steigungen haben.

Auch Mähroboter der Firma Ambrogio kommen mit teils extremen Steigungen zurecht. Die Mähroboter lassen sich auch mit speziellen Terrain-Kits ausstatten, mit denen sie wirklich sehr große Steigungen meistern können.

Was passiert wenn Dein Mähroboter nicht für die Steigung ausgelegt ist?

Mähroboter die nicht für hohe Steigungen konzipiert sind, können verschiedene Probleme beim Mähen bekommen. Zum einen kann es einfach passieren, dass sie es nicht schaffen, bergauf zu fahren. Je nach Situation kommen sie dann auch nicht mehr nach Hause, sondern bleiben einfach an der Stelle stehen.

Aber es kann auch passieren, dass der Mähroboter umkippt. Mähroboter für hohe Steigungen sind extra so gebaut, dass sie nicht umkippen. Ein gewöhnlicher Mähroboter kullert eventuell einfach den Hang runter.

Nicht zuletzt gibt es auch das Problem, dass bei Mährobotern die Räder durchdrehen können. Ist das Gewicht des Mähroboter zu groß, findet er am Hang keinen richtigen Halt mehr, wenn er zu Steil ist. Dann drehen die Räder durch und hindern nicht nur den Mähroboter, den Hang hinauf zu fahren. Viel schlimmer ist, dass dadurch die Grasnarbe beschädigt wird, was zu unschönen kahlen Stelle im Garten führt.

Achte also darauf, dass der Mähroboter für die Steigungen in deinem Garten ausgelegt ist, dann wird er auch zuverlässig deinen Rasen mähen.

Mähroboter die nicht für die Steigungen in Deinem Garten ausgelegt sind, haben folgende Probleme

  • Sie schaffen es nicht den Hang hinauf
  • Sie können umkippen
  • Die Räder drehen durch und beschädigen die Grasnarbe

Wie gut mäht der Mähroboter komplexe Gärten?

Besteht dein Garten aus vielen kleinen Gartenflächen, die über längliche Passagen verbunden sind, oder zieht sich der Garten komplett ums Haus? Dann solltest Du Dir einen Mähroboter zulegen, der sich auf diesem komplexen Gelände auch zurecht findet.

Hier gibt es zum einen Mähroboter mit Suchkabel. Das heißt, zusätzlich zum Begrenzungskabel, das außen um den Garten herum läuft, gibt es noch ein Suchkabel, dass man quer durch den Garten verlegt. Damit kann man verschiedene Teile des Gartens verbinden. Mähroboter mit Suchkabel haben meist eine sogenannte “Passagenerkennung” und eine “Fernstartfunktion”.

Du kannst mit der Fernstartfunktion bestimmte Punkte am Suchkabel bestimmen, von denen aus der Mäher die Umgebung mäht. Hat der Rasenroboter ein bestimmtes Gebiet schon eine Weile nicht mehr gemäht, sucht er das Suchkabel und bewegt sich dann entlang des Suchkabels zur dieser Zone.

Ein noch ausgefeilteres System funktioniert mit GPS. Der Mähroboter fährt hier zu Beginn eine Weile per Zufall durch den Garten, ähnlich wie seine chaotischen Kollegen. Dabei sammelt er allerdings GPS-Daten über den Garten. Nach ein paar Tagen hat er eine digitale Karte angefertigt und merkt sich, in welchem Teil des Gartens er wann das letzte Mal gemäht hat.

Hat er einen bestimmten Teil des Gartens schon eine Weile nicht mehr gemäht, fährt er gezielt dorthin. Er kann dabei seine digitale Karte nutzen, um auch durch komplexe Gartenstrukturen zu navigieren.

Damit man den Mähroboter in komplexen Gärten guten gewissens und unbeaufsichtigt fahren lassen kann, sollte man also ein passendes Modell wählen, das dafür ausgelegt ist, in verwinkelten Gärten zu navigieren. Dann kann nichts schief gehen.

Mähroboter für komplexe Gärten

  • In komplexen Gärten müssen spezielle Mähroboter zum Einsatz kommen
  • Diese erfüllen ihre Aufgabe jedoch tadellos
  • Mähroboter mit Suchkabel eignen sich häufig hierfür, insbesondere wenn sie die Funktionen “Passagenerkennung” und “Fernstartfunktion” besitzen
  • Auch Mähroboter mit GPS sind bestens für komplexe Gärten geeignet
  • Viele Mähroboter mit GPS haben gleichzeitig ein Suchkabel

Was sind mögliche Problemstellen im Garten?

Da gibt es zum einen Hindernisse, die der Mähroboter nicht zwangsweise als solche erkennt. Gartenwerkzeug, Spielzeug, Gartenschläuche, leere Gießkannen oder Eimer, Äste, Fallobst etc. sind Dinge, bei denen es zwar schön wäre, wenn der Mähroboter sie erkennt.

Leider ist das oft nicht der Fall. Entweder geraten sie ins Mähwerk, werden dabei stark beschädigt und beschädigen auch die Messer des Mähroboters. Ein anderes Szenario ist, dass der Mähroboter Gegenstände vor sich her schiebt, wie z. B. leere Gießkannen. Unter Umständen kann der Mähroboter sich auch an Fremdgegenständen verkeilen und fährt dann nicht mehr weiter.

Am besten Du sorgst dafür, dass die Rasenfläche frei ist von solchen Gegenständen. Dann kann auch nichts passieren.

Wenn Dein Garten nicht gerade von einem Landschaftsplaner entworfen wurde, hat der Garten selbst aber auch eine Menge Tücken, an denen der Mähroboter Probleme haben kann.

Lockere Ränder, rutschige Abhänge, kleine Anhöhen, Rasenkanten oder Steinplatten, die mal ebenerdig sind und mal 5 cm aus dem Boden ragen, Baumwurzeln, die zwischen den Grashalmen wuchern, grobe Steine, spitzwinklige Ecken. Es gibt so viele “Stolperfallen” für den Mähroboter, an denen er stecken bleiben kann.

Du solltest im Vorhinein den Garten inspizieren und etwaige Problemstellen beseitigen. Dann beobachtest du den Mähroboter am besten eine Weile. Nach einer Zeit werden sich vermutlich weitere Problemstellen zeigen. Auch diese entfernst Du dann soweit es geht, oder wenn es nicht geht, grenzt Du sie von der Mähfläche aus.

Hast du den Mähroboter dann eine Zeit lang betrieben, sollten alle Problemstellen ausgemerzt sein und alles läuft rund. Also keine Panik, wenn dein Garten nicht perfekt ist. Mit der Zeit kannst du viele mögliche Probleme beheben.

Umgang mit Hindernissen verschiedener Modelle

Natürlich gehen Mähroboter verschiedener Hersteller und Preisklassen unterschiedlich gut mit Hindernissen und Hürden im Garten um. Doch sind die Problemquellen bei allen Mährobotern recht ähnlich, manche sind nur etwas toleranter. Letztendlich kann es bei jedem Mähroboter vorkommen, dass man am Garten noch einige Feinjustierungen vornehmen muss, damit der Mäher problemlos laufen kann.

Findet der Mähroboter wirklich immer nach Hause zurück?

Es kann tatsächlich zu Problemen kommen, so dass der Mähroboter nicht immer nach Hause zurück findet. Diese kann man aber in den meisten Fällen beheben. Sie sind entweder auf einen Fehler bei der Installation oder seltener einen technischen Defekt zurückzuführen.

Erst einmal erkläre ich Dir, wie Mähroboter normalerweise zurück finden. Sobald der Akku einen niedrigen Ladestand erreicht, begibt sich der Mähroboter auf den Weg zurück zur Ladestation.

So findet der Mähroboter normalerweise die Ladestation

Für seine Rückkehr kann der Mähroboter je nach Modell auf verschiedene technische Hilfsmittel zurückgreifen. Auch eine Kombination ist Möglich.

A: Per Begrenzungskabel

Einige Mähroboter orientieren sich am Begrenzungskabel. Sobald die Energie im Akku zur Neige geht, fahren sie zum nächsten Begrenzungsdraht – indem sie einfach geradeaus fahren – und fahren dann entlang des Begrenzungsdrahts entlang, bis sie bei der Ladestation angekommen sind. Eine recht simple und effektive Methode, um die Ladestation zu finden.

B: Per Suchkabel

Viele Mähroboter verfügen neben dem Begrenzungskabel auch über ein Suchkabel. Dieses wird quer durch den Garten verlegt, innerhalb des durch das Begrenzungskabel begrenzten Bereichs. Es beginnt an der Ladestation und endet irgendwo am Begrenzungskabel.

Man ist relativ frei darin, wie man das Kabel verlegt. Wenn der Mähroboter nun der Meinung ist, er sollte seinen Akku wieder aufladen, macht er sich auf den Weg zum Suchkabel. Sobald er es gefunden hat, kann er entlang des Suchkabels bis zur Ladestation fahren.

C: Per Andockfunksignal

Manche Ladestationen senden ein Funksignal aus, an dem sich der Mähroboter orientieren kann, wenn er sich in der Nähe befindet. Der Mähroboter fährt dann in Richtung des empfangenen Funksignals um die Ladestation zu finden. Das Funksignal dient nur als zusätzliche Unterstützung, da es meist nicht den ganzen Garten abdecken kann und nicht zuverlässig genug ist. Daher verwenden die Mähroboter immer auch zusätzlich das Begrenzungskabel oder Suchkabel um die Ladestation zu finden.

D: Per GPS

Mähroboter mit GPS haben sich im laufe ihres Einsatzes im Garten eine digitale Karte des Rasens angefertigt. Mithilfe dieser Karte wissen sie auch, wo sich die Ladestation ungefähr befindet. Genau wie das Andockfunksignal dient GPS nur unterstützend und funktioniert in Kombination mit Such- oder Begrenzungskabel, da GPS alleine nicht genau genug ist.

Mähroboter ohne Begrenzungskabel

Mähroboter ohne Begrenzungskabel stellen einen Sonderfall dar. Diese werden ganz anders eingesetzt als Mähroboter mit Begrenzungskabel und haben auch keine Ladestation an die sie andocken. Sie werden stattdessen vom Besitzer auf einem beliebigen Rasen ausgesetzt, fahren dort umher und navigieren mit ihrem Grassensor. Wenn der Akku leer ist, bleiben sie einfach stehen und müssen vom Besitzer wieder eingesammelt und aufgeladen werden.

Folgende Probleme können beim suchen der Ladestation auftreten

  1. Der Mähroboter parkt nicht in die Ladestation ein und bleibt vor ihr stehn.
    Dies liegt meistens daran, dass die Ladekontakte an der Ladestation verbogen sind und der Mähroboter so keinen kontakt mehr mit der Ladestation aufnehmen kann, um sich wieder aufzuladen. Deshalb denkt er, dass er nicht richtig eingeparkt hat und parkt immer wieder aus, bis er keinen Akku mehr hat.
  2. Der Mähroboter fährt nicht zur Ladestation zurück.
    Überprüfe ob der Mähroboter im “AUTO” Modus ist, nur dann kehrt er zurück. Außerdem solltest du die LEDs an der Ladestation überprüfen und schauen, ob hier ein Fehler angezeigt wird. Beispielsweise könnte ein Problem mit dem Begrenzungskabel bestehen. Hier findest du eine Aufschlüsselung der LED Anzeigen.
  3. Der Mähroboter fährt über ein Suchkabel in die Nähe der Ladestation, kehrt dann jedoch um.
    Dies kann damit zusammenhängen, dass die Ladestation nicht ordnungsgemäß installiert wurde. Das Suchkabel muss vor der Ladestation mindestens 2, besser 3 Meter gerade aus laufen, bevor es eine Biegung in eine Richtung machen kann. Die Ladestation darf nicht in einer Ecke oder einem Korridor stehen. Sie muss innerhalb des Mähbereichs stehen und das Begrenzungskabel sollte hinten an der Ladestation im rechten Winkel nach links und rechts abgehen für mindestens 3 Meter. Beachtet man das nicht, kann der Mähroboter beim anfahren der Ladestation durch das Begrenzungskabel irritiert werden.

Ein Defekt des Mähroboters ist natürlich nie auszuschließen, die meisten Probleme treten allerdings durch Fehler in der Installation und Handhabung des Mähroboters auf. Nähere Informationen zur Installation von Mähroboter und Ladestation findest Du hier.

Kann es passieren, dass der Mähroboter abhaut?

Wenn Du Dich zum ersten Mal mit Mährobotern beschäftigst, ist sicherlich eine Deiner Befürchtungen, dass Dein Mäher eventuell Deinen Rasen verlassen könnte und dann beim Nachbarn die Blumenbeete mäht, auf die Straße fährt, oder sonst irgend einen Blödsinn anstellt. Ich habe dazu ausführliche Recherchen betrieben und kann Dich schon mal beruhigen, dass das so gut wie ausgeschlossen ist.

Das Begrenzungskabel, welches du rund um deinen Garten verlegst, lässt sich vom Mähroboter nicht übertreten. Sobald er an die Grenze gelangt, setzt er kurz zurück und fährt in eine andere Richtung.

Doch was, wenn kein Strom auf dem Kabel ist, weil es unterbrochen ist, oder der Strom einfach ausgefallen ist? Hier verhalten sich die Mähroboter nicht einheitlich. Mähroboter von Gardena und Husqvarna bleiben dann einfach sofort stehen, drehen sich einmal kurz und gehen dann auf Pause.

Es ist nämlich so, dass der Mäher mit speziellen Sensoren stets das Induktionsfeld misst, das vom Begrenzungskabel aus geht, auch dann, wenn sich der Mähroboter nicht am Begrenzungskabel befindet, sondern mitten in Deinem Garten.

Aus diesem Grund gibt es auch bei Mähern von Gardena und Husqvarna einen Maximalabstand, den der Mähroboter vom Begrenzungskabel haben kann – auch innerhalb des Gartens. Dieser ist allerdings relativ groß.

Es gibt allerdings Fälle von Mährobotern anderer Hersteller, wo durch einen Ausfall des Stroms oder durch Störung durch fremde Stromkabel der Mähroboter zum Nachbarn gefahren ist. Hier solltest Du Dich am besten beim jeweiligen Hersteller erkundigen, wie sich der Mähroboter in einem solchen Fall verhält. Bei Gardena und Husqvarna machst du auf jeden Fall nichts falsch, die bleiben alle stehen, wenn das Kabel ausfällt.

Wie ist das mit Mährobotern ohne Begrenzungskabel?

Anders ist es bei Mährobotern ohne Begrenzungskabel. Diese fahren überall dort, wo ihr Grassensor die Meldung gibt “Hier ist Rasen”. Unabhängig davon, ob es Dein eigener Rasen ist, oder der des Nachbarn. Begrenzt wird die Mähfläche nur durch Hindernisse, gegen die der Mähroboter mit seinem Stoßsensor stößt, oder durch Flächen die er nicht als Rasen erkennt.

Der Grassensor arbeitet allerdings noch nicht 100% Zuverlässig. Um sicher zu gehen, dass der Mähroboter nicht doch irgendwo hinfährt, wo er nicht sein soll, kann man hier dafür sorgen, dass die Mähfläche mit Hindernissen begrenzt ist, z. B. Rasenkantensteine die hoch genug über den Boden ragen, Zäune, Bretter oder ähnliches.

Generell sollte man bei Mährobotern ohne Begrenzungskabel immer ein Auge auf den Mäher haben.

Was ist mit Blumeninseln und dergleichen?

Sicher stellst Du Dir die Frage, was der Mähroboter mit Blumenbeeten anstellt. Nun, wenn das Blumenbeet auf gleichem Niveau ist, wie der Rasen und weder ein Hindernis noch ein Begrenzungskabel dazwischen liegen, ist die Antwort ganz einfach: Das Blumenbeet wird weggemäht!

Zum Glück gibt es verschiedene Möglichkeiten, dies zu verhindern. Wenn sich das Blumenbeet am Rand des Rasens befindet, wirst Du das Begrenzungskabel wahrscheinlich sowieso vor dem Blumenbeet verlegt haben, so dass das nicht passiert.

Aber was ist mit Blumenbeeten – oder anderen Bereichen die nicht gemäht werden sollen – die sich mitten auf dem Rasen befinden. Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen kann man (A) eine Barrikade, etwa aus Steinen, bauen, oder (B) mit dem Begrenzungskabel eine Insel anlegen.

A. Umrandungssteine, Rasenkantensteine (erhöht), oder Beeteinfassungssteine können z. B. im Baumarkt gekauft werden und als natürliche Barrikade für das Blumenbeet dienen. So gut wie alle Mähroboter haben einen Stoßsensor. Wenn sie gegen die Barrikade fahren, registrieren sie das als Hindernis und ändern ihre Richtung.
Es kursieren auch allerlei andere Methoden zur Begrenzungs im Netz, beispielsweise mit Holzbrettern und -pflöcken, sowie Einschlaghaken.

Auch Begrenzungen mit Poolnudeln sind möglich. Ebenso sogenannte Aquaringe. Falls für dich die Optik im Garten auch eine Rolle spielt, solltest Du auch überlegen, was sich am ehesten in Deinem Garten macht. Poolnudeln auf dem Rasen als Begrenzung für den Mähroboter sorgen für einen speziellen Look, könnte man sagen.

B. Die elegantere Lösung ist, mit einem Begrenzungskabel eine Insel anzulegen. Hierfür wird vom außen verlaufenden Begrenzungskabel aus mit einem Kabelverbinder eine Verzweigung angelegt. Diese verläuft in Richtung Garten-Insel, wird in einer Schlaufe einmal außen rumgelegt und verläuft dann wieder parallel zum hinlaufenden Kabel zurück. Dadurch dass die Kabel parallel verlaufen, heben sich ihre Magnetfelder auf, so dass der Mähroboter darüber fahren kann. Das hin- und rücklaufende Kabel dürfen sich dabei nicht überkreuzen.

Blumen-Inseln oder ähnlich gestaltete Aussparungen sind also kein Problem mit einem Mähroboter. Entweder baut man ein begrenzendes Hindernis, oder verlegt eine Insel mit dem Kabel. Näheres dazu, wie man Inseln mit dem Begrenzungsdraht anlegt, erklären wir auch in unserem Artikel zur Installation eines Mähroboters.

Kann man sich auf den Mähroboter im Urlaub verlassen?

Es wäre doch toll, wenn der Mähroboter auch im Urlaub weiter mähen kann und man wenn man zurückkehrt, einen perfekt gemähten Rasen hat, oder? Nicht so toll wäre es allerdings, wenn man seinen kompletten Urlaub mit einem mulmigen Gefühl im Magen verbringt, weil man befürchtet, dass der Mähroboter irgendwelche Dummheiten anstellt.

Ja, man kann seinen Mähroboter auch im Urlaub mähen lassen und die meisten Mähroboter-Besitzer die das tun, berichten dass es bei ihnen problemlos funktioniert hat. Doch haben sie sich gut darauf vorbereitet, damit keine Probleme auftreten. Ich erklär Dir hier kurz, auf was man achten muss. Für mehr Informationen kannst du einen Blick in unseren Artikel Sollten Mähroboter im Urlaub weiter mähen? werfen.

Generell ist es von Vorteil, wenn man seinen Mähroboter vor dem Urlaub schon eine Weile betrieben hat. Denn bestimmte Probleme im Garten werden erst deutlich, wenn der Mähroboter schon eine Weile rumgefahren ist. Beispielsweise könnte es bestimmte Stellen geben, an denen er oft stecken bleibt. Dies können z. B. herausragende Wurzeln, abrupte Steigungen, sehr verwinkelte Ecken, die Metallstützen am Boden eines Trampolins, oder Rasenkantensteine die zu tief liegen, sein.

Nach und nach bessert man diese Stellen aus, bis dann irgendwann alles Reibungslos funktioniert.

Bevor man dann in den Urlaub fährt, sollte man noch mal den Rasen absuchen, ob nicht irgendwelche Gegenstände herumliegen, die für den Mähroboter problematisch sein könnten. Insbesondere sollte kein Spielzeug oder Gartenwerkzeug herum liegen. Auch Fallobst und dergleichen sollte man noch einmal einsammeln, bevor man in den Urlaub fährt.

Außerdem ist es Ratsam, vor seinem Urlaub die Klingen des Rasenroboters noch mal auszutauschen. Mit der Zeit werden die Klingen stumpf und rupfen den Rasen, anstatt ihn zu schneiden, was den Rasen beschädigt. Hier findest du genaueres zum Wechseln der Klingen.

Nicht zuletzt sollte man noch mal überprüfen, was für Maßnahmen man gegen Diebstahl ergriffen hat und ob der Mähroboter von der Versicherung abgedeckt ist. Auch hierzu findest du einerseits Informationen in unserem Urlaubs-Artikel, sowie im Artikel “Braucht man eine Mähroboter Versicherung”.

Checkliste vor dem Urlaub

  • Mögliche Probleme (z. B. stecken bleiben) im Garten ausmerzen (über längere Zeitraum)
  • Rasen nach problematischen Gegenständen wie Steine, Spielzeug, Gartenwerkzeug, Fallobst, Äste etc. absuchen
  • Diebstahlvorkehrungen überprüfen
  • Versicherungsschutz des Mähroboters überprüfen

Wie gefährlich sind Mähroboter?

Sind Mähroboter gefährlich? Ja und Nein. Die Gefahr, die von einem selbstständig mähenden Rasenmäher ausgeht, sollte nicht unterschätzt werden. Die Hersteller machen genaue Vorgaben, wie mit dem Mähroboter umgegangen werden muss. Wenn man diese Einhält, kann man die Gefahr auf ein Minimum reduzieren.

Zudem betreiben die Hersteller große Anstrengungen, ihre Mähroboter möglichst sicher zu machen. So gibt es Hebesensoren, die das Mähwerk stoppen, wenn der Mähroboter angehoben wird. Außerdem gibt es einen Sicherheitsabstand, zwischen Außenrand und Klingen des Rasenroboters.

Es ist schon zu Unfällen mit Mährobotern gekommen. Insbesondere bei Kleinkindern und Haustieren ist Vorsicht geboten. Die Hersteller verweisen in den Bedienungsanleitungen der Mähroboter immer darauf, dass der Mähroboter nicht ohne Aufsicht betrieben werden soll, wenn sich Kinder oder Haustiere im Garten befinden.

Nicht jedes Gerät stoppt immer zuverlässig, wenn es mit einem Gegenstand kollidiert. Und selbst sehr ausgereifte Mähroboter können nicht alle Hindernisse erkennen. Die ausgestreckten Arme eines Kindes, das über den Boden krabbelt, kann kein Mähroboter als Hindernis wahrnehmen. Bei Hund und Katze verhält es sich genau so. Daher sollte man den Mähroboter am besten so programmieren, dass er mäht, wenn sich am besten weder Kinder noch Haustiere im Garten aufhalten, z. B. Morgens.

Die Stiftung Warentest hat Mähroboter auf ihre Sicherheit getestet. Dabei hat sie kein Mähroboter in puncto Sicherheit eine bessere Note als “Ausreichend” bekommen. Dies liegt vor allen Dingen daran, dass Mähroboter selbstständig anfangen, los zu mähen und prinzipiell nicht immer gewährleistet werden kann, dass sich wirklich kein Kind gerade im Garten aufhält.

In der Praxis kann man die Gefahr aber auf ein Minimum reduzieren, wenn man den Anweisungen des Herstellers folgt und den Mähroboter nur Morgens oder Abends fahren lässt. Wenn du mehr über den Test erfahren möchtest, kannst du dies einerseits hier nachlesen, oder direkt auf der Seite der Stiftung Warentest, dort allerdings kostenpflichtig.

Welcher Mähroboter ist der zuverlässigste?

Wie Du Dir jetzt sicher denken kannst, nachdem Du all das gelesen hast, gibt es nicht DEN zuverlässigsten Mähroboter. Sicher gibt es leichter Unterschiede, wie zuverlässig Mähroboter arbeiten, wie häufig Defekte vorkommen etc. Wenn Du Dich an namhafte Hersteller hälst, wie Husqvarna, Gardena, Ambrogio, Robomow, Wolf-Garten, kannst Du aber hier nichts falsch machen.

Mein persönlicher Eindruck ist dabei, dass Husqvarna Mähroboter besonders qualitativ hochwertige Mähroboter herstellt, diese sind aber auch ein gutes Stück teurer. Viel wichtiger ist allerdings, dass der Mähroboter zu Deinem Garten passt und dass du in der Installation, Handhabung und Pflege die hier erwähnten Dinge richtig machst. Dadurch lassen sich viele Probleme vermeiden und der Mähroboter kann mit hoher Zuverlässigkeit arbeiten.

Ich fasse noch einmal kurz zusammen, auf was Du im groben achten solltest

  • Der Mähroboter sollte zur Größe Deines Gartens passen
  • Der Mähroboter sollte für die Steigungen in Deinem Garten ausgelegt sein
  • Der Mähroboter sollte für die Komplexität des Gartens ausgelegt sein
  • Ladestation und Begrenzungskabel solltn korrekt installiert werden (siehe hier)
  • Garten-Inseln kannst du mit Hindernissen abgrenzen, oder mit dem Begrenzungskabel eine Insel anlegen
  • Vor dem Urlaub solltest du den Mähroboter eine Weile betrieben und beobachtet haben
  • Vor der Abreise in den Urlaub solltest du den Rasen noch mal nach Gegenständen absuchen
  • Außerdem solltest du vor dem Urlaub die Klingen wechseln
  • Kinder und Haustiere dürfen nicht unbeaufsichtigt im Garten sein, während der Mähroboter mäht

Was kann man noch tun, um die Zuverlässigkeit zu verbessern?

Auf jeden Fall solltest du auf die richtige Wartung und Pflege achten. In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige. Hier sei nur kurz auf einige Punkte eingegangen.

  1. Position der Ladestation: Ich habe ja schon erwähnt, dass die Ladestation an einer gut zugänglichen Stelle des Rasens stehen sollte, also an einer langen Flanke des Rasens wenn irgend möglich. Es ist allerdings auch von Vorteil, die Ladestation so hinzustellen, dass sie nicht in der prallen Sonne steht. Besonders Mittags sollte sie im Schatten stehen. Zu große Hitze kann nämlich der Ladestation und insbesondere auch dem Mähroboter schaden und zu Defekten führen.
  2. Mähroboter Garage: Auch eine Überdachung ist von Vorteil, wenn auch nicht unbedingt notwendig. Zwar sind die Mähroboter wetterfest und kommen mit Regen klar, doch kann man ihre Lebensdauer dennoch erhöhen, wenn sie nicht die ganze Zeit über im Regen stehen müssen, Hierfür gibt es extra Mähroboter Garagen, die den Mähroboter vor Wind und Wetter schützen und so seine Lebensdauer verlängern. Hier erfährst du alles über Mähroboter Garagen.
  3. Regelmäßiges Säubern des Mähroboters: Du solltest ihn etwa einmal die Woche säubern, insbesondere wenn es draußen nass war. Es sammelt sich Gras unterm Mähroboter an und bleibt dort kleben. Wenn du ihn reinigst, sorgt dies auch dafür, dass er leiser läuft.
  4. Regelmäßiges austauschen der Klingen: Klingen an Messertellern sollten alle 4 – 12 Wochen ausgetauscht werden, Klingen an Mähkreuzen einmal pro Saison. Bessere Klingen sorgen nicht nur für ein sauberes Schnittbild des Rasens, sondern schonen auch den Rotor der Klingen.

Fazit

Unter den richtigen Bedingungen können Mähroboter sehr zuverlässig sein und gute Arbeit leisten. Allerdings muss man auf einige Dinge achten. Nicht nur sollte der Mähroboter zum Grundstück passen, damit er mit Form und Terrain des Grundstücks umgehen kann. Auch mögliche Stolperstricke müssen entfernt werden, damit der Rasenroboter nicht ständig irgendwo stecken bleibt.

Mähroboter gehen unterschiedlich gut mit Hindernissen um, doch bestimmte Dinge im Garten machen allen Mähern zu schaffen. Meistens stellt sich aber nach einiger Zeit, wenn die gröbsten Probleme beseitigt sind, eine Routine ein und man kann den Mähroboter getrost alleine fahren lassen.

Über den Autor
Matthias

Matthias

Matthias Müller ist einer der Gründer dieses Blogs. Er beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit allen Themen rund um Automatisierung, Robotik und Zukunftstechnologien. Gleichzeitig ist er ein großer Naturliebhaber und daher fasziniert von dem ungewöhnlichen Zusammenspiel aus Robotern und Natur.

September 22, 2018