Mähroboter und nasser Rasen
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Mähroboter bei nassem Rasen: Funktioniert das?

Kann dein Mähroboter nassen Rasen einfach so mähen? Was ist, wenn es z. B. gerade geregnet hat? Oder früh morgens, wenn noch Morgentau auf dem Rasen liegt? Was ist, wenn nach längeren Regenperioden der Boden aufgeweicht ist?

Wenn du meinen Blog aufmerksam verflogst, weißt du, dass ich mich schon viel mit den Widrigkeiten, die ein Mähroboter bewältigen muss, beschäftigt habe. Doch diese wichtige Frage habe ich nie explizit abgehandelt. Dafür aber jetzt!

Können Mähroboter nassen Rasen mähen? Unter normalen Bedingungen können Mähroboter bedenkenlos auch nassen Rasen mähen, im Gegensatz zu herkömmlichen Rasenmähern. Bei großen Steigungen im Garten, an Stellen die häufig befahren werden und bei besonders weichem Untergrund ist jedoch Vorsicht geboten. Der Rasen kann hier beschädigt werden. Dem Mähroboter macht dies jedoch nichts aus.

Unter welchen „normalen“ Umständen musst du dir aber keine Sorgen machen? Und was kannst du tun, wenn du eine der genannten Problemstellen in deinem Garten hast?

Kann ein Mähroboter nassen Rasen problemlos mähen?

Generell können Mähroboter mit nassem Rasen problemlos umgehen. Anders als Rasenmäher gibt es bei Mährobotern in der Regel kein Problem beim Mähen von nassem Rasen.

Bei Rasenmähern hast du das Problem, dass zum Zeitpunkt des Mähens der Rasen meist schon recht lang ist. Durch den Regen werden die Grashalme sehr schwer, sie stehen nicht mehr gerade und werden daher nicht gleichmäßig abgeschnitten.

Außerdem drückt der schwere Rasenmäher den Rasen platt. Doch beim Mähroboter ist das anders.

  • Mähroboter sind viel leichter als ein Rasenmäher, daher drücken sie den Rasen bei Regen nicht so platt.
  • Ein großer Vorteil besteht auch darin, dass Mähroboter den Rasen täglich, oder wenigstens jeden zweiten Tag mähen.
  • Dadurch ist der Rasen nie besonders lang, so dass er bei Nässe nicht so stark einknickt.
  • Zudem schneidet dein Mähroboter immer nur ein kleines Stück oben ab, nur etwa einen Millimeter, anstatt mehrere Zentimeter wie bei der Rasenpflege mit einem normalen Rasenmäher.

Das Mähsystem funktioniert völlig anders, auch das Mähwerk ist anders beschaffen, da es eben immer nur ein kleines Stückchen oben wegschneiden muss. Das begünstigt ein optimales Mähen, auch bei nassen Verhältnissen.

Es gibt sogar Mähroboter, die nassen Rasen besser mähen als trockenen. Die Modelle von HUSQVARNA sind dafür bekannt, besonders gut mit nassem Rasen umzugehen. Ihr sehr geringes Gewicht ist noch ein zusätzlicher positiver Faktor.

Ein generelles Problem, was bei allen Mährobotern auftritt, ganz gleich welches Modell und wie dein Garten beschaffen ist, ist dass sie bei viel Nässe einfach schneller verdrecken. Eine einfache Reinigung ist aber nicht sehr aufwendig.

Es gibt bestimmte Bedingungen, bei denen der Einsatz eines Mähroboters bei Nässe jedoch zum Problem werden kann.

Unter bestimmten Bedingungen kann dein nasser Rasen durch den Mähroboter Schaden nehmen

Verschiedene Faktoren können den Einsatz eines Mähroboters auf nassem Rasen in manchen Fällen zum Problem werden lassen. Hier eine kurze Auflistung, bevor ich ins Detail gehe:

  • An Steigungen im Garten können Mähroboter bei Nässe abrutschen. Dadurch kann die Grasnarbe stark beschädigt werden.
  • Besonders schwere Mähroboter können sich in aufgeweichten Boden eindrücken, besonders nach längeren Regenperioden. Dadurch entstehen Spurrillen.
  • Bestimmte Böden können bei Nässe besonders stark aufweichen, wodurch beim Mähroboter-Betrieb Spurrillen entstehen können.
  • Stark beanspruchte Stellen, die häufig befahren werden, können bei Nässe ebenfalls Schaden nehmen.

Hast du in deinem Garten Steigungen, solltest du beobachten, wie sich der Mähroboter dort bei Nässe verhält. Ein Abrutschen sollte auf jeden Fall vermieden werden. Denn dabei kann er die Grasnarbe beschädigen.

Das wird vielleicht nicht beim ersten Abrutschen sichtbar, doch nach längerem Betrieb kann ein ständiges Abrutschen an derselben Stelle massiven Schaden hinterlassen. Dies gilt übrigens auch bei trockenem Rasen, nur ist die Gefahr des Abrutschens bei Nässe größer.

Schwere Mähroboter können sich in den durch Nässe aufgeweichten Boden eindrücken. Dies passiert natürlich nicht, wenn es nur ein bisschen Morgentau gibt. Aber wenn nach tagelangen Regenfällen der Boden richtig aufgeweicht ist, wird der ehemals feste Boden zur Matschpiste. Und ein besonders schweres Gerät hinterlässt dann Spurrillen im Rasen.

Mähroboter unterscheiden sich in ihrem Gewicht sehr stark voneinander. Ausschlaggebend sind vor allen Dingen die Größe und der verwendete Akku. In meinem letzten Artikel habe ich mir das Gewicht von Mährobotern mal näher angeschaut.

Hast du einen sehr sandigen Boden, können Probleme auch bei nicht ganz so schweren Geräten auftauchen. Diese Böden werden besonders schnell weich. Wenn du glaubst, dass der Boden in deinem Garten bei Nässe besonders schnell aufweicht, beobachte am besten mal, ob sich mit deinem Mähroboter Probleme ergeben.

Gewisse Stellen im Garten werden besonders häufig befahren. So z. B. der Bereich direkt vor der Ladestation. Aber auch enge Passagen, die zwei Flächen miteinander verbinden. Diese Stellen werden besonders stark beansprucht, zumal es sich dabei auch häufig um Stellen handelt, wo der Mähroboter rangiert.

Ist der Boden stark aufgeweicht, kann er hier durch den Mähroboter durch das sehr häufige Befahren und das hin- und her rangieren, z. B. beim Einfahren in die Ladestation aufgewühlt werden.

Für Problemstellen im Garten gibt es praktische Lösungen

Dieser Blog hieße nicht „Mähroboter Guru“ wenn ich dir für all diese Probleme nicht auch Lösungen vorstellen würde 😉

Gelände-Kits sorgen für etwas besseren Halt an Steigungen

Kommen wir erst einmal zum Problem mit dem Abrutschen an Steigungen. Wenn das Problem nicht all zu krass ist, gibt es von manchen Herstellern sogenannte Gelände-Kits. Insbesondere sei hier der Hersteller HUSQVARNA genannt, dessen Modelle ohnehin mit Steigungen vergleichsweise gut klarkommen.

Rasenschutzgitter verhindern aufwühlen des Bodens und geben besseren Halt

Noch besser funktionieren allerdings sogenannte Rasenschutzgitter. Das sind maschenartige Gitter aus Kunststoff, die du auf dem Rasen verlegen kannst. Da sie mit der Zeit einwachsen, siehst du sie nicht.

Sie verhindern allerdings, dass der Boden aufgewühlt werden kann, wenn beispielsweise die Räder des Mähroboters durchdrehen, oder er gar abrutscht. Außerdem geben sie dem Mähroboter mehr Halt.

So ein Rasenschutzgitter kannst du dann also einfach an den Steigungen platzieren, wo dein Mähroboter bei Nässe Probleme hat. Hier habe ich dir mal ein solches Gitter rausgesucht. Es gibt sie auch in verschiedenen Baumärkten.

Diese Rasenschutzgitter kannst du auch an ebenen Stellen einsetzen, die stark durch den Mähroboter beansprucht werden, z. B. direkt vor der Ladestation.

Betonplatten, Pflastersteine und Co. befestigen Problemstellen

In den ebenen Bereichen kannst du alternativ zum Rasenschutzgitter auch Betonplatten oder Pflastersteine zur Befestigung einsetzen. Das sieht immer noch besser aus, als ein kaputter Rasen, bzw. dem was meist noch übrig bleibt an den entsprechenden Stellen.

Was auch super gut funktioniert und sich in manchem Garten besser macht, sind sogenannte 8/11-Granitsteine. Diese Steine werden manchmal auch für die Rasenkante verwendet. Vielleicht hast du sogar welche übrig. Damit lassen sich stark beanspruchte Stellen im Garten, die besonders bei Nässe durch den Mähroboter aufgewühlt werden, sehr gut befestigen.

Kann der Mähroboter beim Mähen von nassem Rasen Schaden nehmen?

Generell sind Mähroboter wasserfest. Sie selbst können Problemlos auch nassen Rasen mähen, selbst wenn es gleichzeitig noch regnet. Moderne Mähroboter kommen mit üblichen Witterungsbedingungen sehr gut klar und können auch im strömenden Regen mähen.

Nur bei extremen Wetterlagen würde ich den Mähroboter nicht einsetzen, wenn dein Garten z. B. halt unter Wasser steht oder es sehr stark stürmt.

Aber Achtung: Mähroboter sind von oben geschützt, nicht jedoch von unten. Wenn du eine Sprinkleranlage hast und dein Mähroboter dort irgendwie drauf fährt, kann das ein Problem werden.

Im schlimmsten Fall geht er defekt, weil ein von unten kommender Wasserstrahl doch recht weit ins Innere des Mähroboters eindringen kann.

Hast du eine automatische Sprinkleranlage, solltest du Mähroboter und Sprinkleranlage so abstimmen, dass sie nicht gleichzeitig laufen. Das Zusammenspiel zwischen Mähroboter und Sprinkleranlage funktioniert besonders gut mit dem GARDENA smart system.

Mähroboter die mit diesem System betrieben werden können, haben ebenfalls das Wort „smart“ im Namen. Z. B. der GARDENA smart Sileno oder der GARDENA smart Sileno city.

Bringt ein Mähroboter mit Regensensor etwas?

Manche Mähroboter kommen mit einem Regensensor. Mit diesem kann der Mähroboter feststellen, ob der Rasen nass ist, oder es gerade regnet (da gibt es verschiedene Systeme). Mit so einem Sensor kannst du den Mähroboter dann so programmieren, dass er nassen Rasen generell nicht mäht. Bringt das etwas? Ja und nein!

Wie ich in diesem Artikel bereits erläutert habe, können Mähroboter in den meisten Fällen nassen Rasen problemlos mähen. Nur in bestimmten Ausnahmefällen gibt es Probleme, wenn es eben große Steigungen im Garten gibt, oder der Mähroboter besonders schwer ist.

Wenn der Mähroboter so eingestellt ist, dass er bei Regen generell nicht mäht, kann das auch zum Problem werden. Regnet es z. B. mehrere Tage am Stück, mäht der Mähroboter eventuell zu selten, wodurch der Rasen zu lang wird.

Wird es dann wieder etwas trockener, kann es sein, dass der Rasen eine länge erreicht hat, die für das Mähen mit dem Mähroboter nicht mehr ideal ist. Der Mähroboter mulcht ja, was bei den kurzen Schnipseln die er abschneidet, problemlos funktioniert.

Längerer Rasenschnitt kann jedoch Rasenfilz verursachen, oder sogar die Verbreitung von Krankheiten begünstigen, wie z. B. Schimmelpilze, da er weniger gut verwittert.

Wenn du dir einen Mähroboter mit Regensensor zulegst, solltest du daher eine etwas größere Flächenleistung wählen, damit der Mähroboter in den trockenen Zeitfenstern dann mehr auf einmal schafft und der Rasen ihm nicht vor der Nase wegwächst 😉

Mehr zum Thema, ob ein Regensensor beim Mähroboter sinnvoll ist, erfährst du hier.

Und hier hast du eine Auswahl einiger Mähroboter mit Regensensor:

ModellGewicht (Kg)Maximale Flächenleistung (QM)
ALDI FERREX Mähroboter9800
GARDENA R70Li7,5700
GARDENA Smart Sileno9,81000
ROBOMOW City Mc 50011,4500
ROBOMOW Premium RC 30811,4800
ROBOMOW RC 304u11,41000
ROBOMOW RC 308 Pro11,41500
ROBOMOW RS 615 Pro20,23000
ROBOMOW RS 615u20,23000
ROBOMOW RS 625 Pro20,24000
WOLF Robo Scooter 180019,01800
WOLF Robo Scooter 40010,5400
WOLF Robo Scooter 50017,6500
WOLF Robo Scooter 60010,5600
WORX Landroid L1500i10,51500
WORX Landroid L200010,52000
WORX Landroid L2000i11,42000
WORX Landroid M10009,41000
WORX Landroid M1000i10,81000
WORX Landroid S3008,0300
WORX Landroid SO500i8,9500

Fazit

Ich hoffe damit konnte ich jetzt alle Fragen zum Thema „nasser Rasen“ beantworten. In den meisten Gärten ist es also kein Problem, auch nassen Rasen mit dem Mähroboter zu mähen. Diese kommen damit sehr gut klar und Schaden dem Rasen auch nicht, anders als bei herkömmlichen Rasenmähern.

In bestimmten Situationen musst du aber doch etwas aufpassen, oder ein paar Stellen in deinem Garten nachbessern, damit der Mähroboter auch bei Nasse alles ordnungsgemäß mäht.

Hast du noch weitere Fragen oder Anregungen, schreib‘s gerne in die Kommentare!

Matthias

Matthias Müller ist einer der Gründer dieses Blogs. Er beschäftigt sich leidenschaftlich gern mit allen Themen rund um Automatisierung, Robotik und Zukunftstechnologien. Gleichzeitig ist er ein großer Naturliebhaber und daher fasziniert von dem ungewöhnlichen Zusammenspiel aus Robotern und Natur.

März 19, 2020

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